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Ein Gedankenexperiment rund um den Blog

Ich erwähnte es hier und da schon mal. Angeregt durch ein Foto auf Instagram von Anne, fand ich mich eines nachmittags mit einem Zettel auf dem Schoß und einem Stift in der Hand wieder und startete ein kleines Gedankenexperiment rund um meinen Blog.

Ich hatte mir fest vorgenommen mich nicht mehr so sehr auf die Zahlen zu stützen, die mein Blog so abwirft. Ich hatte bewusst das Views Plugin im neuen Theme nicht mehr bei dein einzelnen Artikeln eingefügt, um nicht mehr verfolgen zu können, wieviele Leute sich einen einzelnen Artikel angesehen haben. Auch wenn das an manchen Tagen sehr aufschlussreich war. Ich wollte über diesen Zahlen stehen. So, wie ich es damals zu Beginn getan hatte.

Das ist manchmal gar nicht so einfach…

Im Grunde hat man nämlich das Gefühl nichts anders zu machen als sonst und dennoch schielt man ab und an mal auf die Zahlen und nimmt dann durchaus wahr, dass sie aktuell nicht so toll sind. Man beginnt zu hinterfragen, woran das liegen könnte. Man begutachtet seine Inhalte, seine Wortwahl, die Gestaltung nochmal ganz genau und kommt zu dem Schluss, dass alles irgendwie wie immer ist. So denkt man.

Natürlich ist mir durchaus bewusst, dass sich die Inhalte vom Blog in den letzten Jahren verändert haben. Müssen sie auch. Immerhin hat mein Leben sich verändert. Aber eben nicht nur das. Die Blogsphäre und die Ansprüche an diese hat sich auch stark verändert. Wie oft lese ich davon, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich Follower und Co. kaufen. Das finde ich persönlich ja nicht besonders authentisch. Und genau das ist mir dann am Ende doch deutlich wichtiger, als anderes. Ich möchte mir das Image, das ich seit nun schon über 10 Jahren habe, gerne erhalten.

Ich startete also ein kleines Experiment rund um den Blog

Angefangen damit, dass ich neulich auf Facebook eine Frage stellte. Ich wollte von Euch wissen, wie ihr damals zu mir gefunden habt und was Euch dazu bewegt hat, auch nachdem aus Mondgras Heldenhaushalt wurde, mir und diesem Blog treu zu bleiben.

Vor allem anderen freut es mich natürlich vor allem, dass in den meisten Antworten zu lesen war, dass man mich scheinbar sympathisch findet. Dafür möchte ich Euch danken. Aber das ist natürlich nicht alles, was hinter so einem Blog steckt. Und somit habe ich Eure Antworten und meine Gedanken genommen und eine Art Brainstorming veranstaltet.

Dabei bin ich zu folgenden Schlüssen gekommen, mit denen ich nun in Zukunft ein wenig am Blog arbeiten möchte.

Eure Antworten waren teilweise sehr ausführlich und dafür möchte ich Euch danken. Es gab einige AHA Momente für mich und auch kleine Überraschungen. Es waren bei knapp über 500 Likes vergleichsweise wenige Antworten, aber es waren genau diese, die mir so sehr weiter geholfen haben.

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01. Überraschend beliebt!

Ich hätte es ja nicht gedacht, aber es sind ausgerechnet die Handarbeiten, die Euch immer gut gefallen haben. Sei es nun gehäkelt oder genäht. Das ist natürlich ein super Antrieb für mich da auch mal wieder mehr Zeit für zu finden. Vielleicht auch mal wieder die eine oder andere Anleitung selber zu schreiben. Eine Idee hätte ich zum Beispiel. Manch einer weiß es vielleicht noch: Ich begann erst mit dem Häkeln und später mit dem Nähen vor allem meiner (zukünftigen) Kinder zu Liebe. Ich wollte in der Lage sein kleine Kuscheltiere und Spielzeuge, aber auch Lieblingskleidungsstücke für sie herstellen zu können. Ich weiß nicht, wie es beim Heldenkind sein wird, aber zumindest der Große weiß das heute sehr zu schätzen. Ich möchte also wieder versuchen mehr auf das Handarbeits – Thema einzugehen und auch selber mehr zu schaffen.

02. Die Zeichnungen

Viele von Euch fanden damals durch die Zeichen – Community zu mir. Wir kennen uns schon viele Jahre lang und vor allem eigentlich erstmal eher über andere Kanäle. Wir haben uns gegenseitig besucht, Bilder und Fortschritte bewundert und uns Feedback gegeben. Einige von Euch sind aus dieser Zeit noch geblieben, was mich persönlich ja ganz besonders freut, weil das Zeichnen schon immer irgendwie auch ein Herzensprojekt für mich war. Besonders die Collabs mit Maru und Co. haben Euch wohl gefallen. Mal sehen, was sich da drehen lässt. Ich habe mir in dieser Hinsicht vorgenommen die wöchentlichen kleinen Zusammenfassungen natürlich bei zu behalten, aber vielleicht auch mehr wieder zu illustrieren. Für die Kinder vielleicht. In der Hinsicht sind natürlich auch die Ausmalbilder für Euch interessant. Vielen Dank dafür und auch für das tolle Feedback

03. Fast schon in Vergessenheit geraten: Bento!

Kennt Ihr die Bento Boxen? Als ich damals mit meiner Diät anfing, war das etwas wirklich hilfreiches für mich. Ich habe mir optisch schön jeden Tag eine Bento Box gepackt mit leckeren und gesundem Essen. Das hat mir tatsächlich sehr geholfen meine Ernährung besser im Blick zu behalten. Diese hatte ich für Euch immer dokumentiert und ab und an auch meine Erfahrungen und Tipps mit Euch geteilt. Das hat Spaß gemacht und Euch scheinbar auch. Jetzt wo der Miniheld in die Schule kommt ist für mich die Zeit der Brotboxen auch wieder gekommen und damit die Möglichkeit auch wieder mehr für Euch in der Hinsicht zu recherchieren, auszuprobieren und zu teilen. Besonders darauf freue ich mich schon sehr.

04. Wer bin ich eigentlich?

Diese Frage stelle ich mir ja sowieso ständig und wünsche mir Veränderung für mich. Aber da muss ich vielleicht auch endlich mal einen Gang runter schalten. Euer Feedback, dass Ihr besonders meine Person gerne habt und meist mein Auftreten Euch hier gehalten hat, ist sehr, sehr wertvoll für mich und bestärkt mich bei dem, was ich tue sehr. Dennoch möchte ich versuchen mehr über mich heraus zu finden. Was mich ausmacht. Mir wieder etwas mehr treu und gerecht werden.

05. Neugierig machen auf mehr!

Darüber musste ich sehr schmunzeln. Es ist eigentlich keine Erkenntnis für mich, sondern eher für andere: Kommentiere hilft! Kommentieren macht neugierig und lockt Menschen zu Dir. Immer wieder habe ich mich darüber ausgelassen, als wie wertvoll ich Kommentare empfinde und wie schade ich es finde, dass immer mehr Wertschätzung und Feedback vor allem außerhalb des Blogs statt findet. Dabei möchte man mit dem Blog ja auch einen Ort des Austausches schaffen, den alle dann auch mitverfolgen können. Wertschätzung ist gut und wichtig und sollte direkt sein. Die Erkenntnis, dass manche vor allem deshalb zu mir gefunden haben, weil ich gerne und viel bei ihnen kommentiert habe, zeigt mir mal wieder, was Kommentare eigentlich für eine Kraft haben. Nicht nur, um eben Besucher neugierig zu machen,sondern eben auch als Unterstützung für den Autor. Mein Vorhaben daher (mal wieder) mehr direkt auf Blogs zu kommentieren.

06. Das Drumherum – Alles was eben zu einem Blog dazu gehört.

Natürlich werde ich alles andere nun nicht aus den Augen verlieren. Die Kinder, der Alltag, die Familie…das alles sind Dinge, die gehören einfach zum Blog dazu. Sie runden das Ganze ab und zeigen ein bisschen von dem Menschen, der hinter all dem steckt. Es wird weiter Anekdoten, Empfehlungen und ja, auch Werbung geben. Es wird Geschichten und Rezepte, aber auch hier und da einfach mal einen Jammerpost geben. Denn jammern tut dann und wann auch mal gut. Es wird Gedanken schwere und lustige, schwierige und kreative Themen geben. Das Gesamtpaket macht dann die Musik (ja, es wird auch Musik geben) und das soll am Ende vor allem eines sein: Interessant und ehrlich!

Im Grunde ist es nichts Neues, was Ihr hier lest!

Das ist mir durchaus bewusst. Es ist ja auch “nur” ein Gedankenexperiment, das mir dabei helfen sollte wieder ein wenig zu den Wurzeln dieses Blog zurück zu finden. Heraus zu finden, was ihn eigentlich ausmacht. Was Euch wichtig und was mir wichtig ist. Dieses alles dann am Ende in einen vernünftigen Einklang zu bringen, das ist nun meine Aufgabe, die sicher nicht einfach wird.

Nach wie vor bin ich natürlich immer für jedes Feedback dankbar, das ihr für mich habt und freue mich auf die Zeit, die da nun auf mich zukommen mag. Ich bin gespannt, ob die Dinge gelingen, die mir da durch den Kopf geistern und ob Ihr die Veränderung wenn sie denn dann eintritt, überhaupt wahrnehmen werdet!

In dem Sinne Eure

sari-unter

12 thoughts on “Ein Gedankenexperiment rund um den Blog

  1. Ein interessanter Post und danke für den Einblick, den du uns damit gewährst. Die Bloggerlandschaft hat sich verändert, genauso wie wir uns verändert haben. Ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit von den Posts mich kaum angesprochen gefühlt habe. Aber freue mich schon auf neue.
    Deine Gedanken sind auch häufig meine, aber irgendwie komme ich gerade nicht auf die zündende Idee.
    Kommentare finde ich ja auch immer hilfreich, aber es ist tatsächlich häufig schneller gemacht unter einem Bild bei Insta zu kommentieren als im Blog selbst. Schade eigentlich.

    1. Das ist sdieser innere Konflikt bei mir.Ich merke immer wieder, wie ich versuche mich anzupassen, in die angestrebte Sparte zu passen und merke dann aber auch, dass es nicht das ist, was den Blog einmal ausgemacht hat. Wie du sagst: Die Themen sind nicht mehr für das große Publikum gespannt. Ich muss wieder ein wenig mehr zu mir zurück finden. Ich finde es daher sehr spannend, dass es doch vor allem die alten Themen sind, die viele hier gehalten haben.

  2. Ich mag solche Einblicke immer sehr gerne. Wenn ich mich neu sortiere, blogge ich meist auch darüber. 😉
    Ich freu mich, wenn es bald wieder Bento-Boxen zu sehen gibt. Und Genähtes finde ich gerade jetzt auch immer total spannend. Ich hoffe, dass mein Lütter sich später auch über die selbst genähten Klamotten freut. Im Moment kann er da ja noch nicht wirklich mitreden. ;D
    LG Ulrike

    1. Ich hoffe auch, dass der Kleine so viel Freude daran finden wird, wie es der Große inzwischen tut. Auch wenn der ja aktuell eigentlich lieber Fußballtrikots trägt alsalles andere. Ab und an kommt er dann doch noch mit einem Wunsch um die Ecke. Mal sehen, wie lange noch

  3. Die Zeit rennt leider zu schnell davon, um über einen längeren Zeitraum “konstant” zu sein. Und das merkt man auch anhand der Themen und der Interesse der Leser. Und leider lassen wir uns da auch zu leicht unter Druck geraten – ich empfinde mit dir mit. Man selbst zu sein und bleiben zu wollen, den Leser gerecht werden, der Familie gerecht werden und was sonst noch dazu kommt – es ist nicht einfach.

    ABER es dient letztendlich doch dazu, dass du dich auch immer wieder neu zu finden und neue Wege suchst. Der Weg ist das Ziel. Und wenn es neue Prioriäten sind, ein neues Design oder was auch immer, dann ist das so. Ich mochte (mag sie auch immer noch) deine Näh-,Häkel- und Rezeptideen und deine ehrliche Art zu schreiben. Behalte es bei. 😉

    Bei mir wandelt sich auch so einiges, weshalb ich mich gerade in deinen Gedanken wiederfinde und froh bin, dass ich nicht allein mit den Gedanken bin. Danke für deinen Einblick!

    1. Ich glaube es liegt auch daran, dass die alte Hasen sich versuchen im Neuen wiederzufinden. Das ist gar nicht so einfach, zumal man sich immer und immer wieder neu erfinden möchte, obwohl so vieles auch gleich geblieben ist

  4. Schön, dass es auch anderen so geht, mit den Zahlen.
    Manchmal würde ich mir w8nschen, nie auch nur einen einzigen fremden Blogtext gelesen zu haben, geschweige denn die über das Bloggen selbst…

    1. Es ist ein bisschen wie früher in der Schule. Man möchte irgendwie gerne zu der coolen Clique dazu gehören, obwohl sie eigentlich gar nicht wie man selbst ist und so versucht man sich zu verbiegen um allen zu gefallen und verliert sich dabei selber aus den Augen

  5. Hi, ich schaue noch nicht sooo lang rein, dafür aber gern. Handarbeiten kann ich nicht, gucke aber kreative Sachen gern an (um dann die Oma zu fragen, ob sie nicht vielleicht?) und die Illustrationen finde ich auch toll, denn die sind aussergewöhnlich und heben Dich optisch doch ab, mich spricht das auch an. Noch mehr fasziniert mich aber grade, wie reflektiert Du das angehst. Liebe Grüße

    1. *lach* Danke. Ja manchmal hilft es, wenn man sich mal durch andere spiegeln lässt und schaut, ob das mit dem Selbstbild noch konform geht. Strukturiert würde ich das allerdings nicht unbedingt nennen. Es ist eher ein sammeln vieler Gedanken und Einflüsse und dann schauen, was sich daraus machen lässt. Im Moment schwirrt das alles noch recht wirr in meinem Kopf herum und muss sich ja auch mit zwei Kindern im Haus umsetzen lassen.

  6. Huhu =)
    Ich habe den Beitrag schon vor ein paar Tagen gelesen, aber jetzt wollte ich doch nochmal schnell etwas hinterlassen.
    Deinen Blog lese ich so super gerne, was auch daran liegt, dass die Kinder in einem ähnlichen Alter sind! Aber ich finde dich auch toll und einzigartig, ich mag deine Malvorlagen!
    Auf jeden Fall freue ich mich, wenn es mehr Zeichnungen und Bento zu sehen gibt. Und auch Häkeln wäre was, vielleicht würde mich das auch mal wieder motivieren.
    Es ist aber auch nicht leicht. Ich habe den Blog gestartet um einfach nur zu zeigen, was ich gerne mache. Aber irgendwie, wenn man soviel Zahlen liest, kommt der Druck. Man möchte auch etwas mehr und ich habe mich total beeinflussen lassen und mir gedacht, kaum einer bastelt soviel – es interessiert keinen. Auf jeden Fall ging kurze Zeit meine Motivation total nach hinten los. Aber ich habe Mut gefasst und mache wieder einfach nur das, was mir Spaß macht. Ich liebe das Basteln, ich habe soviele Ideen, ich kann endlich wieder etwas mehr mit Photoshop spielen… Und letztendlich kommt es total gut an, aber ich habe auch etwas die Quellen erweitert, seit ich bei Pinterest mehr mache 🙂
    Viele Grüße, Anna

    1. Deine Bastelideen sind auch wirklich sehr schön. Ich hab eine Zeit lang mit dem Großen auch viel gebastelt. Aber aktuell komme ich mit dem Kleinen und wegen dem Fußball gar nicht mehr dazu. Das finde ich wirklich schade.

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