Beim 2. Kind wird man irgendwie entspannter, oder?

2. Kind

Mit einem Kind wird alles anders. So heißt es doch immer, oder? So ein bisschen hat einem der Spruch damals doch Angst gemacht, oder? Was soll heißen anders? Ja, da kommt ein Kind. Aber das ist doch toll, oder? ODER? Was heißt anders. Der Alltag, die Einkaufsliste, die Prioritäten. Alles ändert sich mit einem Schlag. Also ja, alles wird mit einem Kind anders.

Am meisten ändert sich wohl die Gefühlsebene…

Ich war ja schon immer recht emotional und ja auch dann und wann empfindlich. Man kann mich gut zum Weinen bringen, wenn ich merke, ich gerate an meine Grenzen. Aber ich hätte nie gedacht, dass sich die Gefühlslage mit einem Kind nochmal vollkommen ändern würde.

Alleine das Sorgen machen. Ich habe das Gefühl ich bin in den letzten Jahren nicht 6 sondern 10 oder 15 Jahre gealtert. Ständig mache ich mir Sorgen und Gedanken. Ist alles ok. Ist das jetzt nur eine Beule oder mehr. Sollte man mit dem Husten zum Arzt gehen oder ist das Quatsch. Warum reagiert mein Kind manchmal so,wie es eben reagiert und mache ich irgendetwas falsch. Man ist doch eigentlich nur am Grübeln und Überlegen, Überdenken und Beobachten, reflektieren und mehr… Als Elternteil befindet man sich in einem ständigen Analysezustand und es schlaucht. Sehr schön fand ich einmal die Erklärung, dass eine Mutter sich 24 Stunden, 7 Tage die Woche unter einem Dauerzustand von Anspannung befindet, weil sie ständig die Antennen ausgefahren hat, um zu schauen, ob bei ihren Lieben alles ok ist.

2. Kind

Mit dem 2. Kind wird alles einfacher.

So heißt es. Und? Stimmt es auch? Den im Grunde kann man nicht davon ausgehen, dass das 2. Kind genauso ticken wird, wie das erste. Wir haben ja nun schon festgestellt, dass zwei Kinder, die unter den gleichen Bedingungen aufwachsen und die gleichen Eltern haben, sich nicht zwangsläufig auch gleich entwickeln müssen. Sie können auf den gleichen Faktor vollkommen unterschiedlich reagieren und so ist man eigentlich auch bei Kind Nr. 2 ständig am Ausloten und Analysieren. Oder nicht?

Aaaaber…ich habe tatsächlich festgestellt, dass ich beim zweiten Kind deutlich entspannter bin, als beim ersten. Warum ist das so?

Man hat seine Erfahrungen bereits gemacht.

Ich bin kein blutiger Anfänger mehr. Ich weiß, nicht jeder Sturz ist gleich gefährlich und ich weiß, dass es ganz normal ist, dass das Kauen und Schlucken am Anfang nicht so ohne Weiteres klappt und man da auch mal Hilfestellung leisten muss. Ich kann mich noch genau erinnern, wie panisch ich damals war, als der Miniheld sich damals das 1. Mal an einem Stück Brot verschluckte. Als das beim Kleinen das erste Mal passierte war ich natürlich auch erschrocken, wusste aber was zu tun ist und es war innerhalb Sekunden erledigt und eigentlich nicht der Rede wert.

2. Kind

Man weiß, was dem Großen gut getan hat, wenn er seine Umgebung austesten wollte und läuft nicht mehr wie ein Hamsterball die Arme ausgebreitet um das Kind herum, wenn es mal einen Weg entlang rennt oder einen Hocker erklimmen will. Kinder fallen und stehen wieder auf und so lange ich dabei bin, um es zu fangen und ihm aufzuhelfen, ist alles prima. Ich habe durch den Großen gelernt, wie wichtig es ist, dass Kinder sich einfach auch mal ausprobieren können, ohne dass sie dabei ständig Mamas Hand halten müssen.

Jedes Kind wird auch mal krank.

Mit einem Minihelden zu Hause, der im Winter eigentlich Standard mäßig ständig erkältet ist, weiß man auch da irgendwann ganz gut einzuschätzen, wann man den Arzt aufsuchen sollte oder nicht. Ich habe sowieso immer das Gefühl, dass man nach einem Arztbesuch meist nachher kränker ist als vorher. Wen wundert es, wenn man angeschlagen wie man ist, 1-2 Stunden im Wartezimmer sitzt und noch alles andere an Krankheiten mit nach Hause nimmt. Man kennt die Standardansagen des Arztes ja eh schon, nicht wahr?

Also ja, ich bin entspannter geworden. Das heißt nicht, dass unser Heldenkind uns nicht auch or Herausforderungen stellt, die wir manchmal nicht auf Anhieb zu bewältigen wissen. Aber das sind andere Herausforderungen und auch die werden wir im Laufe der Zeit gebührend zu bewältigen wissen. Das hat uns das erste Kind gezeigt. Man kann es schaffen. Man muss nur lernwillig und geduldig sein und im Zweifelsfall immer um Rat oder Hilfe in seinem Umfeld bitten. Dann klappt das schon.

Wie war das bei Euch? Habt Ihr Euch beim zweiten Kind entspannter gefühlt als Eltern als beim ersten? Und wie ist es dann beim 3. oder 4….? Erzählt doch mal.

sari-unter

4 Kommentare

  1. schôner ausblick… meine hebamme hatte eine siebenfache mama, die bei jedem kind in den geburtsvorbereitungskurs gegangen ist und meine hebamme scherzte, „eigentlich lerne ich ja von dir“, aber die mama meinte, jede schwangerschaft war komplett anders, jede geburt war komplett anders und jedes kind ist in jeder phase anders… undsie sagte, sie hat für jede der „regeln“ (mädchen laufen eher, jungs sprechen zuerst, etc pp) ein kind das dem widerspricht. von daher wird es nicht einfacher, was das angeht, aber du änderst dich ja auch. du wirst gelassener und dann auch wieder nicht. was ich als aupair gelernt habe, ist dieses wissen „ich pack das“ ne gute grundlage ist, der rest ist aber auf das kind reagieren, und auf das bauchgefühl hören, denn jedes kind ist anders..

    • Sarah Kroschel

      Ohne eine „Ich pack das schon“ – Einstellung würden wir wohl tatsächlich nicht weit kommen. Das ist wirklich wichtig!

  2. Ich kann das so bestätigen. Es ist auch mit 2 Kindern anstrengend, aber anders. Man ist in manchen Dingen einfach entspannter. Mein Großer hat mir zum Beispiel beigebracht, dass ich nichts erzwingen kann. Was mich bei ihm viel Nerven gekostet hat, sehe ich nun bei der kleinen Mistmatz viel gelassener.
    LG, Tina

    • Sarah Kroschel

      Ja, das sowieso. Es ist so schwierig die eigenen Vorstellungen mit dem, was im Moment möglich ist, in Einklang zu bringen. Da muss man einfach auch lernen geduldig zu sein.

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