Meine Kinder in den “Corona – Ferien”…

Enthält unbezahlte Werbung* Da sitze ich am Esstisch. Vor mir liegen zwei blaue Zettel. Beide von der Klassenlehrerin. Am Montag war vorerst das letzte Mal Unterricht in der Schule für den großen Sohn, denn ab jetzt sind die Schulen geschlossen. Die Kita hatte bereits am Montag nicht mehr aufgemacht, so dass der kleine Sohn sogar schon einen Tag länger zu Hause ist. Ich merke, dass die Kinder nicht ganz verinnerlichen können, warum sie nun zu Hause sind. Der kleine schon gar nicht. Der große Sohn hat verstanden, dass da derzeit ein Virus im Umlauf ist und wir alle versuchen uns zu schützen. Er hat auch verstanden, dass er sich weiterhin mit der Schule beschäftigen soll, aber ich merke, dass der Begriff “Corona-Ferien” verwirrt ihn etwas. Ferien bedeuten doch immerhin, dass man morgens länger schlafen und abends länger wach bleiben darf. Man hat mehr Freizeit, keine Hausaufgaben und der Fernseher darf auch mal innerhalb der Woche genutzt werden. So sehen halt Ferien bei uns normaler Weise aus. Doch leider ist eben doch alles ein bisschen anders… Die Sonne scheint und dafür bin ich ehrlich dankbar. So können wir an die frische Luft. Aber auch nur eingeschränkt. Spielplätze sollen wir meiden. Auch zum geliebten Fußballplatz dürfen wir nicht mehr. Zoo und Co. sind inzwischen geschlossen und auch im allgemeinen: Die Dinge, die wir sonst in Ferien unternehmen sind einfach nicht möglich. Alles ist zu. Man sagt uns, dass wir so viele soziale Kontakte wie möglich meiden sollen. Das schützt uns und unser Umfeld. Im Grunde bleibt also nur eins: Zu Hause bleiben und das Beste daraus machen. Für die Kinder ist das nur teilweise eine tolle Vorstellung, denn irgendwann wurde jedes Spielzeug, das man hat, bespielt. Mehrfach. Und auch die Ideen gehen irgendwann aus. Hinzu kommt, dass es für viele Eltern nicht einfach ist zu Hause zu sein. Großeltern dürfen als Aufpasser nicht mobilisiert werden, denn sie gehören zur Risikogruppe und sollten Kinder derzeit auch eher meiden, die ja “stille” Überträger sein können.  Wie gut, dass das Wetter derzeit so gut mitspielt und man sich einfach mal vor die Türe setzen und durchatmen kann. Oder wenn man, wie wir, das noch größere Glück hat, einen Garten oder gar einen Hinterhof vor der Türe zu haben, wo die Kinder das gute Wetter ausnutzen können. Nicht jeder hat diese Möglichkeiten. Also sitze ich am Esstisch und entwerfe einen Plan. Nachdem ich nun also am Montag den großen Sohn aus der Schule abholte, war seine Stimmung erst einmal gut. Verstehe ich. Die Vorstellung erst einmal eine ganze Weile nicht zur Schule zu müssen, ist für ein Kind sicherlich spannend und aufregend. Zu Hause lasse ich mir den Wochenplan der Lehrerin geben. Schon am Freitag hatte sie den Kindern alle Arbeitshefte mit nach Hause gegeben und hier kamen nun noch ein paar Arbeitsblätter und zwei blaue Zettel dazu, auf denen stand, was die Kinder wie viel innerhalb der Woche arbeiten sollen. Zum Beispiel drei Mal die Woche einen Text schreiben (“Tagebuch führen” nennt der große Sohn die Aufgabe). Täglich 20 Minuten sich mit dem 1×1 beschäftigen, um es zu festigen, bestimmte Seitenmengen in bestimmten Heften, alle zwei Tage in einem Buch lesen und und und… Ich versuche all das zu ordnen. Die Arbeitsaufträge beschränken sich irgendwie nur auf Mathe und Deutsch. Ich entdecke in dem Wust von Arbeitsblättern noch ein paar zum Thema Klärwerke. Ich denke mal, dass das eher zu Sachkunde gehört. “Und was ist mit Englisch”, frage ich mich und wühle mich weiter durch die Zettellagen. Am Ende habe ich so langsam einen Überblick gewonnen und beginne am Laptop eine Art Tabelle zu entwerfen. Ich orientiere mich an einem Video einer andere Schule (manche Schulen sind da nämlich scheinbar echt auf Zack) und bastel einen täglichen Stundenplan. Nachweislich ist die Konzentration der Kinder ja am Morgen noch am besten. Nur, dass unser Tag nicht schon um 8 startet. Unser Stundenplan fängt ein bisschen später an, beginnt mit einer Deutscheinheit, geht nach einer Pause über in eine Matheeinheit und nach einer weiteren Pause schließen wir den Vormittag noch mit einem anderen Thema ab. Entweder Sachkunde, vielleicht etwas Englisch oder etwas anderes. Erfreulicher Weise bieten Plattformen wie Scoyo und Sofatutor ebenfalls Möglichkeiten an. So kommen wir halbwegs auf eine gute Lernzeit. Das Ganze mündet dann im Mittagessen und der Rest des Tages ist dann frei für anderes. Die Generalprobe lief ganz gut Da die Lehrerin ja doch recht konkrete Angaben dazu machte, was wie viel jeden Tag gemacht werden sollte, ließ sich dieser “Schulplan” recht gut anfertigen. Wir haben uns fest vorgenommen uns morgens dennoch erst frisch zu machen und anzuziehen und zu frühstücken. Die Tage sollen nicht in Schlafanzugtage über gehen. Nur weil unsere Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, wollen wir nicht total zu Hause versumpfen. Nach wie vor wollen wir möglichst unter der Woche ohne Medien auskommen. Dank dem schönen Wetter aktuell ist das auch gar nicht schwer. Zusätzlich zu den Schulplänen haben wir uns nämlich gemeinsam eine kleine To-Do-Liste geschrieben mit Dingen, die wir in den nächsten 5 Wochen gemeinsam machen wollen. So wollen wir zum Beispiel ein Insektenhotel bauen und Ostereier marmorieren. Beim letzten Wocheneinkauf haben wir eine Blumenmischung mitgenommen und wollen den Garten schick machen. Der große Sohn will sich dieses Jahr zum Beispiel unbedingt mal am Hecken schneiden versuchen. Mein armes Mamaherz, aber lernen kann man auch auf diese Weise, nicht wahr? Während der große Sohn vormittags seine schulischen Pflichten absolviert, beschäftige ich mich mit dem kleinen Sohn. Schneiden, Lesen, Basteln, Kleben… auch das soll nicht auf der Strecke bleiben. Verschiedene kreative Projekte wollen wir in den nächsten Wochen umsetzen. Natürlich nicht jeden Tag. Das klappt nicht und das alleine beschäftigen gehört genauso dazu, wie die gemeinsame Zeit. Und dann ist da ja noch der Rest… Wäsche, Haushalt, Kochen, Putzen und natürlich auch meine persönliche Zeit. Ich habe auch Aufgaben und Pflichten, die gemacht werden sollen. Normalerweise ist dafür der Vormittag bei mir vorgesehen. Ich erledige in dieser Zeit die Dinge, die getan werden müssen. Die Zeit wird für mich nun schwieriger umsetzbar. Da sind nun die Kinder, die regelmäßig meine Aufmerksamkeit fordern. Bereits gestern musste ich merken, dass ich nicht alle meine bisherigen Aufgaben umgesetzt bekam. Das muss ich irgendwie anders aufgeteilt bekommen. Aufräumen, wenn alle zu Hause sind, da ist wie mit Schokolade die Zähne putzen. Es wird kein zufriedenstellendes Ergebnis geben. Aber vielleicht muss ich da auch einfach für die nächste Zeit etwas gelassener werden. Irgendwo las ich gestern, dass es ja ein Vorteil wäre, dass man keinen Besuch empfangen kann: Man muss auch nicht alles ordentlich halten. Wobei es für mich auch etwas mit Wohlfühlen zu tun hat, dass zu Hause halbwegs Ordnung herrscht. Corona – Macht es uns Angst? In den letzten Tagen lese ich auf vielen Blogs “Corona-Tagebücher”. Jeden Tag berichten Menschen aus ihrem Alltag in der Quarantäne. Ich finde das spannend und lese diese Berichte wirklich gerne. Wie geht es anderen damit und was haben sie für Gedanken zum Thema Corona. Ich selber habe mich aber dagegen entschieden jeden Tag davon zu berichten. Was mich nämlich am meisten zermürbt ist die Tatsache, dass egal wo man hinschaut, Corona einen regelrecht anschreit. Mein Handy ist voll davon. Ständig bekomme ich Nachrichten zum Thema. Meine Timeline bei Facebook schreit mir eine Meldung nach der anderen entgegen und nicht selten sind manche davon Fake. Ja, auch das kursiert. Manche Menschen scheinen sich einen Spaß daraus zu machen. Die ganzen “lustigen” Spaß-Bilder, in denen das Chaos derzeit mit schwarzem Humor genommen wird. Versteht mich nicht falsch, ich finde auch oft, dass es sich mit schwarzem Humor leichter ertragen lässt. Vor allem, weil man es ja nun mal nicht ändern kann. Aber ich brauche auch Raum zum atmen und den hat man nicht, wenn es einfach nichts anderes mehr gibt. Ich nutze EINE Quelle, auf der ich mich mehrmals am Tag über die aktuellsten Beschlüsse und Entwicklungen informiere und das reicht mir. Wir leben nun unter Einschränkungen und noch haben wir Glück. Wir werden nach wie vor versorgt, haben frische Luft und Möglichkeiten uns zu beschäftigen. Viele Dinge, auf die wir derzeit verzichten müssen, sind Luxus für alle gewesen. Shoppingcenter, immer neue Klamotten, zu viel Spielzeug in den Kinderzimmern. Darauf mal ein wenig zu Gunsten aller zu verzichten, tut eigentlich nicht weh. Wir rücken wieder etwas mehr zusammen. Das schadet uns sicherlich nicht. Was uns wehtut ist, dass wir eben auch zu geliebten Menschen und Freunden Abstand wegen dem Corona Virus halten müssen. Wie gut, dass es noch andere Kommunikationsmittel ohne direkten Kontakt gibt.  Auf jeden Fall habe ich mich dagegen entschieden hier täglich unsere Erfahrungen mit dem Corona-Ferien mit euch zu teilen. Sicherlich wird es aber ab und zu auch mal ein kleinen Bericht geben, wie es uns geht. Auch wie unser Plan funktioniert und vielleicht auch ein paar Anregungen und Ideen, wie man den Tag auch verbringen kann. Mir platzt sonst irgendwann der Kopf, wenn sich alles dort drin staut. Aber ich möchte für die Kinder den Tag so alltäglich halten, wie es eben nur geht. Wie geht es euch in Bezug auf Corona? Was macht euch am meisten zu schaffen und was beschäftigt euch? Deshalb stehen wir auch morgens auf, machen uns fertig und gehen ihn geordnet an Alltäglich heißt für uns, morgens aufstehen, waschen, anziehen, frühstücken und die Dinge tun, die wir unter der Woche auch tun. Der Sohn macht seinen Schulkram, ich versuche ein paar Mails zu beantworten, der kleine Sohn spielt. Wir nutzen Pausen und verbringen diese zusammen und wenn dann das Wichtigste geschafft ist, machen wir etwas von unserer To-Do-Liste. Es soll sich möglichst normal für die Kinder anfühlen, auch wenn Schule zu Hause weit weg von normal ist.  Heute zum Beispiel soll es richtig schön werden. 17 Grad hat der Wetterbericht. Morgen soll es dann regnen und dann wieder etwas runterkühlen. Daher unser Plan für heute: Wir wollen im Garten fleißig sein. Die Kinder säen in einen dafür vorgesehen Bereich Blumen aus. Vielleicht versuchen wir es Mal mit Hecke schneiden und Unkraut zupfen. Die Kinder freuen sich darauf und ich auch. Mal sehen, was wir alles schaffen. Und wenn das Wetter dann wieder schlechter wird, zeige ich euch mal, was ich für Schlechtwettertage so geplant habe bezüglich Corona – Ferien und Beschäftigungsmöglichkeiten… Wie läuft es mit den Corona-Ferien bei euch bisher? *Anmerkung: Der Artikel enthält evtl. Bilder mit Produkten, die wir in unserem Alltag nutzen oder Linkempfehlungen. Wir haben keine Bezahlung für das Zeigen oder Nutzen derselbigen erhalten.