[Blogparade] Chaos im Kinderzimmer

Muaaah, war ich als Kind genervt, wenn meine Mutter wieder in der Türe stand, in der einen Hand den Staubsauger, in der anderen ein Putztuch mit diesem typischen „Jetzt wird hier aber aufgeräumt“-Blick. Ich war nämlich ein extrem unordentliches Kind und kam der Aufforderung zum Aufräumen eher selten nach. Das ging so weit, dass meine Mutter irgendwann mal einen leeren Karton in mein Zimmer stellte mit den Worten: Wenn bis morgen nicht aufgeräumt ist, kommt alles, was hier rumliegt in die Kiste und wird Kindern geschenkt, die kein Spielzeug haben können. Die gehen sicher ordentlicher damit um… Purer Weltuntergang, das könnt Ihr mir glauben. Als Teenager war ich nicht minder ordentlicher, aber da hatte ich ein Zimmer auf dem Dachboden und da kam meine Mutter quasi nie hin und was sie nicht sah, das störte sie auch nicht und so ließ ich mein Zimmer so richtig versumpfen, bis ich irgendwann nur noch über die Wäscheberge klettern konnte. Das öffnete mir dann die Augen und ich begann eine gewisse Ordnung in meine 10qm zu bringen, die ich mein eigenes Reich nannte. Die hielt mal mehr, mal weniger gut an…

Auch heute würde ich mich nicht unbedingt als einen ordentlichen Menschen bezeichnen. Im Chaos lebt die Kreativität und das lebe ich voll und ganz aus, auch wenn die Unordnung von heute absolut nicht mehr mit dem Chaos von früher zu vergleichen ist. Es ist eher eine unterschwellige Unordnung, denn auf den ersten Blick finden die Leute es dann doch meistens gemütlich bei uns *lach*. Wenn ich dann Freunde besuche und da liegt dann mal noch die unzusammengelegte Wäsche rum oder das Waschbecken ist voller Geschirr, dann bin ich meist einfach nur froh zu sehen, dass das durchaus ok so ist und wenn unsere Gastgeber sich dann für dieses „Chaos“ entschuldigen, pflege ich eigentlich immer zu sagen, dass mir das tausend Mal lieber so ist, da es authentischer ist, als wenn ich in eine extra für unseren Besuch geleckte Wohnung komme… So viel also zu meiner Einstellung zu mir selber…

Aber wie ist es bei den Kindern. Durch meine Arbeit als Erzieherin, wo ich nach jedem Arbeitstag erstmal damit beschäftigt war den Gruppenraum wieder aufzuräumen, damit wir am nächsten Tag bei 0 wieder anfangen konnten, habe ich es wohl ein bisschen verinnerlicht, dass ein Kinderzimmer eine Art Funktionsraum ist. Es sollte eine Ruhe-, eine Spiel- und eine Kreativecke haben und diese Bereiche sollten auch irgendwie immer aufgeräumt sein. Das Kind braucht Flächen, wo es dann aber auch Sachen einfach mal für die nächsten Tage stehen lassen kann und ganz wichtig: Man sollte sich im Zimmer gefahrlos bewegen können. Auch im Wohnbereich ist eine Spielecke absolut ok, denn es spricht ja nichts dagegen, dass die Kinder auch einfach mal in unserer Nähe sein wollen und gebastelt wird meist eh zusammen am Esstisch. So viel also zur Theorie.

In der Praxis sieht es an den meisten Tagen natürlich eher so aus:

zimmerordnung

Und wenn ich mir die Blogparade von Bella anschaue, dann ist das der Standartanblick eines normal genutzen Kinderzimmers. Das Internet heute vermittelt uns ja das Bild von perfekt und liebevoll gestalteten Kinderzimmern und hachja…ich hätte für meine Kinder auch gerne solche skandinavischen Designwunder…aber sind wir mal ehrlich: Wenn ein Kind sein Zimmer so richtig nutzt, also als das, wofür es gedacht ist – zum Spielen, Ausleben, Kreativ sein, selber finden – dann muss es so aussehen wie auf dem Bild oben, denn das zeigt uns doch auch nur, dass das Kind mit seinen Sachen phantasievoll aktiv war, oder?

Natürlich hat sich im Laufe der Jahre das Kinderzimmer des Minihelden stark verändert und mehr und mehr seinen Interessen angepasst. Habe ich am Anfang alles in Schränken und Kisten untergebracht, bin ich inzwischen dazu übergegangen gerade die Sachen, die gerne und viel genutzt werden in durchsichtige Kisten zu packen, die man auch mal stapeln kann, denn dann sieht das Kind auf den ersten Blick wo was ist. Unser Kinderzimmer hat natürlich eine Bau- und eine Ruheecke, einen Tisch wo man gemeinsam mit Freunden was machen kann, aber auch einen Tisch, wo der Miniheld für sich arbeiten kann und Spielzeug, das eher selten genutzt wird befindet sich in Schränken. Das ist vollkommen legitim alles und soll so sein, denn ich möchte ja, dass sich mein Kind frei entfalten kann…

Trotzdem erwische ich mich abends dann manchmal beim Gute-Nacht-Sagen dabei, dass ich meinen Blick durch’s Kinderzimmer schweifen lasse und mir ein „Oh mein Gott, wie sieht es hier aus“ rausrutscht, während ich meinen Kletterparcour zum Bett bewältige. Das sind dann doch die Momente, wo ich den Minihelden bitte aufzuräumen und wenn ich sehe, dass er das auch wirklich macht, setze ich mich auch gerne dazu und helfe ihm dabei. Auch wenn sich Spielbesuch ankündigt erwarte ich erstmal eine gewisse Ordnung, die erlaubt das Kinderzimmer vernünftig zu nutzen. Aber ansonsten…nun ja.. es ist ein Kinderzimmer, nicht wahr?

Und wie sieht es mit dem Ausbreiten im ganzen Haus aus? Nun ja,bis zu einem bestimmten Punkt ist es ok, wenn sich auch mal Spielzeug im Wohnzimmer befindet. Gerade in der dunklen Jahreszeit habe ich dem Minihelden oft seinen Spieltisch ins Wohnzimmer gestellt, damit er viel bei uns sein kann, aber da achte ich dann schon drauf, dass es sich mehr auf einen Bereich beschränkt. Auch wenn es nicht immer einfach ist ;)…

Und? Wie handhabt Ihr das so?

sari-unter

Kategorie Blogsphäre, Heldenkinder

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

2 Kommentare

  1. passend dazu heute mein instagram-bild. lolol. das fängt ja schon unter nem jahr an. und seien wir ehrlich, irgendwie ist es ja auch normal, dass die kleinen monster zu nem gewissen teil ihren wohnbereich einnehmen. mein motto – lieber zeit mit dem kind verbringen also immer nur aufzuräumen. eine wohnung ist kein museum sondern ein wohnraum. allerdings so eine grundordnung ist schon hilfreich.

  2. Haha, jaaaa, ich habe jetzt das erste Mal einen richtigen Schock bekommen, als zwei Muttis aus der Krabbelgruppe mit ihren Jungs da waren und die drei Zweieinhalbjährigen alleine im Kinderzimmer „gespielt“ haben. Wow, das hatten wir vorher so noch nie! ; )

    Ansonsten bin ich was das betrifft ganz schön abgebrüht dafür, dass ich früher selber nie aufräumen wollte. Oder gerade deswegen. Mir macht es (bisher) Nichts aus das Kinderzimmer nach dem Bombeneinschlag eben schnell mit wieder herzurichten oder das auch mal alleine zu machen.
    Momentan ist das meiste Spielzeug (bis auf Kinderküche, die meisten Bücher, Verkleidungen und Zelt voll mit Kuscheltieren) sowieso im Wohnzimmer untergebracht. Auf dem Esstisch sind dauerhaft Malblock und Stifte beheimatet, im Bücherregal befinden sich mehr Kinderbücher und Spiele als alles andere, auf den Fensterbänken stehen immer mal wieder verschiedene Spielfiguren, auf der Couch lümmeln sich Kuscheltiere und in ihrer Spielecke stehen drei große Kisten voll mit Spielzeug.
    Natürlich wird sich das aber sicherlich ändern, wenn das Töchterchen älter wird.

    Liebe Grüße
    Nicole

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