Das ist doch Stress, kostet viel Zeit und verschwendet Lebensmittel #Bento

Brotdose

Wenn die Menschen die Brotdosen sehen, die ich jeden Tag für den Minihelden für die Schule packe, dann sind das vor allem diese Sätze, die ich dann in der Regel zuerst zu hören bekomme (siehe oben im Titel). Standard – Phrasen, die ich schon von früher kenne und die ich immer noch locker abwinken kann, denn wie immer gilt: Alles ist eine Frage der Organisation und Vorbereitung.

Das sieht ja nett aus, aber was für eine Verschwendung!

Um euch mal einen Einblick in das zu geben, was mir immer so gesagt wird, habe ich hier mal die häufigsten Sätze für euch aufgelistet.

  • So viel Aufwand nur dafür, dass dein Sohn das am Ende kaum bemerkt und einfach aufisst.
  • Viel zu viel Arbeit. Wann soll man das denn bitte schaffen?
  • Was macht man bitte mit dem ganzen Verschnitt, wenn du immer alles ausstichst? Da landen doch sicher einige Lebensmittel im Müll. Schade drum.
  • Ich hätte da gar keine Zeit für. Das geht doch nur, weil du zu Hause bist…

So oder so ähnlich sind die Gedanken mancher Mitmenschen und auf den ersten Blick kann ich sie auch irgendwie verstehen. Aber es kostet tatsächlich nicht viel, um einfach mal ein bisschen Kreativität in eine Brotdose zu stecken.

Mein Brotdose – Alltag für Euch im Überblick.

Um so manche Vorurteile mal auszuräumen, habe ich mal so einen Alltag für euch aufgeschrieben. Wie entsteht hier eine kreative Brotdose für die Schule?!

In der Regel mache ich tatsächlich nämlich das Meiste schon am Abend vorher. Tomaten, Weintrauben, eingepackte Lebensmittel. So etwas lässt sich bereits am Vorabend prima in die Dose legen und schon schön arrangieren.

Dann braucht es auch nicht aufwändig geschnitztes Obst und Gemüse. Mit einem banalen Keksausstecher und ein paar niedlichen Piekern kann man schon eine ganze Menge optisch erreichen. Gurke und Wurst in Sternenform macht schon ganz anders etwas her und wenn man der Wurst noch ein paar Augen verpasst, die einen am nächsten Tag freundlich anlächeln, steigt die gute Laune doch direkt, oder?

So muss ich früh am Morgen eigentlich nur noch das Brot schmieren, in Form bringen und ab in die Dose damit. Wurst und Käse zum Beispiel schneide ich auch lieber frisch zu, oder den Apfel, damit nicht die hässlichen Verfärbungen an den Rändern entstehen. Gurke kann man aber super schon abends vorbereiten.

Brotdose

Viele der Dinge, die ich gerne mit in die Dose packe, kann man schon im Kleinformat im Einkaufsladen kaufen und sind von der Dosierung her für ein sechs jähriges Kind eh sinnvoller. So gibt es Mini-Würstchen – oder Salami und Kinder lieben diesen Käse, der sich in Streifen ziehen lässt. Oder auch den allseits beliebten runden, roten. Ihr wisst, was ich meine, oder?

Milchreis und Co kann man auch bereits am Abend machen oder, so wie ich neulich, morgens, wenn man mal mehr Zeit hat. Zum Beispiel, weil eines der Kinder beschließt bereits um 4 Uhr morgens putzmunter zu sein.

Brotdose

Worauf ich also hinaus möchte: Es ist nichts, was wirklich viel Zeit braucht. Abends 5 Minuten, morgens 5 Minuten und mit ein paar einfachen Tricks hat man eine Brotdose gezaubert, die dem Kind in der Frühstückspause ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

Ja und was ist mit all dem Verschnitt?!

Naja, das ist das Los, das eine Mutter (oder der Vater, oder der kleine Bruder) zu tragen hat. Wenn man so etwas macht, muss man sich natürlich damit abfinden, dass der eigene Frühstücksteller ziemlich zerrupft aussieht *lach*. Das Heldenkind freut sich aber zum Beispiel immer sehr über die Randstücke der Gurke und mag am Liebsten alles, was übrig bleibt dann auch wirklich essen. 

Brotdose

Die Brotreste nehme ich und schon hat jeder etwas davon.

Und weiß mein Kind das alles überhaupt zu schätzen?

Definitiv. Nach eigener Aussage des Minihelden, ist seine Brotdose jeden Tag sein Highlight des Schultages. Seine Platznachbarn können es wohl immer kaum erwarten, bis er endlich seine Brotdose auspackt, weil sie gerne sehen wollen, welches Thema heute dominiert.

Tatsächlich ist es an manchen Tagen sogar so, dass der Miniheld das eine oder andere aufhebt, weil er es einfach zu schade zum Essen findet. Also geht unser Drama wohl eher in eine andere Richtung *lach*. Als er zum Beispiel das erste Mal die Delfine in der Brotdose hatte, wollte er sie nicht essen. Erst als ich ihm erklärte, dass wir viele verschiedene Ausstecher haben und ich ihm jederzeit neue Delfine machen könnte, war es für ihn ok.

Brotdose

Jeden Morgen besteht er darauf, dass ich alle Beweise, die auf den Inhalt der Brotdose hinweisen, beseitige, bevor er die Küche betritt, um sich nicht selber aus versehen zu Spoilern. Er möchte sich immer erst in der Schule gemeinsam mit seinen Freunden überraschen lassen. Etwas, das mich sehr glücklich macht.

Also ja, es mag vielleicht ein klein wenig mehr Aufwand bedeuten, aber nicht wirklich viel und ja, es ist definitiv die wenige Mühe mehr wert, denn mein Kind freut sich sehr darüber und ist absolut dankbar dafür, dass ich mir jeden Tag Gedanken mache, was wir heute für ein Thema in die Dose packen könnten.

sari-unter

14 Kommentare

  1. Ganz toll finde ich das! Wirklich! Ich habe früher von meiner Mama oder meinem Papa auch immer Muster in die Stulle geschnitten bekommen, in den 80ern. Das fand ich ebenfalls grandios und viel viel besser, als einfach nur Stulle! 🙂

  2. Ich finds total schön, wie viel Mühe du dir machst – selbst wenn du es gar nicht mehr als Mühe empfindest, weil du einfach gute Abläufe und Erfahrung hast.
    Gleichzeitig schade, dass es offenbar so viel Negatives dazu gibt, gerade wo eben nichts überflüssig im Müll landet. Dabei isst das Auge halt mit – und schön angerichtet sieht es in der Brotdose einfach netter aus!
    Liebe Grüße
    Caro

    • Sarah Kroschel

      Danke Dir. Es ist wirklich kaum Aufwand, weil man vieles nebenher und vieles auch schon vorher vorbereiten kann. Ich habe früher auch immer so gekocht, dass ich ein bisschen dafür für meine Brotdose abnehmen konnte usw.

  3. So einen Aufwand mit Förmchen hat meine Mutter nie betrieben, aber die Brotdose war trotzdem immer eine Überraschung, weil sie auch mal „Pizza-Brote“ gemacht hat – das war einfach belegtes Brot mit Käse und Salami – oder die Brote auch durchaus mal mit Schokokonfekt belegt waren. 😀 Und zur Ausbildung, als ich morgens um sechs Uhr aus dem Haus musste, hing jeden Morgen ein Erinnerungszettel an der Wohnungstür – mal mit Bild, mal mit Wortspiel, mal als Minirätsel – damit ich sie nicht im Kühlschrank vergesse im Tran. 😀

    Find ich ja supersüß von Deinem Knirps, dass er sich auf Teufel komm raus die Überraschung nicht verderben will und Du alle „Indizien“ beseitigen musst … ♥

    • Sarah Kroschel

      Ich finde auch und letztendlich lässt sich alles wiederverwerten, wenn man nur will.

  4. Boaaah, wie kann man nur so etwas sagen? Das verstehe ich wirklich nicht und ich kann es mir nur erklären, dass da evtl. Neid dahintersteckt. 🙁 Wenn jemand etwas gerne machen möchte, dann kann er sich die Zeit dafür nehmen.

    • Sarah Kroschel

      Es ist wie bei allem anderen auch: Man kann, wenn man nur möchte. Ich kann es aber auch verstehen, wenn jemand seine zeitlichen Prioritäten auf anderes legt. Aber dann muss man es nicht kritisieren, wenn andere das eben anders machen.

  5. Liebe Sari, du hast mir Lust gemacht wieder schönere Brotdosen zu packen, ich habe das total einschlafen lassen und bin da argh faul geworden. Wie du sagst: Alles eine Frage der Orga und eigentlich Abends gut vorzubereiten.

    LG Ella

    • Sarah Kroschel

      Sehe ich auch so. Ich werde sicher auch nicht immer Zeit und Lust darauf haben und irgendwann werden sich die Inhalte auch wiederholen, so dass es allen gut tut mal eine Auszeit zu nehmen, aber man sollte sich dennoch ab und an die Ruhe und die Zeit nehmen, um mit solch kleinen Gesten etwas Freude in den Alltag zu bringen.

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