Sage mal, warum bist Du eigentlich so?

Wie mache ich das? Warum bin ich so eine ruhige Natur? Warum strahle ich so eine Gelassenheit aus? Warum wirke ich zufrieden?

Ein Kollege kam gestern auf mich zu und stellte mir diese Fragen. Am meisten gewundert habe ich mich über das “Zufrieden”, wo es doch in meinem Kopf arbeitet ohne Ende. Doch, ich bin zufrieden mit meinem Leben, ehrlich. Nur das eine oder andere könnte hier langsam mal klappen, denke ich mir ab und an mal. Ja, ich bin ein ruhiger Mensch, falle kaum auf, bin eher leise als laut. Zumindest bei anderen. Ich finde es schön, wenn man mir sagt, dass man selber ein bisschen ruhiger werden kann, wenn ich in der Nähe bin. Und ich finde es schön, wenn man mir dann auch noch sagt, dass das manchmal eine wahre Hilfe sein kann.

Ich war schon immer eher eine von den Ruhigeren. Ich war mehr in mich gekehrt und zog mich gerne mal in mein Schneckenhaus zurück. Früher, da haben mir Lehrer immer wieder gesagt, dass das nicht gut wäre. Dass ich mit dieser Einstellung nicht weit kommen würde. Und ich habe es ihnen geglaubt. Ich habe versucht mich mehr anzustrengen, mehr präsent zu sein, aber gelungen ist es mir nie so wirklich. Ich blieb ruhig. Selbst in der Ausbildung, wo man mir dann schon nahe legte, doch einen anderen Beruf zu lernen.

Man lernt mit der Zeit nicht mehr zuzuhören. Vor allem, wenn man weiß, dass es Menschen gibt, die genau diese Eigenschaft an Dir mögen. Man lernt sich nicht mehr über Dinge zu ärgern und es gelassener zu sehen. Vielleicht strahle ich deshalb auch ein bisschen diese Zufriedenheit aus.

Wenn ich bedenke, dass man mir damals gesagt hat, dass meine Stille und die Sucht nach Harmonie mir im Weg stehen würde und ich heute sehe, dass es genau diese Eigenschaften sind, die andere an mir zu schätzen wissen und die mich weiter gebracht haben, dann wird mir nur umso mehr bewusst, dass man manchmal ein Kind einfach so lassen sollte, wie es ist. Es ist ersteinmal eine Raupe. Der Schmetterling kommt dann später, aber ersteinmal muss man zulassen, dass die Raupe sich entwickelt. Sonst wird das nie etwas…

Und bis dahin bleibe ich so, wie ich bin, denn genau so bin ich richtig…denke ich.

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