Das gelesene Wort und wie es uns manchmal in Schwierigkeiten bringt

Wort

Immer wieder passiert es, dass man etwas falsch einschätzt. Fehlinterpretationen von Situationen und Begebenheiten sind nicht selten im Alltag und seitdem die Kommunikation überwiegend nur noch durch das geschriebene Wort statt findet und immer seltener verbal, häuft sich das immer mehr. Findet Ihr nicht?

Ich fand das schon damals beim SMS schreiben so schwierig.

Ich habe sie auch geschrieben, diese Nachrichten. Erfreulicher Weise gehörte ich aber nie zu denen, die so hohe Rechnungen wegen SMS hatten, dass sie am Ende des Monats in Erklärungsnot gegenüber ihren Eltern gerieten. Ich kann mich noch gut an einen Abend erinnern, an dem eine Freundin nur auf ihr Handy schaute. Ich kam kaum dazu einen Satz zu sagen, schon piepte es wieder und sie musste erstmal eine Antwort tippen.

Es gab mal bei einer Veranstaltung einen Wettbewerb. Tippe 160 Zeichen unter einer Minute. Erschreckend, wie viele das tatsächlich geschafft hatten. Heute wie damals kann ich mich nicht dazu zählen. Wobei das heute wohl eher deshalb so ist, weil ich es immer wieder ohne Brille versuche und diese ganzen Schreibfunktionen nicht nutze. Jedes Wort wird von mir Buchstabe für Buchstabe getippt *lach* (dennoch wischt mir die Autokorrektur regelmäßig eins aus).

Daran hat sich wenig geändert. Nur der Kanal hat gewechselt…

Damals waren es halt die SMS. Heute sind es die Apps, über die wir schreiben können und jede bringt einen Messenger mit. Könnt Ihr da den Überblick behalten? Ich komme regelmäßig durcheinander.

Ich war ja nie der Mensch, der gerne telefoniert. Wenn, habe ich Nachrichten immer bevorzugt. Ich mag das Telefonieren einfach nicht. Witzig finde ich, dass heutzutage eigentlich auch keiner mehr telefoniert. Aber alle plötzlich anfangen Sprachnachrichten zu schicken. Hin und her. Im Minutentakt. Ob es da nicht fast schon mehr Sinn machen würde zu telefonieren?  So hat das irgendwie etwas von einem Anrufbeantworter, der ständig in Benutzung ist.

Wie auch immer, das nur mal so am Rande. Wir schreiben. Viel. Jeden Tag. Und ich nehme mich da auch gar nicht raus. Ich liebe es, die Möglichkeit zu haben eine Nachricht raus zu schicken und auf eine Antwort zu warten. So lange man nicht sofort eine erwartet. Man weiß einfach, dass die Nachricht in jedem Fall irgendwann gelesen wird und gut ist. Wenn es eilig ist, kann man immer noch anrufen, oder?

Praktisch finde ich ja auch, dass man eben im Bedarfsfall auch mal ein Bild mitschicken kann, wenn man irgendwie einen Rat oder so braucht.

Das Wort hat viel Macht und der Ton macht die Musik!

Schon früher ist es mir oft passiert, dass ich mir mit jemanden in die Haare gekommen bin und das nur, weil ich eine Nachricht falsch interpretiert habe. Also eigentlich habe ich sie in einem „Tonfall“ gelesen, den ich mir dazu eingebildet habe.Wie oft wurden dadurch Nachrichten, die eigentlich nett gemeint waren, plötzlich zu etwas ziemlich nervigen?

Heute geht es mir auch oft so. Meist ist es ja so, dass man die Leute, mit denen man schreibt, relativ gut kennt. Man weiß wie sie so sind von der Art her und wie sie reden. Mit diesem Wissen gibt man den Nachrichten unbewusst eine „Stimme“. Fatal daran ist nur, dass man nicht wirklich sagen kann, ob man dann die richtige Tonlage den richtigen Worten zugeordnet hat und nicht selten hängt davon ja auch ab, wie man selbst auf die Person zu sprechen ist oder wie die Tagesstimmung gerade ist.

Viele Nachrichten aufeinander folgend rufen in mir zum Beispiel auch immer eine gehetzte und gestresste Stimmung hervor und ich würde am Liebsten gar nicht erst Antworten. Kennt Ihr das?

Passiert Euch das heute auch noch so oft, dass ihr die Situationen manchmal vollkommen falsch einschätzt, wenn Ihr Nachrichten lest. Gleiches gilt natürlich durchaus auch für Briefe (wie oldschool) und auch Blogeinträge. Ja, auch Blogeinträge.

Manchmal fühle ich mich ja regelrecht provoziert, wenn ich Einträge lese, die irgendwie einen wunden Punkt bei mir treffen. Aber mal ehrlich, vorher soll der Verfasser das wissen, oder?

Erzählt doch mal, wie Ihr damit umgeht.

sari-unter

4 Kommentare

  1. Ganz ehrlich ? Ich hab super „spät“ (für damalige und heute Verhältnisse) mir ein Handy zugelegt. Glaube da war ich 23/24 Jahre …. heute bin ich 35. Und das auch nur weil meine Mutter über längere Zeit kein Festnetz hatte und nur mobil erreichbar war. Sonst wäre es wohl noch später geworden 😉
    Generell telefonier ich mit dem Ding super selten (war schon immer so) und nutze dafür das Festnetz. Da aber auch nicht übermäßig. Mag halt ungern telefonieren.
    Und ja ich gehöre zu den Menschen die es absolut unhöflich finden,wenn es da jemanden gibt der nur an seinem Telefon klebt in Gesellschaft. Sei es wenn man wo zu Besuch ist,beim Familienessen,bei einer Unterhaltung o.ä Das find ich absolut grusig.

    Gegen Missverständnisse benutze ich ganz bewusst Smilies. Da ich hier und da vor Ironie strotze und man selbiges schriftlich halt schlecht rüberbringen kann. Wenn da dennoch was falsch verstanden wird,versuch ich´s natürlich sofort aus der Welt zu räumen wenn möglich.
    Beim lesen passiert mir selbst das ehrlich gesagt selten bzw. bisher 😉 Im schlimmsten Fall würd ich ganz offen nachfragen. Wie du schon sagtes,in der Regel kennt man ja die Leute gut/sehr gut mit denen man kommuniziert.
    Bei Blogs ist mir das in der Vergangenheit 2-3 Mal passiert,das ich mich so derbe provoziert fühlte,das mir beim lesen die Hutkrempe hochgegangen ist. Die Blogs hab ich dann einfach nicht mehr gelesen 😉

    Klar,die ganzen Kommunikationsmöglichkeiten heute sind schon super praktisch irgendwie. Ich finde aber,man sollte sie bewusst nutzen. Gilt glaub ich für vieles 🙂
    Ich persönlich nutze WhatsApp und Google Hangouts. Über Facebook schreib ich hier und da auch mal,aber nicht mobil,nur am Rechner. Das ist recht übersichtlich und auch gewollt so gehalten. Man muss ja nicht alles haben oder jeden Trend mitmachen.
    Bilder hin und her schicken ist für mich inzwischen auch unverzichtbar geworden,weil eben super praktisch. Hatte jetzt erst die Tage so ein Fall das mir ein USB-Kabel für meinen neuen Drucker fehlte. Fix dem Mann nen Bild vom Anschluss (war kein normaler Stecker) geschickt ob er sowas zufällig in der Firma rumfliegen hat 😉
    Oder auch gerne mal beim Einkauf … oder einfach mal nur so ^^

    Der Vorteil beim geschriebenen Wort ist ja das es nicht sofort beim anderen landet. Anders als bei einer Unterhaltung wo es auch gern einmal passiert das ein unüberlegtes Wort fällt.
    Bei jeder Art von Schriftverkehr nehm ich mir die Zeit und lese auch gern 2-3 Mal … sei es etwas empfangenes oder das was ich schreibe. Gerade wenn das Gefühl aufkommt,das es missverständlich sein könnte oder das ich es falsch verstanden hab.

    • Sarah Kroschel

      Ich konnte leider durchaus feststellen, dass auch smilies gerne mal falsch gedeutet werden können.
      Mit dem nochmal drüber lesen hast du definitiv recht. Ich entschärfe auch manchmal im Nachgang nochmal Stück für Stück

  2. Also ich glaube nicht, dass heutzutage eigentlich keiner mehr telefoniert. Ja, die Sprachnachrichten haben massiv zugenommen und ich sehe jeden Tag sehr viele Menschen, die ihr Handy vor ihr Gesicht halten und auf es einreden. Aber… An jedem einzelnen Morgen, an dem ich in den Bus steige, um zur Arbeit zu fahren (so gegen halb 8), gibt es MINDESTENS eine Person, die die gesamte Fahrt über telefoniert. Da geht es dann meist um so völlig banale Alltagsgespräche. Sehr oft sind es auch Afroamerikaner, die die ganze Zeit dann telefonieren… Da vermute ich dann immer, dass das ja Ferngespräche sein könnten und die dann aufgrund der Zeitverschiebung so früh schon am Telefon hängen. Aber ich persönlich hätte zum Beispiel überhaupt keine Ahnung, wen ich anrufen sollte, direkt nachdem ich das Haus verlasse Oo

    Ansonsten schreibe ich gerne Nachrichten (auch immer noch sehr gerne SMS), weil das oft zwischendurch leichter und schneller vonstatten gehen kann, um etwas zu klären, während ich noch auf Arbeit bin. Da gibt es auch nur noch ganz selten mal Missverständnisse. Allerdings hatte ich sehr lange einen Kontakt, bei dem hat sich das in satten 10 Jahren nicht verändert. Wir haben uns immer noch viel zu oft missverstanden und ständig in den Haaren gehabt. Das fand ich zuletzt als so lästig und unschön, dass ich den Kontakt auf Eis gelegt habe. Es hatte einfach keinen Sinn mehr, da noch mehr Energie rein zu stecken. :/
    Also, da bin ich dann schon irgendwie sehr konsequent. Ich versuche grundsätzlich alles so neutral und freundlich wie möglich abzuwickeln. Und gibt es dann doch mal Missverständnisse, bemühe ich mich, da irgendwie eine gesunde Basis zu schaffen. Aber wenn das nicht funktioniert, muss die Sache halt ganz beendet werden, weil es für alle Beteiligten keinen Mehrwert bringt. Sowohl verbal als auch non-verbal.

    • Sarah Kroschel

      Es ist sicher auchs tark abhängig davon, mit wem man es zu tun hat. Wie ich schon sagte, manche hat man einfach im Ohr mit ihrer Art zu reagieren und zu reden, dass man den Worten den Ton gerne einfach drüber legt. Dabei ist es oft tatsächlich unnötig

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