52/52: Glücksbringer

Lieber Okti,

das Jahr geht zu Ende und ich werde etwas nachdenklich. Was habe ich in diesem Jahr geschafft und erreicht. Was habe ich geleistet und gelernt? Wobei, ich denke, gelernt habe ich eine ganze Menge. Vor allem über die Welt der Menschen, wie sie so ticken, über ihre Eigenarten und Macken, Bräuche und dergleichen. Und gelernt habe ich auch viel über mich. Ich musste geduldiger und bescheidener werden, nicht zuletzt, weil ich so viele liebe neue Leute kennen gelernt habe, die mir alle sehr ans Herz gewachsen sind und für die ich ein wichtiger Oktopus werden wollte. Ich glaube, das ist mir auch irgendwie gelungen…

Bibou und ich beschlossen heute noch einen letzten Winterspaziergang in diesem Jahr zu machen und gemeinsam die vergangenen Monate und alles erlebte nochmal gemeinsam zu reflektieren. Uns austauschen und unsere Geschichten ergänzen und da die Sonne schien, bot es sich einfach an. Und gerade, als wir beim Thema neue Bekanntschaften waren, da leuchtete uns etwas Rotes entgegen. Du musst Dir vorstellen, alles um uns herum war weiß und unberührt. Wir waren die ersten an diesem Tag, die die Schneedecke durchbrachen, aber mitten auf der Fläche, da steht etwas Rotes und strahlt uns regelrecht an. Natürlich mussten wir uns das näher ansehen und entdeckten schließlich ein kleines Pilz-Mädchen.

“Ich bringe Euch Glück”, sagte es zu uns. Glück? So ein bisschen Glück für das neue Jahr ist schon schön, oder? Bei den Menschen gibt es anscheinend typische Symbole, die gerade in Richtung Neujahr für eben so etwas stehen. Dazu zählen wohl Marienchenkäfer, Hufeisen (sowas Dreckiges, aber gut), Kleeblätter und eben auch Fliegenpilze. Warum auch immer, denn ich meine mal gehört zu haben, dass sie unserem Magen wohl eher nicht so gut tun sollen *lach* . Aber dieses Mädchen war so überzeugend und ihr Lächeln verzauberte uns sofort, so dass ich ihr glaubte.

Sie begleitete uns schließlich mit nach Hause, wo wir sie Sari vorstellten, denn Bibou und ich waren uns ziemlich sicher, dass Sari sich über ein bisschen Glück freuen würde und wir hatten recht. Sari hat dem Mädchen nun hier bei uns ein zu Hause gegeben, damit es nicht länger draußen im kalten Schnee stehen muss.

Und mit dieser guten Tag und ein bisschen Glück, verabschieden wir uns für dieses Jahr bei Dir, lieber Onkel Okti. Wir hoffen, dass Du gut ins neue Jahr kommst und wir uns weiterhin den einen oder anderen Brief schicken werden.

Wir drücken Dich,
Deine Shu Shu

52/52: Glücksbringer

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2 Kommentare

  1. *lach* die Süße hätte ich auch fast gekauft – und dann ist es Mable geworden :)

  2. Oh, ja!
    Sollte “ein wichtiger Oktopus” nur eines der 8 Ärmchen beim Kampf gegen Börsenfreaks verlieren, dann würden wir feiern? Den christlchen Ringfinger der Mädchenträume schenkte ich her.
    Auf, dass das Hufeisen den Zerschmetteren des Rentensystems ein sehr finales AUA bereitete.
    Aber Shu Shu sieht das sicher regierungstreuer…?

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