[35/52-2014] Helden der Kindheit

Wisst Ihr, an diesem Thema hatte ich echt zu knabbern. Es geht mir ziemlich nahe und ich wusste lange nicht wie und ob ich es umsetzen wollte. Am Anfang hatte ich Comic-Helden im Kopf, Zeichentrickserien, Kuscheltiere…ich denke da an die Glücksbärchis zum Beispiel oder die Gummibärenbande, ich denke an die 5 Freunde und die Charaktere aus Geheimnis um. Ich denke an die Schlümpfe und die Waldbären und wie sie nicht alle heissen…Dinge, die mich als Kind begeistert und beschäftigt haben. Aber so glücklich wollte ich damit nicht werden…

…und das hat auch einen Grund, denn als Kind hatte ich nur einen Helden: Meinen Vater. Der konnte auf Bäume klettern und mir Äpfel zuwerfen, der konnte mir das Fahrrad fahren beibringen und die bösen Geister nachts aus meinen Träumen vertreiben. Der konnte meine Hand halten, als ich eine Platzwunde im Gesicht hatte. Er ist Stunden lang gefahren, damit seine Familie Urlaub in Italien machen konnte und nicht nur das…in der Woche als Polizist unterwegs, am Wochenende noch auf dem Flohmarkt…nur am Arbeiten, um seinen drei Frauen alle Wünsche zu erfüllen. Ein Dickkopf vom Dienst und oft auch uneinsichtig, hielt gerne Standpauken und hatte ein Talent dafür einem ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn man etwas falsch gemacht hatte (eine Eigenschaft, die mich tierisch genervt hat, die ich aber scheinbar übernommen habe), wobei meine Schwester deutlich besser mit ihm diskutieren konnte als ich. Jemand, der mir aufmunternd auf die Schulter klopfte, als ich merkte, dass ich beim Abitur versagen würde und sagte „Du musst das nicht schaffen. So lange du das lernst, was Dir Spaß machst, stehe ich hinter Dir“, wodurch ich mich traute das alles abzubrechen. Der mir Mut machte in jeder Lebenssituation, bei all meinen Lebensabschnitten mit mir feierte und fieberte und der mit mir auf meiner Hochzeit tanzte und zu Weihnachten „Englishmen in New York“ von Sting sang… eine Stütze und ein Halt für’s Leben für mich und meine Schwester die so stark von diesem Mann geprägt wurden…

Es wäre einfach nicht richtig gewesen jemand anderen als ihn als meinen Kindheitshelden anzusehen…

p52-14-35-kindheitshelden

Heute hat mein Mann übrigens diese schwierige Aufgabe übernommen und meistert sie wirklich gut *loveit* .

Kategorie Fotografie, Projekt 52

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

4 Kommentare

  1. Ich kann Dich so gut verstehen. Für mich war mein Vater der Fels in der Brandung, wie man so schön sagt. Er gab der Familie Halt und Geborgenheit. Leider ist auch er viel zu früh von uns gegangen.
    Auch mein Mann macht genau diesen Job sehr gut und ich wüßte nicht, was ich ohne ihn täte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.