[Mmi] Mein Kind lernt ein Instrument – Unser Einstieg ins Keyboard spielen

Keyboard

„Vielleicht möchte er ja gerne ein Instrument lernen“, wurde uns früher mal in einem Entwicklungsgespräch bezüglich des Minihelden mal näher gelegt, „das würde ihm sicher gut gefallen.“ Ich fand den Gedanken der Erzieherin immer schön und auch richtig. Ich dachte nämlich auch immer, dass es schön wäre, wenn eines meiner Kinder Freude an der Musik finden würde. Wenn Mama es schon nicht gebacken bekommt endlich mal die lang ersehnte Gitarre als Instrument zu erlernen, dann vielleicht eines ihrer Kinder. Immerhin haben wir Menschen in unserem direkten Umkreis, bei dem der Sohn lernen könnte, ohne dass wir ihn direkt noch zusätzlich irgendwo in einen Unterricht schicken müssten. Aber jedes Mal, wenn wir ihn fragten, ob er es nicht mal versuchen wolle, bekamen wir sofort ein Nein als Antwort. Schade…

Und dann war da dieser Geburtstagsbrunch im Dezember, als mein Kind plötzlich das Klavier entdeckte.

Meine Schwester hatte nämlich früher Klavierunterricht und sogar eine Zeit lang ein richtig altes in ihrem Zimmer stehen. Irgendwann wurde dies durch ein modernes elektrisches Piano ersetzt, aber der Klang war immer noch toll. Als sehr einprägsames Erlebnis habe ich bei meiner Schwester noch den Moment im Kopf, als sie unbedingt die Theme Melodie von Harry Potter lernen wollte, wir aber keine Noten dafür für sie fanden und sie sich die Melodie einfach kurzer Hand selber am Klavier erarbeitet hatte. Wow, was für ein Gespür für Musik, dachten wir damals nur. Manche Menschen sind einfach musikalisch. Dazu gehört mein Großvater, dazu gehörte mein Vater und definitiv auf meine Schwester, die immer noch ein großes Interesse für Musik und Instrumente hat und im Laufe der Jahre ihr Repertoire um das eine oder andere Instrument erweitert hat.

Da saßen wir nun also eines Nachmittags bei ihr am Tisch zum Brunch und irgendwann entdeckte der Miniheld im Flur ihr Klavier stehen. Ob er ein bisschen darauf spielen dürfte, fragte er irgendwann und meine Schwester baute ihm alles auf. Sie zeigte ihm ein bisschen etwas und übte mit ihm ein Weihnachtslied ein. Und da machte es auf einmal Klick beim Minihelden. 

#WIB

Seitdem wuchs die Begeisterung dafür täglich immer weiter an.

Tja, hätten wir vorher gewusst, dass er von ganz alleine irgendwann zu einem Instrument finden würde, hätten wir ihn wohl nicht ständig fragen müssen *lach*. Aber das ist doch meistens so, nicht wahr? Gut, also, wir Eltern sahen uns nun in der Position abzuwägen, wie wir mit dieser Begeisterung umgehen sollten. Wollte der Miniheld tatsächlich ein Instrument erlernen oder war das jetzt nur so eine kurze Phase voller Begeisterung, die jedoch bald wieder verebben würde? Schwer zu sagen, denn so eine Anschaffung ist ja auch nicht ohne. Für den Minihelden stand aber schnell fest, dass er sich ein Keyboard zusammen sparen wollte.

Der Mann und ich sahen uns noch am selben Abend recherchieren. Wir saßen vor dem Computer und durchforsteten das Internet. Was war geeignet, was war wichtig und vor allem: Was war erstmal nicht so teuer für den Fall, dass es eben doch nur eine Phase wäre. Am nächsten Morgen fanden wir uns dann bei meiner Tante wieder und besorgten uns erst einmal das alte Keyboard von meinem Cousin. Das sollte erst einmal reichen.

#WIB

Das Gespräch im Fachgeschäft folgte auf dem Fuße!

Wir haben das große Glück, dass nicht weit von uns entfernt ein Fachgeschäft für Musikinstrumente ist. Dort fuhren wir einen Tag hin. Zuvor holte ich mir noch ein paar Tipps von meiner Schwester. Sie sprach sich definitiv dafür aus das musikalische Interesse vom Minihelden zu fördern. Selbes las ich auch an verschiedenen Stellen im Internet. Lieber direkt fördern und im Zweifelsfall die Sachen wieder verkaufen, als am Anfang am falschen Ende sparen und so eventuell das Interesse eher ausbremsen. Die Freude kann nämlich schnell verblassen, wenn das Instrument schlecht zu bedienen ist oder einen unschönen Klang hat. 

Überall lasen wir etwas von Anschlagdynamik, das A und O für ein vernünftiges Keyboard. Damit wird die Lautstärke bzw. Intensität der Töne über die Tasten bestimmt, womit man Musikstücken viel mehr Charakter verleihen kann. Allerdings macht dieses Gimmick ein Instrument direkt zu einer eher teuren Anschaffung. „Muss nicht unbedingt am Anfang sein“, beruhigte uns meine Schwester, aber irgendwann würde es eben doch wichtig werden.

Und – ganz wichtig und was einem so keiner sagt – die Tasten müssen genormt sein. Das hat man bei vielen NoName Instrumenten nicht. Da sind die Tasten meist etwas schmaler und sollte das Kind irgendwann dann mal auf ein richtiges Klavier umsteigen wollen, muss es quasi bei Null anfangen, weil die Abstände der Tasten zueinander neu erlernt werden müssen. Und schwups, brachten wir dem Cousin sein geliehenes Keyboard zurück, dass tatsächlich keine genormten Tasten hatte. Es dauerte übrigens ungefähr drei Wochen, bis wir uns für ein Keyboard entschieden und es mit etwas Rabatt direkt im Fachladen gekauft hatten

Erste Lektüre für den Einstieg in das Keyboard – und Klavierspiel!

Natürlich ließen wir uns auch bezüglich schöner Bücher für den Einstieg beraten. Im Laden gab man uns ein recht günstiges, aber simples Buch mit CD (Affiliate Link) mit. Es erklärt an kurzen Beispiel die Tonleiter und bietet viele Standard – Lieder, die man eben so kennt.

Keyboard

Was der Held bei seinen Recherchen nach Liedern bzw. Noten im Internet fand, war ein ganz besonderes Buch (Affiliate Link), das die Kinder an die Tonleiter mit Hilfe von kleinen Bildchen heranführt. Die Noten haben statt der ausgemalten schwarzen Kugeln kleine Bilder. Clown für C, Dino für D, Elefant für E usw. und durch die kleinen Bilder hatte der Miniheld die Noten ziemlich schnell drauf und konnte diese dann auch auf die normal dargestellten Noten übertragen.

Von dieser Art Buch gibt es insgesamt drei Bände gefüllt mit schönen Bildern und Liedern, die für ein schnelles Erfolgserlebnis beim Kind sorgen.

Keyboard

Ebenfalls eine große Hilfe am Anfang sind Aufkleber für die Tasten (Affiliate Link), auf denen die Noten und Buchstaben abgebildet sind. Die meisten Kinder beginnen ja doch eher nach den Buchstaben zu spielen und gehen dann langsam dazu über die Noten zu lesen. Selbst ich Notenmuffel habe die Tonleiter noch heute drauf. Ihr auch?

Keyboard

Im Kulturkaufhaus entdeckten meine Schwester und ich dann neulich auch noch ein Notenheft von der Sendung mit der Maus (Affiliate Link). Die sind wirklich schön aufgebaut. Die Maus führt durch die einzelnen Lieder und hier und da werden die Noten durch kleine Erklärungen ergänzt, so dass man Stück für Stück alles Wichtige dazu lernt.

Am Ende heißt es aber wie immer: Dran bleiben und üben, üben, üben.

Erfreulicher Weise setzt sich der Miniheld fast jeden Tag alleine für mindestens eine halbe Stunde an sein Keyboard. Das ist schon mal viel wert. Außerdem bekommt er relativ regelmäßig (je nachdem, wie Uni und Job es bei ihr zulassen) Unterricht bei meiner Schwester, die auch früher schon einmal Klavierunterricht gab. Sie zeigt ihm was wichtig ist und führt ihn nach und nach an die verschiedenen Techniken ran. So hat er bei ihr zum Beispiel schon die richtige Fingerhaltung gelernt und auch so hat er einfach Freude daran mit ihr gemeinsam zu lernen und auch persönliche Lieblingslieder zu erarbeiten.

Im Falle unseres Sohnes ist aber auch wichtig, dass wir sein Interesse mit vielen kleinen und Schrittweisen Erfolgserlebnissen erhalten und gleichzeitig ihm so dabei helfen sich am Klavier bzw. dem Keyboard weiter zu entwickeln. Man mag es kaum glauben, aber an manchen Tagen macht es ihm inzwischen sogar mehr Spaß, als das Fußball spielen und das will wirklich schon etwas heißen.

Keyboard

Ich bin gespannt, ob er am „Ball“ (haha) bleiben wird und ob er auch noch in einem Jahr seine Freude am Musikinstrument erhalten kann. Aktuell strebt er ein erstes kleines Konzert für Familie und Nachbarn an und auch die Schwester sagt, dass seine Auffassungsgabe und sein Gehör für so ein Instrument wirklich prima sind. Wer weiß…vielleicht komme ich am Ende doch noch zu meinen Musikern. Fehlt nur noch, dass das Heldenkind mit mir zusammen Gitarre lernt (oder Daiko Trommeln).

Lernen eure Kinder auch ein Instrument? Wann haben sie damit angefangen und welches ist es? Habt ihr noch Empfehlungen für uns?

sari-unter

 

 

6 Kommentare

  1. Huhu Sari,
    welches Keyboard ist es denn?
    Ich hab keine Verlinkung gesehen. Das würde mich interessieren. 🙂
    Ich habe tatsächlich heute morgen daran gedacht, dem Großen ein Keyboard zum Geburtstag zu schenken. (Und mir)
    Liebe Grüße
    Sarah

  2. Mangels Kindern kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen. Ich hab etwa mit 5 angefangen … bei mir war der Einstieg über die Flöte.
    Meine Cousine studierte damals (noch) Lehramt und u.a Musik,gab nebenher Musikunterricht. Das bot sich an und sie nahm mich unter ihre Finger 🙂 Später kam auch noch die Alt-Flöte dazu. Mit 10-11 etwa kam Geige dazu. Was aber eher wenig Spaß machte,da ich dazu überredet wurde. Hätte gern was anderes gelernt,blieb also entsprechend nicht soooo lange dran (waren aber auch 5-6 Jahre) Kam auch mit der Musiklehrerin an der Musikschule nicht klar,fühlte mich unterfordert,ignoriert etc.
    Um einiges später brachte ich mir selbst Klavier bei. Daran hatte ich dann auch wieder Spaß … selbst gewählt,Herrausforderung etc.
    Hätte liebend gern Gitarre und Schlagzeug gelernt. Dazu kam es nur leider nie. Gitarre hab ich zwar hier noch stehen (die alte von meinem Papa) aber die Zeit fehlte die letzten Jahre einfach. Ein paar Griffe konnte ich bzw. warscheinlich immer noch,aber das war´s 😉
    Geige hab ich ziemlich schnell wieder verlernt … weiß nicht ob man das wirklich so fix verlernt (war 2-3 Jahre raus) oder ob es tatsächlich dran lag,das ich im Grunde nie Lust auf das Instrument hatte ^^ Verkaufte sie vor ein paar Jahren. Bevor sie hier weiter in der Ecke liegt und verstaubt. Soll jemand anderes dran Spaß haben … war immerhin ein qualitativ gutes Instrument 😉

    L.G
    Blackmoon

    • Sarah Kroschel

      Hui, da hast du aber auch schon einiges an Instrumenten durch. Wie ist das, wenn man einmal es einigermaßen kann, fällt es einem dann grundsätzlich leichter ein weiteres Instrument zu erlernen?

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