Miniprojekt – Geisterkatze im Rahmen
Ohaaaaa… sie war tatsächlich mal wieder kreativ! Wie konnte das denn passieren? Das Ganze fand eigentlich schon… öhm.. ich glaube Ende Juli seinen Anfang, als ich durch den Laden stromerte und dabei mein Blick auf einen Rahmen fiel. Er war oben gebogen und unten gerade. Schwarz und mit einem dicken Passepartout! Ich weiß auch nicht. Er gefiel mir total gut und als ich ihn da so zwischen all den anderen Rahmen stehen sah, war mir sofort klar, dass dort ein Geisterbild rein gehörte.
Aber nicht einfach irgendwie irgendeines… ich wollte es gerne selber malen und sah in mir schon wieder die total krasse Künstlerin mit wunderschön stimmungsvollen Bildern in der Mache. Naja… ihr seht: Das Ganze hat dann doch nochmal ganz schön lange gedauert. Und ich bin auch ehrlich: Das Bild sieht nicht mal im Ansatz aus wie das, was ich an dem Tag vor Augen hatte. Aber gut, am Ende bricht eben doch wieder mein Stil hervor und die Künstlerin, die ich gerne wäre bin ich nicht. Aber ich glaube ich kann mit dem Ergebnis dennoch irgendwie zufrieden sein.
Wo wollte ich eigentlich hin?
Das frage ich mich manchmal, wenn ich so ein Bild anfange. Ich hatte so ein typisches stimmungsvolles Geisterbild vor Augen, wie man sieh überall sieht. Ein kleiner Geist mit Büchern in der Hand zum Beispiel. Oder auf einer Wildwiese von Kornblumen und Co umgeben. Auf einem Kürbisfeld wäre auch eine gute Idee gewesen oder auf einer Schaukel sitzend. Und immer mit einem dunklen, aber leuchtenden Hintergrund. So meine Visionen.
Am Ende bin ich meistens einfach nicht mutig genug mit so verdammt dunklen Farben zu arbeiten und lande dann doch wieder eher bei den helleren Tönen. So wie dieses Mal auch. Aber vielleicht versuche ich mich irgendwann einfach mal an einer weiteren Version. Das Gute an Bilderrahmen. Nichts ist fix.. ich kann das Bild ja jederzeit austauschen. Nicht wahr?
Den Anfang macht das Format
Gut, den Rahmen hatte ich also offensichtlich gekauft und mit nach Hause genommen, wo er nun seit Ende Juli im Wohnzimmer stand und mich tagtäglich vorwurfsvoll anstarrte. Er schrie regelrecht “Füll mich mit einem schönen Bild”. Der Platz, wo er hin sollte war ja auch direkt klar. Für mich zumindest… was der Mann dazu sagen würde… naja *lach*.

Mit Hilfe des Passepartouts wurde erst einmal festgelegt in welchem Bereich ich mich zeichnerisch bewegen konnte. Ich fand es total schön mich mal vom typischen Rechteck zu differenzieren. Die andere Frage war Marker oder Aquarell. Ich hatte wirklich kurz überlegt mal wieder die guten alten deckenden Marker hervorzuholen und wirklich Flächen deckend zu arbeiten. Am Ende siegte aber die Lust auf Rumgepansche mit Pinsel und Wasser (aka Wassertankpinsel) und die Aquarellpalette bietet einfach immer einen so schönen und inspirierenden Anblick, wenn sie da so neben einem liegt. Inzwischen komme ich auch ganz gut damit klar.

Nachdem das alles also klar war, der Rahmen vorgezeichnet und die Skizze stand, konnte ich loslegen. Als Motiv entschied ich mich nach einigem Hin und Her die beiden Wunschmotive miteinander zu verbinden. Die Geisterkatze zwischen den geliebten Maus-Kürbissen, die ich seit Wochen im Laden suche und nie finde. Ja, ich quäle mich gerne selber.
Dann lasst uns also loslegen…
Ich habe wirklich extrem großen Respekt vor Menschen, die vollkommen frei und locker malen können. Die über ihre Striche nicht nachdenken müssen und den Pinsel einfach schwingen. Ich merke immer wieder, dass ich mir da noch extrem selber im Weg stehe… aber zumindest habe ich gelernt in Schichten zu arbeiten und hier mit den Farben auch mal out of the box zu denken. Bilde ich mir zumindest ein.

So entsteht bei mir inzwischen in der ersten Phase die Aquarellvariante, in der ich verschiedene Farbschichten übereinander klatsche und mich so Stück für Stück vorwärts arbeite.

Ist diese Form von “Grundlage” dann fertig, dann greife ich immer noch am Ende zu meinen geliebten Aquarellstiften, mit denen ich schon vor 20 Jahren gerne gearbeitet habe. Früher habe ich immer Q-Tipps genommen, um die Farbe dann nass zu machen. Fragt mich nicht wieso, aber irgendwie konnte ich damit am besten Arbeiten. Heute ist auch hier der Wassertankpinsel mein bester Freund. Mit den Stiften arbeite ich dann ganz gerne immer nochmal ein paar Details ein. Und dieses Mal habe ich voll und ganz darauf verzichtet am Ende irgendwie noch Outlines mit dem Fineliner einzuarbeiten. Ein Schritt, der mir extrem schwer fällt, weil ich die harten Linien eigentlich immer ganz gerne mag. Aber ich wollte das Gesamtbild etwas weicher haben dieses Mal.
Zufrieden oder Unzufrieden. Das ist hier die Frage!
Grundsätzlich bin ich übrigens NIE zufrieden. Wirklich. Es gibt kein Bild, das ich am Ende anschaue und einfach nur massiv stolz drauf bin. Es ist eher immer ein “Wenn ich jetzt nicht aufhöre, dann verfranze ich mich darin total”. So ging es mir auch bei diesem Bild, denn ich fing an immer mehr und mehr daran nochmal rumzuwerkeln und meist macht man damit mehr kaputt als besser. So die Erfahrung. So bin ich zum Beispiel der Meinung, dass ich den vorderen Kürbis dadurch nachträglich total verhunzt habe. Mittendrin fand ich ihn eigentlich ganz gut und dann ist mir da wieder irgendwas… naja… nicht darüber nachdenken.

Auch das Laub wurde nicht so wie gewünscht und ich musste ja unbedingt am Ende doch nochmal die Kante der Umrandung farblich hervorheben. WARUM? Aber nun ist es so. Aber ich bin nicht nur unzufrieden. Sonst würde ich es euch ja nicht zeigen und ja, es hängt inzwischen auch an der Wand. Weil irgendwie finde ich es auch ganz gut. Ich hätte mich gerne getraut den Hintergrund dunkel zu gestalten, aber dazu fehlte mir der Mut. So schlimm finde ich meine Laubvariante dann auch wieder nicht und ja, das Gesicht des Kürbis ist schief und seltsam, aber welcher Kürbis ist perfekt? Hätte ich am Ende nochmal Spritzer mit dem Pinsel absichtlich drauf hauen müssen? Nein… aber irgendwie mag ich es auch… Erstmal darf es hängen und irgendwie finde ich die Geschichte – das alles auf einem Rahmen-Fundstück in einem Laden beruht – ja auch ganz witzig.
Und das Wichtigste: Ich habe mir mal wieder bewusst Zeit zum Malen genommen.


