Zwei Erkenntnisse ereilten mich. Eine schon zum Ende des Jahres hin in Bezug auf diesen Blog hier als ich den Rückblick nach der Vorlage von Judith Peters schrieb. Eine heute Morgen, als wir vom Schulweg nach Hause kamen.
Widmen wir uns nur kurz der ersten Erkenntnis
Ich hatte ein gutes Blogjahr. Wirklich. Es sind viele Artikel entstanden, es gab Austausch, den ich ja fast am meisten liebe und ich konnte viele Projekte mit einer ziemlich guten Endbilanz abschließen. Sprich es gab regelmäßig Ausmalbilder, der Inktober wurde fertig und ich habe fast alle Themen beim Projekt 52 geschafft, nur 1x fielen die 12von12 aus und es gab regelmäßig Beiträge zum Nature Thursday, dem Lebens ABC, dem Bloggerschnack und die eine oder andere Blogparade. Das sind im Fazit viele, wirklich viele Projekte, an denen ich 2025 teilgenommen habe. Kein Wunder also, dass sich der Blog, gepaart mit den wöchentlichen #WIB und Wochenlieblinge-Beiträgen, quasi wie von selbst gefüllt hat. Zwischendurch gab es dann auch mal den einen oder anderen Beitrag, der nichts mit diversen Projekten zu tun hatte, aber im Fazit fühlt sich 2025 für mich ein wenig wie ein Projekt-Blog an durchzogen von Gedankentagebucheinträgen.
Mir persönlich war das irgendwie zu wenig persönlich, auch wenn ich eigentlich gerade durch die Projekte auch viele Seiten von mir gezeigt und viel mich selbst reflektiert habe. Ich werde deswegen jetzt auch nicht auf einmal aufhören an schönen Projekten teilzunehmen… aber ich möchte wieder etwas mehr die Waage finden und mich doch auch ein kleines bisschen davon lösen. Wie das ganze am Ende aussehen wird, das wird sicherlich die Zeit zeigen… lassen wir es also auf uns zukommen. So viel also zu Erkenntnis Nummero 1.
Erkenntnis Nummer 2 ist da nochmal deutlich banaler!
Wie erwähnt überkam sie mich heute Morgen, als wir nach Hause kamen. Die Wege sind inzwischen wirklich eisig und rutschig und mit -10 Grad ohne Sonnenschein freut man sich gerade doch irgendwie, wenn man nicht draußen sein muss.
Nun gut. Ein Blick in den Kalender verrät uns: Es ist der 06.01. und was bedeutet das? Weg mit der Weihnachtsdeko, nicht wahr? Heute ist nämlich “Heilige Drei Könige” und traditionell (wer hat das eigentlich entschieden) sollte spätestens heute die Weihnachtsdeko in Kisten verpackt werden. Und was sehe ich bei uns im Vorgarten? Da hängt noch die Lichterkette am Schuppen, der kleine Weihnachtsbaum mit seinen Lichtern steht, Weihnachtsmickey lächelt uns verschmitzt durch die Schneedecke an und meine große Dekokerze leuchtet neuerdings morgens statt abends. Keine Ahnung, warum die Zeitschaltuhr das auf einmal macht.
“Hm, dann hoffen wir mal, dass heute Mittag die Sonne rauskommt”, sage ich noch zum Mann, “dann kann ich ja die Deko mal versuchen in den Schuppen zu räumen”. Hach, wie optimistisch ich doch manchmal sein kann, nicht wahr? Ratet mal, was gerade draußen Phase ist, wenn ich jetzt aus dem Fenster blicke? Richtig, gerade rieseln feine Schneeflocken vom Himmel. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe es, wenn die Welt unter einer weißen glitzernden Schneedecke verschwindet. Aber ich möchte irgendwie auch gerne die Weihnachtsdeko verräumen *lach*.
Es ist jedes Jahr wie ein Befreiungsschlag
Manch einer, der schon länger hier mitliest, der weiß, dass ich gerne nach Möglichkeit direkt am 01. Januar in einem enormen Motivationsschub alles an Weihnachtsdekoration wieder in die Kisten räume, bei der Gelegenheit nochmal durch die Regalbretter wüte und den Müllbeutel aktiviere und dann alles irgendwie freu und luftig habe. Das trägt zu einem motivierten Start ins neue Jahr bei mir bei.
Zum Ende eines Jahres hin kann ich es meist kaum erwarten die Lichterketten hervor zu holen. Die Jahreszeit ist in der Regel dunkel und trüb und dieses viele indirekte Licht der Weihnachtszeit trägt dazu bei, dass man irgendwie doch in einen Gemütlichkeits-Winterschlaf-Modus verfällt und kuschelig wird. Daher dürfen bei mir meist im November schon nach und nach die Lichterketten einziehen. Im Dezember kommt dann die Weihnachtsdeko dazu (wenn man nicht gerade so massiv spät dran ist, wie ich es dieses Mal war). Farben wie Grün, Rot und Gold dominieren dann meist das Wohnzimmer und die eine oder andere schöne Sache gesellt sich dazu, was dann in einem pompösen Weihnachtsbaum gipfelt. Und seit einigen Jahren liebe ich diesen wirklich sehr.
Doch es fühlt sich mit der Zeit irgendwie auch wieder wie eine Last an
Während ich früher alles so lange wie möglich stehen lassen und die Lichterketten am Liebsten gar nicht mehr abnehmen wollte, kann ich es inzwischen kaum erwarten alles so schnell wie möglich wieder zu verpacken, wenn die Weihnachtszeit vorbei ist. Ich freue mich an den Feiertage, wenn Leute vorbeikommen und den Baum bewundern oder wenn dieser dekorativ unser Abendprogramm umrahmt. Aber er macht den Raum kleiner und irgendwie – trotz des Lichtes – auch dunkler und nach diesen zwei Wochen nimmt er mir häufig die Luft zum Atmen und ich fühle eine Art von Beklemmung.
Daher nenne ich es auch Befreiungsschlag, wenn ich dann alles wegräumen kann. Manchmal staune ich über mich selber, denn viele Jahre lang habe ich die Weihnachtszeit als meine absolut liebste Zeit des Jahres angesehen.
Aber sie war früher auch noch ein wenig anders
Besuche von Weihnachtsmärkten, Gänsekeule und Klöße, die Magie von Weihnachten und klar, als ich noch jünger war, die Vorfreude auf die Bescherung.

Inzwischen ist man selber der Mensch, der all diese Magie und Zeit aufbringen muss und dementsprechend nur wenig zur Ruhe kommt. Mit den Kindern im Gepäck sind auch massiv Termine zusätzlich dazu gekommen (Weihnachtsfeiern, Schulbasare, Turniere, Klausuren und mehr), so dass man eigentlich kaum die Zeit für Weihnachtliches findet und sich eigentlich vor allem deshalb auf die Feiertage freut, weil man neben den Familientreffen einfach mal nur durchatmen kann.
Ich liebe die Weihnachtszeit immer noch sehr, aber sie hat sich irgendwie für mich ein wenig verlagert und deshalb steht der Baum gefühlt von Jahr zu Jahr immer später und sobald das alles rum ist, kann er auch nicht schnell genug wieder in Kisten verschwinden. Eine Zeit geprägt von Sätzen wie “Wir haben dieses Jahr noch gar keine Kekse gebacken” oder “Wir waren noch gar nicht auf dem Weihnachtsmarkt”… so sieht es aktuell aus.
Aber es wird auch wieder anders werden
Da bin ich mir sicher. Und dann dekorieren wir anders. Feiern anders. Die Familie und das Umfeld schrumpft und wächst immer wieder und unterliegt ständigen Veränderungen und Entwicklungen und so werden sich die Feiertage auch immer wieder verändern.
Wer weiß, wie es sein wird, wenn ich diese vielleicht irgendwann mal als Oma feiern werde.
Wer weiß…


Das kann ich alles sehr gut nachvollziehen. Dieses Jahr hatte ich null Lust auf den Baum, das Schmücken haben dann auch die Kinder übernommen (Ergebnis … nun ja, es gibt keine Fotos ;)), und heute auch das Abschmücken. Plätzchen habe ich dieses Jahr tatsächlich geschafft, mehr zu backen, aber so richtiges Weihnachtsgefühl? Das gabs erst nach dem gewaltigen Essen am Heiligabend und dann war’s auch nur das Völlegefühl. Doof gelaufen xD
Das Völlegefühl ging glatt dieses Jahr, weil alles eher ruhiger verlief als sonst.
Wir haben quasi alles so auf den letzten Drücker gemacht. Gebrannte Mandeln, Kekse backen usw… selbst auf dem Weihnachtsmarkt waren wir erst drei Tage vorher. Nun ja… vielleicht bekommen wir das dieses Jahr wieder besser hin :)
Bei meinen Eltern wird das Abschmücken immer noch vom Anfahrtskalender der Christbäume diktiert.
Persönlich Fang ich nicht vor dem 1. Advent mit Schmücken oder Dekorieren an. Insofern kommt morgen nur Mal das gröbste weg, aber der Rest erst dann, wenn ich mich daran satt gesehen habe.
LG
Martha
Früher habe ich ihn auch früher aufgestellt und dann kam der kleine Sohn und auf den einen Geburtstagsfotos sah es durch den Baum schon so sehr mehr nach Weihnachten aus, dass wir irgendwann entschieden haben ihn erst nach dem 12.12. aufzustellen, es sei denn der kleine Sohn will es anders.
Böser Schnee! 😂
Ich glaube, ich schmücke den Baum nachher auch noch ab. Morgen soll die Hülle kommen.
Jaaa, schon irgendwie, denn eigentlich wollte ich den Garten auch “clean” haben. Nun leuchtet er halt noch ein paar Tage mehr.
Noch kann ich mich am Anblick des leuchtenden Weihnachtsbaums freuen, noch möchte ich das bisschen Deko, das hier rumsteht, nicht wegpacken. Obwohl der Januar massiv seine nüchterne Aura von Neustart verbreitet. Es ist zu hell, zu klar, zu “hellblau” für Weihnachtszeug.
Ich denke, eine Woche lass ich noch den Glitzer in der Wohnung. Dann ist wieder Alltag. Ohne Glanz und Glamour
Alltag haben wir ja seit gestern auch schon. Vielleicht auch deshalb? Berlin geht es ja immer direkt zu Beginn schon wieder los mit Schule und Co…määäh
Bei mir haben sich die Feiertage auch über die Jahre verändert, gerade wenn dann auch eine Person nicht mehr unter uns weilt, wird das Fest auch noch mal anders. Und die Magie von früher geht mit dem Alter natürlich immer mehr verloren, dass stimmt. Ich habe die Dekoration noch stehen und werde sie wahrscheinlich am Wochenende erst wegräumen können. LG Edeline
Ich versuche derzeit jeden Tag ein wenig Ordnung und Luft zu schaffen. Stück für Stück. Vielleicht sollten wir uns für dieses Jahr vornehmen Weihnachten wieder ein bisschen mehr Magie zu verleihen.
Da hast du dir wirklich viele Gedanken dazu gemacht. Und du hast recht: Es sind immer Phasen und ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Allerdings genieße ich den Baum vom 01.01. bis 06.01. auch noch. Am 07.01. fliegt unser Baum aber auch stets. Dann ist es auch gut. Ich hätte ihn lieber schon früher. Die Diskussion hatte ich dieses Jahr mit den Kids: Am liebsten hätte ich mal einen Dezember komplett ohne Arbeit und Stress, um so richtig ins Weihnachtsfeeling zu kommen. Um deinen letzten Punkt aufzugreifen: Ich habe schon gesagt: Als Opa (oder auch nur Rentner) werde ich viel Plätzchen backen, Weihnachtsmärkte besuchen und in den Vorbereitungen eskalieren. Aber das ist dann eine andere Phase ;)
Ich finde auch man sollte die Weihnachtsferien irgendwie anders takten. Vielleicht schon eine Woche vor Weihnachten. Ich verzichte dafür auch gerne auf eine Woche Herbstferien :) Dann kann man mal zum Jahresende so richtig zur Ruhe kommen und muss nicht noch bis 2 Tage vor Weihnachten mit den Kindern lernen usw… es würde sich so vieles entzerren.