Kann man ein Kind zu viel loben?

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Lob tut gut. Das ist eine Tatsache, oder nicht? Es läuft einem wie Honig den Rücken runter, wenn man liebe und aufmunternde Worte der Anerkennung für etwas hört, das man getan hat. Man ist dadurch bestrebt es beim nächsten Mal wieder gut zu machen und diese positive Erfahrung zu wiederholen, oder? Zumindest geht es mir so.

Die Konsequenz daraus ist für mich definitiv nicht ein Flehen und Betteln nach Anerkennung und Lob, sondern viel mehr eine Motivation dran zu bleiben.

Ich empfinde Lob als etwas Wichtiges und Förderndes!

Natürlich sollte man nicht jedes Fingerzucken mit Lob bedenken, das ist klar, oder? Aber Wertschätzung ist etwas, das jeder Mensch erfahren sollte und auch verdient hat.

Wie wichtig Lob ist, das sehe ich ja bereits am Heldenkind. Mit seinen 1 1/2 Jahren freut er sich über jedes Lob, das wir aussprechen, wie ein Honigkuchenpferd und hört gar nicht mehr auf zu Strahlen. Was folgt darauf? Richtig, er wiederholt das Getane, ist bestrebt darin es wieder so gut zu machen und entsprechend uns die freudigen Worte erneut zu entlocken.

Denn er merkt ja, dass er uns damit eine Freude macht. Wir lächeln,lachen und reagieren überaus positiv auf ihn und das gibt ihm Sicherheit und ein gutes Gefühl.

Nun warf neulich jemand mal die Frage in den Raum: Kann man ein Kind zu viel Loben?

Was denkt Ihr? Verweichlichen unsere Kinder, wenn wir es loben? Wann ist Lob zu viel des Guten? Ist das überhaupt möglich? Wenn mein Kind irgendwann etwas gut beherrscht, dann muss ich es auch nicht mehr zwangsläufig dafür tätscheln und ihm sagen, dass es das gut gemacht hat. Das weiß es bis dahin auch alleine

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Aber etwas Wertschätzen, was individuell für dieses Kind oder diese Person in diesem Augenblick etwas besonderes war, das ist aus meiner Sicht ein MUSS!

Wenn es das erste Mal geschafft hat ohne Hilfe Fahrrad zu fahren. Oder wenn das erste Mal das Pipi ins Töpfchen ging. Wenn das Heldenkind die Treppen alleine gemeistert hat oder einen Ball bis hoch in die Wolken schießt. Das sind Erfolgserlebnisse und gehören gewürdigt. Nur dann hat das Kind doch tatsächlich das Bestreben diesen Erfolg immer und immer wieder zu wiederholen, oder?

Nicht alles ist für ein Kind Selbstverständlich!

Ich lobe meine Kinder gerne und oft. Das liest man aus meinen Worten sicher heraus. Ich lobe sie für schöne bunte Bilder und für selbst gebundene Schnürsenkel. Ich lobe sie für gutes Benehmen anderen gegenüber und dafür, dass sie mal zu Hause mit anpacken.

Das sind Dinge, die machen Kinder. Sie lernen sie mit der Zeit und das lässt sich im Groben wohl auf alle Kinder sagen. Aber Kinder sind Individuen und entwickeln sich alle unterschiedlich und in verschiedenen Geschwindigkeiten. Ist es für andere Kinder normal nach der Kita mal mit einem anderen Kind mit nach Hause zu gehen oder gar Fangen zu spielen, muss das für andere Kinder nicht so sein. Ihnen fällt das vielleicht schwer und für sie stellt es eine gigantische emotionale Hürde da.

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Besonders in solchen Momente ist es doch äussert wichtig sie zu stärken und ihnen dabei zu helfen ihre Ängste zu überwinden und wenn es ihnen tatsächlich gelungen ist die Hürde zu nehmen, dann ist Lob doch genau das, was sie brauchen, nicht wahr? Auch für solch normaler Weise selbstverständliche Dinge.

Wie seht Ihr das? Kann man zu viel loben? Braucht es das überhaupt?

sari-unter

6 Kommentare

  1. Ich lobe meine Kinder auch viel und für die unterschiedlichsten Dinge. Sei es, weil sie einschöbes Bild gemalt hat oder weil sie sich z.B. an unsere Absprachen beim Fernsehen halten. Ich finde Kob auch sehr wichtig, da es wie du schon geschrieben hast, eine Wertschätzung ist und eine Art Motivation. Was ich jedoch nicht gut finde ist, wenn manKinder wegen jeder Banalität indem Himmel lobt.

    • Sarah Kroschel

      kein Ding 😉
      Ich kenne den Artikel, aber ich denke immer noch, dass dieses positive Feedback wichtig ist und es sicher auch wie in allen anderen Bereichen individuell pro Kind zu betrachten ist, was richtig und was eher falsch ist.

  2. Hallo liebe Sari,
    ich sehe das genauso wie du! Wenn mein Sohn etwas gut macht und stolz auf sich ist, lobe ich ihn. Er freut sich über diese Anerkennung und für mich ist es das normalste auf der Welt. Ich bin ebenfalls mit Lob aufgewachsen und empfand dies als wunderschön.
    Grundsätzlich finde ich einfach man sollte immer auf sein Bauchgefühl hören. Aus mir platzt das Lob für meinen Sohn einfach so heraus und deshalb ich es richtig für mich und meine Familie.
    Das Wichtigste für mich als Mama ist es meinen Kindern Authentisch gegenüber zu treten. Wenn er das erste Mal ein Puzzle alleine geschaftt hat freue ich mich und das darf er sehen!
    Wenn er mir allerdings Erde vom Garten in die Wohnung trägt und dieses auf dem Boden verschmiert darf er auch sehen das mich das ärgert. Ich zeige ihm wo die Erde hingehört und er macht es beim nächsten Mal nicht mehr. Kinder lernen von uns, deshalb sollten wir Ihnen gegenüber stets ehrlich mit unseren Gefühlen und Ausdrücken sein.
    Zumindest sagt das mein Bauch und mein Herz. 🙂

    Liebe Grüße,
    Jasmin

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