Man, ist mir kalt! Oder auch…kennt Ihr die Kältehilfe? [Werbung]

Und da war er plötzlich, der langersehnte Winter, an den wir schon nicht mehr geglaubt hatten. Wie sehr wünschen wir uns jedes Jahr zu Weihnachten weiße Weihnachten, vor allem die Kinder und irgendwie fehlt uns etwas für die Weihnachtsstimmung, wenn er ausbleibt. Wir singen Lieder von Schneeflocken und Jack Frost, schauen uns Filme an, in denen die Kinder sich Schneeballschlachten liefern und Schneemänner plötzlich zu leben erwachen. Schnee und somit die Kälte gehören für uns zum Winter einfach dazu und ich kann Euch sagen, die Aufregung war sicher nicht nur beim Minihelden unglaublich groß, als wir am Mittwoch das Haus verließen und lachende Kinder auf Schlitten an uns vorbei Richtung Schule oder Kita gezogen wurden und ja, auch unsere Kita zog nach dem Mittagessen los zum Rodelberg, um eine kleine Runde zu fahren. Wir holten ebenfalls den Schlitten aus Opas Keller und den Minihelden dann mit diesem von der Kita ab, um eine Runde rodeln zu gehen. Winter und Schnee, das gehört für Kinder einfach zusammen und viele, viele Schneeengel erwachen dann zu neuem Leben…

kaltebus

Aber eigentlich ist es ganz schön Luxus, dass wir uns Schnee wünschen können, oder? Wir haben ja auch die dicken Jacken, Handschuhe und Mützen und können schnell zurück nach Hause, wenn es uns zu kalt wird. Die Heizung läuft auf Hochtouren und der warme Kakao steht schon auf dem Herd bereit. Mit etwas Honig dazu und das warme Gefühl im Bauch trägt dazu bei, dass wir uns wohlig und kuschelig fühlen, während wir aus dem Fenster blicken und die Schnee bedeckten Bäume und Häuserdächer mit einem zufriedenen Seufzen betrachten. Ja, es ist ein wahrer Luxus, dass wir auf so kalte Temperaturen da draußen hoffen können, denn es gibt Menschen, für die wird es echt gefährlich, wenn das dann tatsächlich eintritt.

Es gibt immer noch unglaublich viele Obdachlose da draußen aus den verschiedensten Gründen, die ich hier jetzt gar nicht hinterfragen will und wenn es so kalt draußen wird,dann wird es für sie erst richtig ungemütlich. Anfang der Woche haben wir immerhin -11 Grad gemessen und froren selbst in dicker Jacke ziemlich. Stellt Euch mal vor Euer Bett wäre ein Karton und Eure Decke eine alte Zeitung? Alles was Ihr habt ist eine Jacke, die Euch durch das ganze Jahr bringen muss, zu jeder Jahreszeit und kein Platz, um sich mal aufzuwärmen. Ich muss dabei an eine Geschichte denken, die vor vielen Jahren mal in den Medien war: Ein Polizist, der in einen Schuhladen ging und einem Obdachlosen ein warmes Paar Schuhe kaufte. Das erwärmte all unsere Herzen, denn solche Menschen und Gesten sind eher selten…

Glücklicher Weise gibt es aber auch hier Einrichtungen, die bemüht sind zu helfen. Kennt Ihr zum Beispiel die Kältehilfe der Caritas, die Wohnungslosen Notübernachtungen und dergleichen bieten? Es gibt Wärmestuben, Arztbusse und dergleichen, die bestrebt sind den Winter für Obdachlose irgendwie, sofern möglich, erträglicher zu gestalten. Das Arztmobil zum Beispiel fährt zu den Obdachlosen und bietet ihnen medizinische Versorgung an, In den Notunterkünften und Wärmestuben kann man sich aufwärmen, etwas Warmes trinken und eine Kleinigkeit essen und daneben wird auch eine Beratung angeboten, durch die eventuell neue Lebenswege gefunden werden können. Die meisten Projekte werden durch ehrenamtliche Helfer betreut und leben durch Spenden. Kein leichtes Unterfangen, wenn es doch eigentlich darum geht den Menschen zu helfen…

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Im letztes Jahr fand die Kältehilfe auch Unterstützung durch Frank Zander, der jedes Jahr ein Dinner für Obdachlose veranstaltet, bei dem über 2000 Obdachlose bewirtet und beschenkt wurden. Viele Helfer, Spenden und Sponsoren waren nötig, um das zu ermöglichen und es ist toll, dass sich tatsächlich Menschen finden, die solche Aktionen unterstützen. Und irgendwie ist es schade, dass es eben ohne Spenden und freiwillige Hilfe nicht geht und diese oft auch ausbleiben.

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Da bekommt man doch glatt ein schlechtes Gewissen, oder ich zumindest, wenn ich in meine Schublade schaue, die bis oben hin überquillt mit verschiedenen Schals, Mützen, Handschuhen und ich dann am Ende meist eh nur die gleichen 2-3 Sachen trage. Luxus halt, nicht wahr? Und während ich das schreibe läuft die Heizung auf Hochtouren und die warme Tasse Kakao steht neben dem Laptop *kopfschüttel*. Aber wisst Ihr was? Ich werde jetzt an die besagte Schublade gehen und ordentlich aussortieren, die Sachen nehmen und zur Caritas bringen in der Hoffnung, dass der eine oder andere Schal einem anderen Menschen Wärme spendet…

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Welche Hilfsaktionen dieser Art kennt Ihr noch? Habt ihr schon einmal eine Unterstützt und wenn ja, in welcher Form? Was haltet Ihr von solchen Projekten und Einrichtungen?

[Fotos mit freundlicher Genehmigung von dem Fotografen Matthias Lindner. ]

6 Kommentare

  1. Bei uns in Kaiserslautern gibt es die „Glockenstube“. Da ist eine Tagesstätte wo sich Obdachlose tagsüber aufhalten können. Sie können dort Essen und meines Wissens nach auch Duschen und mal Kleidung waschen. Die Betreiberin hilft bei Behördengängen, Formularen und kümmert sich auch sonst um die Leute die dort zu Gast sind.

    Kurz vor dem Winter bringen wir immer Schals, Mützen und Handschuhe hin. Manchmal auch Duschgel, Schampoo und solche Sachen, oder eben auch mal ein paar Gläser Suppenpulver für die Küche dort.
    Bis zur Schwangerschaft habe ich auch immer extra Mützen und Schals gestrickt, dazu fehlt mir mittlerweile aber leider einfach die Zeit. Vielleicht kommt das mal wieder wenn Mini im Kindergarten ist.

    Zusätzlich dazu gibt es in Kaiserslautern das Christopherusheim der Caritas. Dort kann übernachtet werden, gegen einen kleinen Betrag und wenn man die Regeln gewillt ist einzuhalten.
    Vor ein paar Jahren, als es so ein eisiger Winter war, hatten die, wenn ich mich recht erinnere, auf den Betrag sogar verzichtet, damit niemand bei der extremen Kälte draußen sein musste.

  2. Das traurige ist, dass all die Angebote, die es gibt, noch lange nicht ausreichen und das es immer mehr Obdachlose gibt. 2013 schrieb ich über die Kältenothile, ein paar Aktivisten, die sich einmal in der Woche die Zeit genommen haben, um für die Obdachlosen zu kochen und die dieses Essen dann in der Nacht verteilt haben –> http://aquarium.teufel100.de/2.....t-spenden/ . Ich habe dort selbst auch Essen gespendet und einmal bin ich sogar Nachts noch losgefahren, um für einen Obdachlosen Schmerztabletten zu besorgen, zum Glück gab es da eine Apotheke, die auch Nachts noch offen hatte. Ich weiß natürlich, dass nicht jeder die Zeit hat, um Nachts loszugehen, um Obdachlose mit Essen zu versorgen, aber jeder, der die Zeit hat, sollte sich diese auch mindestens einmal nehmen und den Obdachlosen durchaus auch mal zuhören. Und ja, es gibt sicher auch Obdachlose, die ein wenig aggressiv reagieren, aber solche Menschen gibt es halt überall.

    Ansonsten gibt es auf Betterplace auch immer Projekte, die Spenden suchen:

    https://www.betterplace.org/de/projects/list?utf8=%E2%9C%93&search_form%5Bq%5D=K%C3%A4ltehilfe+Berlin&search_form%5Bscope%5D=all

  3. hm, ja, über so etwas denkt man leider viel zu selten nach. ich finde es gut, das es so hilfsbereite menschen gibt, die zeit und geld für fremde übernehmen. vielleicht sollte ich meine übrige kleidung das nächste mal auch gezielt an so eine organisation spenden. danke für’s erinnern!

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