Ohje, wie sieht dein Kind denn aus? Von Dreckspatzen und Matschmonstern!

Dreckspatzen

„Ohje, wie siehst du denn aus“, sagt die eine Mutter mit einem schmunzeln zu meinem Kind, „ein richtiger kleiner Dreckspatz bist du“. Dabei sehe ich, wie sie in ihrer Tasche nach einem Feuchttuch kramt und kann innerlich nur den Kopf schütteln. Wir befinden uns an der frischen Luft, mitten in der Natur. Um uns herum Wiese, Erde, Sand, Äste und Steine… alles Dinge, mit denen sich ein Kind eingehend und intensiv beschäftigen kann. Ich setze mich neben sie und sage „Er sieht genau so aus, wie ein Kind nach einem Tag in der Natur aussehen sollte, findest du nicht?“.

Dreckspatzen

Das Heldenkind reckt mir seine Arme entgegen (als ob es ahnen würde, was da gleich mit ihm gemacht werden sollte) und ich schließe den kleinen Dreckspatz fest in meine Arme und drücke ihn. Ich gebe ihm einen kleinen Kuss auf die sandige Wange und streiche ihm durch das verwuschelte Haar. Ja, genau so sollte ein glückliches Kind aussehen, oder?

Ich war früher deutlich pingeliger!

Fiel ein Keks auf den Boden, dann war er für uns direkt als Müll abgestempelt. 10 Sekunden – Regel war damals für uns noch ein Fremdwort (oder waren es drei oder gar fünf Sekunden?). Natürlich kennen wir den Spruch „Dreck reinigt den Magen“. Ob er nun wahr ist, das sei mal so dahingestellt, aber als Kind habe ich leidenschaftlich gerne im Buddelkasten Sandkuchen gebacken und auch gegessen *lach*. Heute schüttelt es sich mir innerlich, wenn ich an den Löffel voll Sand denke, aber als Kind war das ein von mir gebackener Kuchen. Basta.

Dreckspatzen

Inzwischen hat das Heldenkind den Buddelkasten im Garten für sich entdeckt und sitzt jeden Tag mindestens ein Mmal darin. Dann bekommen wir im Minutentakt die verschiedensten Sandeissorten in der Buddel-Eisform serviert und Kakao in kleinen Förmchen dazu. Natürlich essen wir sie nicht wirklich, aber dass wir so tun entlockt dem kleinen Mann jedes Mal ein strahlendes Lächeln.

Nach einem langen Tag im Garten und mit den Fingern tief im Sand vergraben, gehört für mich heute ein schmuddeliges und dreckiges Gesicht einfach dazu, findet ihr nicht?

Und am Ende des Tages sollen deine Füße dreckig, deine Haare zerzaust und deine Augen leuchtend sein.

Fragt mich nicht, wo ich diesen Spruch schon einmal gelesen habe. Er ist auch nicht besonders neu, aber sehr einprägsam und schön, wie ich finde. Wenn mein Kind am Ende des Tages schwarze Fingernägel hat (wie neulich jemand auf FB bei einen unserer Fotos mit einem schmunzeln feststellte), weil es mit mir fleißig im Hochbeet rumgewütet hat und das Gesicht von sandigen Schlieren durchzogen ist, dann glaube ich, habe ich etwas richtig gemacht.

#WIB

An manchen Tagen sehen meine Kinder wie regelrechte Matchmonster und Dreckspatzen aus. Das lässt sich bei so aktiven Kindern manchmal einfach nicht vermeiden. Ich bin mir sicher, die meisten von euch kennen das. Super glänzend und sauber geleckte Zimmer, so etwas gibt es bei uns nicht. Bei uns sehen die Zimmer belebt und bespielt aus und das ist gut so. Wobei ich ganz offen zugebe, dass ich als Mutter mir natürlich auch manchmal für den Besuch wünschen würde, dass die Kinderzimmer wie aus dem Katalog aussehen. Wenigstens die ersten 10 Minuten *lach*. Aber bei uns stehen Bastelarbeiten auf dem Fensterbrett, Comicstapel im Bett und überall liegen Kuscheltiere und Fußballfiguren rum, denn damit wird gespielt. Immer. Aktuell und auch später. Wegräumen lohnt manchmal gar nicht, denn fünf Minuten später werden die Sachen ja doch wieder hervor geholt.

Alle paar Tage räumen wird halt gemeinsam auf. Besonders, wenn sich die Zeit abzeichnet, in der wir viel draußen sind und die Zimmer gar nicht so viel genutzt werden. Dann sieht man es meinen Kindern aber auch an.

Dreckspatzen schmeißen sich auf den Boden, wühlen in der Erde und haben einfach Spaß an der frischen Luft!

Das gehört sich so. Ich hatte mal einen Fall, da zog ein Vater, bevor wir aufbrechen wollten, sein Kind nochmal um, weil es einen Tomatenfleck auf dem T-Shirt hatte. „Warum machst du das denn jetzt“, fragte ich ihn und er schaute mich etwas geschockt an. „Würdest du ihn denn jetzt so raus gehen lassen?“ und ich erwiderte nur „Na klar, er spielt doch eh gleich auf dem Spielplatz und saut sich dabei bestimmt wieder ein. Es ist ein Kind. Ein Kind ohne Flecken, da fehlt doch irgendwas, oder?“. Für ihn ging das gar nicht. Das Kind musste ein neues T-Shirt anziehen. Wenn es ganz extrem ist, mache ich das natürlich auch, aber so manche Flecken, die lohnen einfach nicht, oder?

Kindern kleckern und klecksen und verursachen manchmal mehr Dreck, als wir sauber machen können.

Hachja… Vermutlich steckt da immer ein bisschen die Angst dahinter, was andere Leute denken könnten, wenn sie ein Kind ansehen und das Schokoladeneis hat seine Spuren auf dem Pulli und der Sand auf der Nasenspitze hinterlassen. Dabei sind es Kinder und man darf ihnen ruhig ansehen, dass sie einen schönen Tag hatten, oder?

Dreckspatzen

Am Abend können wir sie immer noch in die Badewanne setzen und auf Ursprungszustand setzen. Dann werden aus kleinen Dreckspatzen kleine Meermonster, die die Untiefen der Badewanne aufwühlen und sich dabei von den Spuren eines schönen Tages befreien. Und am nächsten Tag geht dann alles von vorne los…

Haarausfall

4 Kommentare

  1. Oh ja, ich finds so grausam, wenn Frau Mama neben dem Kind im Sandkasten sitzt und eine Packung Feuchtetücher daneben und STÄNDIG die Finger oder das Gesicht abwischt. Da bekomme ich Aggressionen. Aber sowas von xD

    Der Zwerg kommt auch meistens als Dreckspatz heim, nach der Schule wird die „gute Hose“ ausgezogen und die Spielhose an. Ab und an ist diese auch noch vom Vortag dreckig. Ja mei, wo ist das Problem? (Schulhosen sind hier welche ohne Löcher xD Dreckig sind se auch nach nen Schultag 😀 )

    Ich frag auch öfter nach der Schule, ob es dort kein Wasser gibt. So dreckig wie der Zwerg wieder kommt XD

    Fürn Spielplatz würde ich NIE noch schnell frische Sachen anziehen lassen, total sinnlos XD

    • Sarah Kroschel

      Ich muss gestehen, selbst das mache ich nicht. Mein Kind trägt in der Schule das, was es auch so sonst gerne trägt. Da habe ich auch schon gehört, dass manche ihre Kinder echt feine Hose und Hemd tragen lassen. Das stelle ich mir bei so viel Sitzen usw. echt unbequem vor.

      • nee das mach ich eher net, die hosen sind alle bequem, aber es muss net sein, das die hose aus mehr löchern als jeans besteht XD mein Sohn liebt es aber eben, am Knie ok, da sag ich auch nix, aber es gibt eben gute Hosen, die eher für Besuche oder Geburtstage usw sind, da die liebe Verwandtschaft immer ankommt ob man kein geld für ganze Klamotten hat (mmmh ich glaub das gleiche haben unsere eltern damals gehört als wie löcher in der hose hatten XD) und es muss eben net sein das er sich dann in der guten hose nen loch rein haut XD wir haben nen stapel „hosen ganz“ und einen „hosen mit löcher“ xD wird aber beides fleißig angezogen.
        Hemd gibts nur am Fototag 😛 aber das will er auch selber XD

        Fein anziehen oder unbequeme sachen in der schule sind ein nogo (wo bei ich aber zb es net erlaube mit jogginbuxe in die schule zu gehen. die gehören bei mir ins haus. kp jogginhosentrauma XD ich geh nichtmal den müll runter bringen oder den flurputzen mit jogginghose XD fitnissstudio war schon eine überwindung und wurde sofort durch eine richtige trainingshose ersetzt, grausam…)

      • Sarah Kroschel

        Na total verdreckt schicke ich ihn auch nicht, aber er kommt auch oft genug total verdreckt aus der Schule nach Hause und dann frage ich mich, was die da machen. Aber kaputte Hosen werden bei uns in der Regel auch aussortiert. Bisher waren sie immer dann kaputt, wenn das Kind eh raus gewachsen war *lach*

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