Manchmal frage ich mich wieso…

Manchmal frage ich mich, wieso ich das eigentlich alles noch mache. Also eigentlich weiß ich es schon, denn es macht mir Spaß und hilft mir meinen Gedanken eine Plattform zu geben. Ich kann darin stöbern, in Erinnerungen schwelgen und mir auch mal etwas Luft machen. Schöne Ideen können gespeichert und auch mit anderen Menschen geteilt werden. Warum ich blogge, das weiß ich eigentlich und habe es schon oft erzählt. Aber manchmal bin ich einfach gefrustet. Ich habe mich ja auch schon oft darüber ausgelassen, wie sehr sich die Blogsphäre in den letzten Jahren verändert hat. Manche Blogger, die deutlich nach meiner Zeit erst damit begonnen haben, sind inzwischen so etwas wie waschechte Promis und erhalten eine vollkommen andere Behandlung, als manch andere Blogger. Manchmal habe ich auch das Gefühl, es gehört heutzutage gar nicht mehr so viel dazu sich irgendwie eine vernünftige Reichweite aufzubauen und ein Publikum zu finden. Oft habe ich aber auch das Gefühl, dass das nur gelingt, wenn man auf den Tisch haut und die (ich entschuldige die Ausdrucksweise) Kacke am Dampfen ist. Einmal habe ich es selber gemerkt: Wer aufmuckt erhält Aufmerksamkeit. Kritisieren, Maulen und Meckern sind hoch im Kurs und treffen den Nerv unserer Zeit. Die Menschen sind unzufrieden. Wollen es irgendwie auch sein. Sie sind aber auch auf der Suche nach Glück. Zumindest liest man überall davon. Minimalismus. Entschleunigen. Vereinbarkeit. Wellness und Wohlfühlen sollen wieder Einzug halten. Und im nächsten Atemzug muss man aber erstmal wieder den Rebellen raushängen lassen oder irgendetwas anprangern. Neid, Missgunst, ewiges Vergleichen, wie man es aus allen Lebenslagen kennt, sind an der Tagesordnung und manchmal macht es einfach keinen Spaß mehr auf Kurs zu bleiben. Manche erkaufen sich ihre Zahlen, manche machen bei wirklich jedem Quatsch mit, der sich auftut und ich frage mich manchmal, wie echt so manche Zahlen tatsächlich sind. Natürlich weiß ich, dass das alles eben nicht so einfach ist. Immerhin setzte ich selber täglich (!!) Zeit ein, um hier präsent zu sein. Etwas zu liefern. Und ja, aktuell habe ich auch immer irgendwie etwas, worüber ich erzählen kann. Mal interessiert es euch mehr, mal weniger. Damit habe ich gelernt zu leben. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass die Dinge sich seit damals geändert haben. Bloggen ist heute nicht mehr einfach nur noch das banale Tagebuch führen. Es ist harte Arbeit. Ich lehne mich vielleicht weit aus dem Fenster, aber ich würde glatt behaupten, dass hinter nahezu jedem Blog harte Arbeit steckt. Und dennoch werden sie unterschiedlich gewürdigt. Es gibt inzwischen so viele schöne und ausführliche Ratgeber, die das ultimative Rezept für einen perfekten Blog parat haben. Tipps, die dir sagen, wie du Reichweiten erreichst, schöne Fotos machst und sinnvollen Content bietest. Authentizität wird dabei immer wieder gepredigt und gewünscht, aber ehrlich gesagt finde ich die wenigsten Blogs (was bei einer derart großen Masse, die es inzwischen gibt, immer noch viel ist) tatsächlich authentisch. Wenn ich mich in meinen vier Wänden umsehe, dann ist da nichts so glänzend und ordentlich, so schön arrangiert und sauber. Klar leben wir hier nicht wie die Schweine, aber eben wie eine Familie mit zwei ziemlich wilden und aktiven Kindern, die Prioritäten setzt. Manchmal bin ich müde… Manchmal schaue ich mich um und bin etwas wehmütig darüber, wie sich alles im Laufe der letzten Jahre entwickelt hat. Natürlich freue ich mich darüber, dass auch wir inzwischen vom Blog dann und wann profitieren, wobei ich immer versucht bin dabei an euch zu denken und euch ebenfalls daran Teil haben zu lassen. Aber ich bin dem Ganzen manchmal müde. Müde mit einem Hauch von Neid auf andere zu blicken und mich zu fragen, wie sie es geschafft haben so schnell so erfolgreich zu werden (ich mag mich da nicht raus nehmen, klar gehört eine kleine und gesunde Portion Neid manchmal einfach dazu um selber auch zu wachsen und sich heraus zu fordern). Ich bin müde dem ganzen Konkurrenzkampf gegenüber, der da manchmal tobt und dem Gezicke, das man dann und wann erlebt. In der einen Woche wird etwas bis hoch in den Himmel gelobt, in der nächsten ist das alles gar nicht mehr so gut. Wo fängt es an und wo hört das alles auf? Es hört an dieser Stelle natürlich nicht auf. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe das Bloggen und nach nun mehr 13 Jahren, in denen ich einen Blog führe und weiteren Jahren, die ich bereits als Webmaster (mehr oder weniger) tätig war, gehört es einfach zu meinem Leben dazu. Würde ich einfach damit aufhören, wäre da ein ziemlich großes Loch, dass ich irgendwie wieder auffüllen müsste. Bloggen ist so viel mehr als Events, Geld, Reichweite usw… Das Bloggen bietet so viel Inspiration und Kreativität. Es regt an zu neuen Ideen, neuen Versuchen und lädt ein einfach mal sein Umfeld zu erweitern. Überall tummeln sich spannende und inspirierende Menschen und Möglichkeiten, die einem sonst einfach so entgehen würden und nach wie vor hilft es mir dabei den Kopf für andere Dinge frei zu halten. Wir sind eine Bloggerfamilie und das wird auch so bleiben. Aber manchmal, frage ich mich einfach nur wieso…