Blogparade – Was Kinder zu oft zu hören bekommen… #zuoftgesagt

Sätze

Es gibt diese Momente, in denen wir uns ertappt fühlen. Wir zucken innerlich zusammen, direkt, nachdem wir es gesagt haben. Sofort, nachdem uns die Erkenntnis ereilt, dass wir gerade etwas gesagt haben, was wir nie sagen wollten. Wir haben uns in etwas wieder erkannt, was wir nie sein wollten. Oder mal ganz banal gesagt: „Wenn ich mal Mutter bin, dann werde ich das gaaaaanz anders machen“. Kommt euch das bekannt vor?

Du bist wie dein Vater/Mutter! Huch?!

Allem voran: Grundsätzlich ist es ja erst einmal nicht schlecht, wenn man seine Eltern in sich selbst wieder erkennt. Vor allem, wenn man zurück blickend doch eigentlich eine schöne Kindheit hatte, oder? Dennoch hat jeder von uns sicher einen Satz oder eine Methode im Kopf, die wir als Kind wirklich doof fanden und als Erwachsene selber niemals bei uns hören oder sehen wollten, oder?

Und dann ist da plötzlich dieser Augenblick, in dem genau das passiert: Ihr erkennt in euch einen Elternteil wieder. In meinem Fall sagt man mir zum Beispiel sehr gerne die ewig langen Standpauken und Predigten nach, die mein Vater so gerne gehalten hat. Wir haben sie gehasst. Sie dauerten ewig, wiederholten sich inhaltlich und letztendlich waren sie fast anstrengender, als wenn wir einfach einmal laut Ärger bekommen hätten. Ja, lange Standpauken kann ich. Viel reden. Ohne Punkt und Komma und gerne auch mal ohne direkt auf den Punkt zu kommen. Der Miniheld kennt das nur zu gut und verdreht manchmal schon die Augen.

Sätze, die wir viel zu oft zu unseren Kindern sagen.

Phrasen, Sätze, Dinge, die wir sagen und im selben Moment merken, dass wir das eigentlich gar nicht gut finden, was wir da gerade von uns gegeben haben. Ihr kennt das, oder? So Sätze, die unserem Kind in diesem Moment nicht wirklich weiterhelfen.

Sätze

Vor einigen Tagen habe ich euch schon auf Facebook mal die Frage gestellt, was für Sätze euch viel zu oft herausrutschen ohne das ihr es wollt. Mal ein kleiner Einblick gefällig?

„Warte kurz“ – Der Klassiker. Selten haben wir direkt Zeit, wenn das Kind ein Bedürfnis äußert. Wir halten es immer gerne erstmal dazu an, kurz zu warten. Aus Kurz wird nicht selten sogar ein lang und das Kind kommt inzwischen nochmal zu fragen.

„Du bist doch jetzt schon groß und kannst das alleine“ – Im Grunde wollen wir unserem Kind damit ja nur zeigen, dass wir wissen, dass es das eigentlich schon kann. Aber ist das in dem Moment hilfreich? Nehmen wir uns die Zeit das abzuwägen oder „ruhen“ wir uns vielleicht gar auf dieser Tatsache aus?

„Wenn du nicht ….dann…“ – Arrgh… ja, ich gebe es zu, das habe ich auch schon dann und wann gesagt. „Wenn du nicht gleich dein Zimmer aufräumst, dann darfst du deinen Film nicht schauen“ oder so. 

„Mama muss erst noch…“ – Klassische Vertröstungstaktik á la „Ich komme gleich“. 

„Ich zähle bis drei, dann…“ – Countdown anzählen. Es gibt diesen wunderbaren Spruch „Wenn das Kind mal herausfindet, dass nach 3 nichts passiert, bin ich geliefert!“. Mal ehrlich, kam es bei euch jemals soweit. Eigentlich erschreckend, dass das Anzählen so effektiv ist und jeder hat es bestimmt schon einmal genutzt, oder?

#Blogparade – Sätze, die ich viel zu oft von mir gebe und es eigentlich bereue!

Vielleicht mal ein toller Anlass, um eine kleine Blogparade zu starten? Was meint ihr? Ich bin neugierig: Welche Sätze sagt ihr viel zu oft und seid eigentlich nicht glücklich damit. Erzählt uns von solchen Momenten, in denen ihr etwas in euch wieder erkannt habt, was ihr eigentlich immer vermeiden wolltet. Als Hashtag nutzen wir #zuoftgesagt, damit wir uns alle wieder finden.

Ein Beispiel bei mir: Es gab eine Zeit, da habe ich fast täglich mehrmals „Komm, wir müssen uns beeilen“ gesagt. Es gab mal einen Augen öffnenden Artikel zu dem Thema, den ich leider nicht wieder finde. Darin ging es darum, dass wir unsere Kinder viel zu sehr durch den eh schon stressigen Alltag scheuchen und uns keine Zeit geben, die Dinge auf uns zukommen zu lassen und die Welt zu entdecken. Etwas, das besonders für Kinder unglaublich wichtig ist.

Sätze Nachdem ich diesen Artikel gelesen hatte, fing ich an uns und mein Verhalten zu reflektieren. Ich begann das Haus früher zu verlassen als nötig, damit die Kinder den Weg alleine gehen können und wir auch den Puffer haben, einfach mal stehen zu bleiben und zu schauen. Das haben die Kinder dankbar angenommen und ich selber war beim Verlassen des Hauses auch viel entspannter. Natürlich gelingt es nicht immer. Der Alltag ist oft besonders mit Kindern noch viel zu unberechenbar, aber es hat sehr geholfen, den Blick darauf ein bisschen anzupassen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn auch ihr den einen oder anderen Beitrag hierzu leisten würdet. Ich bin sehr gespannt auf eure Beiträge dazu.

sari-unter

10 Kommentare

    • Sarah Kroschel

      Es ist schon erschreckend, wie viele solcher Phrasen man bei sich findet, wenn man mal genau darauf achtet, oder? Aber wie du schreibst: Einsicht ist der erste Weg zu Besserung!
      Danke für’s Mitmachen <3

  1. Pingback: Typische Elternsätze zu oft gesagt - Hauptstadtpflanze

    • Sarah Kroschel

      Ja, man sollte an dieser Stelle wohl eher mal herausfinden, warum das Kind so ein Gesicht zieht, oder? Danke dir für’s Mitmachen <3

  2. Huhu! Ich würde auch gerne mitmachen, habe die Blogparade aber eben erst entdeckt ;) Nicht gefunden habe ich aber eine Frist…bis wann geht denn die Parade? Ganz liebe Grüße! Alex

  3. Pingback: "Mama, warte auf mich" - Von kurzen (langen) Wegen mit Kindern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.