Eine kleine Auszeit in Swinemünde
Natürlich habe ich euch von unserer kurzfristigen Auszeit letzte Woche noch ein paar Fotos mitgebracht. Ans Meer fahren ohne alles in sich aufzusaugen, das wäre doch komisch.
Unsere Wahl fiel dieses Mal auf die Hafenstadt Swinemünde in Polen. Da die polnische Ostsee ungefähr drei Fahrtstunden mit dem Auto von uns entfernt liegt, bietet sich das wirklich ganz wunderbar für eine kurze Auszeit an. Daher ging es damals auch schon für wenige Tage nach Misdroy für uns. Schöner Strand, gutes Essen und kein großer Aufwand beim Weg. Das sind wohl Idealvoraussetzungen, wenn man relativ unkompliziert kurz mal aus dem Alltag ausbrechen möchte.

Im Vergleich zu Misdroy damals sollte Swinemünde einen sehr langen und schönen Strand haben und da ich allem voran gerne einfach nur etwas Sand und Meeresrauschen wollte, war das ideal für uns. Und so ging es mehr als nur kurzfristig bzw. spontan vergangene Woche also für uns ans Meer.
Ein paar Impressionen von der polnischen Ostsee
Man muss leider sagen, dass das Wetter nicht so ideal mitgespielt hat, wie wir uns das erhofft hatten. Entweder etwas war nieslig oder sogar stellenweise richtig neblig. Das gab zwar vor allem morgens eine für die Halloweenzeit passende Atmosphäre, aber man konnte vom Meerblick-Hotelfenster tatsächlich nicht mal das Meer sehen *lach*.

Aber was pflege ich immer zu sagen: Lieber schlechtes Wetter und am Meer sein als schlechtes Wetter und zu Hause im Alltag festhängen.

Im Grunde kann man sagen, dass die zwei drei Tage, die wir dort waren vor allem aus sehr ausgedehnten Spaziergängen (und einem Vormittag auf einem Bolzplatz…was sonst) und gutem Essen bestand. Aber das ist ok, denn wir wollten einfach mal von all den Dingen zu Hause in Ruhe gelassen werden (und hatten deshalb auch alles Mögliche auf dem Handy auf Stumm gestellt).

Morgenspaziergang-Impressionen
Dennoch wollte ich einen Morgen mein Glück versuchen. Am Vortag hatte der Blick am Abend uns gezeigt, wo die Sonne ungefähr unterging und so konnte man erahnen, wo sie am nächsten Tag wohl aufgehen könnte. Und ich wollte gerne einen Spaziergang am Strand bei Sonnenaufgang machen. Hieß… 6.30 Uhr aufstehen. War aber kein Problem, denn der Mann und ich waren Dank Möwen-Wecker eh irgendwie wach und so schlüpften wir leise in Jacke und Schuhe und gingen früh am Morgen zum Strand runter, um uns die Ostsee-Luft um die Nase pusten zu lassen und der Sonne dabei zuzuschauen, wie sie nach und nach ihren Weg nach oben an den Himmel fand, während wir im rücken noch die großen nicht mehr ganz so runden Mond hatten.

Wir hatten tatsächlich auch Glück, denn an diesem Morgen war das Wetter genau für die Stunde, die wir spazieren gehen wollten, richtig schön und die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Erst als wir zum Hotel zurück liefen konnten wir richtig dabei zuschauen, wie eine dicke Wolkendecke von der Landseite auf das Meer gezogen kam und nach und nach alle Häuser und das Riesenrad an der Promenade verdeckten. Timing können wir scheinbar… denn für die restliche Zeit an der Ostsee gab es leider nur noch Niesel, Wolken und Nebel.

Stawa Młyny – Das Wahrzeichen von Swinemünde

Ich glaube tatsächlich, dass dies auch die erste Auszeit war, bei der ich mich nicht im Vorfeld informiert hatte, ob es irgendetwas in der Nähe geben könnte, was wir besichtigen sollten. Kein Schlechtwetter-Plan, nichts… Nur die Info: Längster Sandstrand. Das hatte mir schon gereicht. Es ging einfach alles so schnell mit der Entscheidung.

Daher war es wohl eher der Zufall, dass wir bei unserem Morgenspaziergang auf die Mühlenbake stießen, die – wie wir dann erfuhren – das Wahrzeichen von Swinemünde sein soll. Sie steht an der äußersten Spitze der Westmole und ist ungefähr 10 Meter hoch.



Eigentlich trieb uns nur die Neugier bis ans Ende des Strandes und schließlich den langen Steinweg bis hin zu der hübschen weißen Mühle. An dieser hing ein Informationsschild und irgendwie war das wirklich spannend. Aber auch der Blick auf die Ostsee war von dort nochmal richtig schön. Vor allem, weil die Sonne wirklich – wie erhofft – einen wunderbaren Job leistete.


Am Ende hatten wir also einfach eine gute Zeit
Und das ist das, worauf es am Ende ankommt. Nicht jeder hatte immer Lust auf das, worauf der andere Lust hatte, aber wir konnten uns bewusst Zeit füreinander nehmen, viel spazieren und gemeinsam zusammen sitzen. Etwas, zudem wir leider als Familie inzwischen wirklich selten kommen.


Da wir auch gar nicht viel mehr gemacht haben als das, keine weiteren Sehenswürdigkeiten der Umgebung besuchten und das wirklich coole Piratenschiff auch nur von außen betrachteten, was wir am Hafen entdeckten (man konnte damit wirklich fahren), gibt es dieses Mal auch gar nicht so viel zu berichten.

Nur über unseren Rückweg werde ich die Tage nochmal etwas erzählen, allerdings eher von einem Zwischenstopp, den wir in Stettin gemacht haben… aber dazu ein anderes Mal mehr.



