Wie mein Kind das Fahrrad fahren lernte…

Wir wollten diese Bewegungsfreiheit ja schon früh mit dem Minihelden üben und da er schon mit 9 Monaten um den Couchtisch lief (sehr zum Entsetzen des einen oder anderen, die Knochen des Kindes, und Kinder dürften doch nicht so früh stehen und und und…unser wollte halt nicht wirklich lange krabbeln) und mit einem Jahr genau ohne Hilfe oder Hand selbständig laufen konnte, bekam er von uns zu seinem 1. Geburtstag sein erstes Laufrad. Noch so ein breites mit zwei Rädern hinten und einem vorne, so dass es nicht so ohne Weiteres umfallen kann. Mit zwei Jahren wurde es dann durch ein normales Laufrad ausgetauscht und mit Begeisterung genutzt. Anfänglich noch zögerlich, doch später voller Elan und mit einem Tempo, dass einem die Knie schlotterten als Mutter. Wahnsinn, wie schnell Kinder den Dreh raus haben und mit so etwas Simplen wie einem Laufrad rasen können, als gäbe es kein Morgen mehr. Das hat uns schon den einen oder anderen Nerv damals gekostet *lach* . Es stand also fest, dass wir ziemlich bald auch auf ein normales Fahrrad umsteigen wollten.Wir hatten sogar Glück und schlugen ein megamäßig gutes Schnäppchen via Kleinanzeigen und kauften ein wunderbar erhaltenes, gebrauchtes Puky für wirklich wenig Geld, nur…und jetzt kommt es… die Stützräder mussten wir noch nachkaufen.

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Stolz wie Oskar am 2. Geburtstag mit Laufrad

Njaaa…heute denke ich manchmal, dass wir einfach nur faul waren. Stützräder als Nachfolger auf ein Laufrad, ob das so eine gute Idee war. Aus meiner damaligen Sicht, also bei einem 3 Jahre alten Jungen, fand ich das absolut in Ordnung. Ich habe auch mit Stützrädern meine ersten Jahre auf dem Fahrrad verbracht. Ich sagte mir, dass es mir erstmal wichtig war, dass mein rasendes Kind zuerst einmal verstehen sollte, wie man damit lenkt und die Bremsen richtig benutzt, denn das fiel ihm sichtlich schwer. Das Laufrad hatte nämlich keine Bremsen und somit fehlte ihm diese Erfahrung. Ich muss zugeben, natürlich war es deutlich bequemer mit ihm durch die Gegend zu fahren, wenn er die Stützräder dran hatte. Man konnte einfach spontan eine Runde um den See drehen und er konnte super mithalten. Anders hätten wir erstmal ewig noch das Fahren mit ihm üben müssen… Und das war nicht einfach so mal mittendrin machbar, da man dafür ja dann immer extra die Stützräder hätte abmontieren müssen und und und…. Zum Ende des Sommers hin wollte ich es dann doch versuchen und wir schraubten die Räder ab.

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Ein Jahr später das erste Rad mit Stützrädern…

Das Resultat war sehr wackelig. Nachdem der Miniheld einen Sommer lang mit Stützrädern gefahren war, hatte er sich vollständig vom Gleichgewicht halten her auf sie verlassen. Was beim Laufrad selbstverständlich gewesen war, das Fahrrad nämlich immer gerade zu halten, war irgendwie im Sande verlaufen und aus heutiger Sicht denke ich, ich hätte da vielleicht auch selber motivierter sein müssen und die ollen Stützen gar nicht erst ins Spiel bringen dürfen…

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Jetzt sind wir groß, jetzt schaffen wir es ohne Stützräder…und sind für jegliche Unfälle gerüstet!

 

Und andererseits denke ich, war der Zeitpunkt für dieses Jahr, es ohne Räder zu versuchen, deutlich besser als im letzten Jahr, denn jedes Kind ist da ja auch anders und muss ja auch offen für solche neuen Erfahrungen und Skills sein. Und im letzten Jahr war der Wunsch des Minihelden zwar da, die richtige Motivation irgendwie nicht, denn die paar Versuche, die wir im letzten Jahr hatten, die endeten immer mit einem schnell lustlosen und frustrierten Kind. Das ist dieses Jahr irgendwie anders…

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Gleichgewicht halten…der Held hilft noch ein wenig…

Der Miniheld ist nun vier und wird ein großer Bruder. Die Kinder aus seiner Kita können teilweise schon Fahrrad fahren und das sieht und weiß er und er weiß auch, dass er nicht mehr lange im Fahrradsitz bei Mama sitzen kann. Zum Einen wird er langsam zu groß dafür und zum Anderen wird der Platz im nächsten Jahr von jemand anderem beansprucht werden und wie er immer selber betont: Er gehört jetzt zu den Großen und das wiill er unbedingt auch beweisen. Nach nur einer halben Stunde mit dem Helden und dem Fahrrad bei schönem Wetter wurde ich nach unten gerufen, um mir die Fortschritte anzuschauen und Ihr könnt mir glauben, ich habe damals ehrlich nicht schlecht gestaunt, als da auf einmal ein strahlender Miniheld, wenn auch etwas wackelig, aber megastolz an mir vorbeifuhr, während der Held neben ihm herjoggte. Nach nur 30 Minuten…unglaublich. Und der Ehrgeiz ergriff den Minihelden…

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Klappt schon ganz gut, nur am Anfang brauchte es noch etwas Hilfe

Zwei Tage später der nächste Versuch. Rasen um die Kurven, immer noch leicht wackelig, aber wahnsinnig schnelll….dritter Versuch…wir bremsen und halten an wie ein Weltmeister und noch am Ende des Tages kann der Miniheld sich auf einmal auch alleine abstossen und losfahren. In nur drei Tagen das Fahrrad fahren gelernt…ihr könnt Euch vorstellen, wie megastolz ich auf meinen großen Jungen bin und nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde. Nach nur einer Woche wagten der Held und der Miniheld den ersten richtigen Versuch einer gemeinsamen Tour um den See, die der Held sonst immer alleine joggen geht. Nur dieses Mal ging er eben joggen und sein Miniheld fuhr stolz nebenher…ich als Sicherheitsanker hinterher, um im Notfall auszuhelfen.

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Jaaaaa…er fäääääährt! Familie Mondgras platzt vor Stolz!

Meine anfängliche Sorge, dass ich mit den Stützrädern alles versaut haben könnte, verfiel zu Staub, denn nun bin ich mir sicher, dass der Miniheld nur die nötige Motivation brauchte und die war im letzten Jahr einfach noch nicht da. Dafür hat er im letzten Jahr an vielen anderen Fähigkeiten gewonnen und für dieses Jahr stand halt nun das Fahrrad auf dem Plan und ich freue mich schon auf die eine oder andere kleine Tour mit ihm und wer weiß, vielleicht ist in ein paar Jahren er derjenige, der dann seinem kleinen Bruder das Radfahren beibringen wird…

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Kategorie Heldenkinder

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

14 Kommentare

  1. Toll, das er nun Rad fahren kann. Die Bilder sehen toll aus.

    Der große Krümel hat auch mit 4 und ein bisschen den Dreh mit dem Rad rausgehabt. Letztes Jahr im Herbst auf einmal. Vorher liebte er sein Laufrad viel zu sehr und hatte auch keine Lust zu üben. Und auf einmal hat es Klick gemacht. Wir haben allerdings direkt ohne Stützräder angefangen. Aber nach zweimal üben hatte er es auch raus und konnte auch recht fix selbst anfahren und nu radelt er hier immer fröhlich zum Kiga oder so durchs Dorf etc…
    Mittelerweile überlege ich für weitere Touren eine Tandemstange zu holen. Denn beide im Anhänger wird langsam anstregend. Was letztes Jahr noch ein leichtes war.

    • *lach* Das glaube ich, ich glaube mit so etwas fange ich gar nicht erst an. Mit der Tandemstange zieht man das Kind quasi mit, oder?

  2. Super!!! Da ist man mächtig stolz oder?
    Bei uns waren auch erst nach Laufrad Stützräder dazwischen. Dann hab ich auch erst kurz gezweifelt, ob es ne gute Idee war. Er wollte dann überhaupt nicht ohne fahren.

    Als wir es dann doch mal versuchten, weil wir das Gefühl hatten, das es der richtige Zeitpunkt war, sind wir auf einen Schulhof zum üben. Noch in dem Moment, wo wir uns kurz besprechen, wer ans Rad geht und wer aufpasst, sitzt das Kind auf dem Rad und fährt…. *kicher*

    Vorher hatten wir für längere Strecken noch einen Nachläufer, ich weiß nicht, ob du den kennst? Wird an der Sattelstange des Elternrades gehangen und das Kind kann selbständig mittrampeln. Der war toll und nicht wackelig. Diese Tandemstangen finde ich ich persönlich zu wackelig.

    Nun ja, aber die Zeit ist ja nun rum. Mittlerweile können wir stundenlang durch die Gegend fahren.

    LG
    Anke

  3. Klasse! Ein Fahrradfahrer in der Familie mehr.
    Ich denke ja immer, dass jede Familie und vor allem aber jedes Kind für sich entscheiden muss, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie es am besten geht.
    Unsere drei sind auch alle unterschiedlich mit dem Radfahren angefangen (die Große mit 3, der Mittlere mit 4 und die Kleine Madame mit 2,5 Jahren), allerdings alle direkt vom Laufrad aufs Fahrrad ohne Stützräder. Das Bremsen hatten sie mit einer Rücktrittbremse relativ schnell raus und lenken und Gleichgewicht kannt sie ja schon vom Laufrad.

    • Das stimmt natürlich und ich bin mir ziemlich sicher, dass es letztes Jahr einfach noch nicht soweit war, dennoch denke ich wir hätten da etwas anders machen können in Bezug auf die Stützräder ;)

      • Hey es hat doch jetzt super geklappt. Was willst du mehr?
        Der Sohnemann wollte auch schon mit drei unbedingt aufs Fahrrad, aber das mit der Koordination passte irgendwie nicht. Also haben wir in vertröstet und es später nochmal probiert.
        Es ist doch immer ein ausprobieren. Wer weiß schon wie es „richtig“ ist. Und wenn du es beim zweiten Kind nun jetzt haargenauso machst, heißt es ja auch nicht, dass das Kind es genauso gut oder schlecht kann wie der Miniheld. Jeder ist da anders und ihr habt es nach eurem besten Wissen gemacht.
        Er fährt und freut sich nun, und nichts anderes zählt. Nicht soviele Gedanken machen du liebe.

  4. Ach, ich glaube, wir Mamas machen uns immer viel zu schnell „´nen Kopp“. Selbst wenn du es mit den Stützrädern „versaut“ hättest – nun fährt er ja doch :-)
    Und das in nur 3 Tagen ♥

  5. Bei uns war damals, als unser Sohn 3 war, der nächste Schritt nach dem Laufrad erstmal ein Kettcar mit Pedalen, weil ich gelesen hatte, das Stützräder eher die Unfallgefahr noch erhöhen können, z.B. an Randsteinen. Kettcars können fast nicht umfallen und damit konnte er sich erstmal schön austoben und sich ans Treten und Herumfahren gewöhnen. Danach ging die Umstellung auf ein richtiges Fahrrad auch relativ leicht und heute fährt er auch wie ein Ass :)

    • Sarah Kroschel

      Also auf die Idee ein Kettcar zu nehmen wäre ich ehrlich gesagt niemals gekommen *lach* Interessant.

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