Ein Monat Glückstagebuch – Ein erstes Fazit

Tagebuch

Es ist noch gar nicht so lange her, da erzählte ich Euch, dass der Miniheld seit einiger Zeit ein Glückstagebuch führt. Nachdem sein erstes Heft nun tatsächlich voll ist, dachte ich, wäre es an der Zeit, mal ein kleines Fazit zu ziehen. Schon alleine deswegen, weil viele von Euch die Idee gar nicht mal so schlecht fanden. Da interessiert es Euch sicher auch, was sich seit dem Glückstagebuch bei uns getan hat.

Wie das Glückstagebuch ein fester Bestandteil des Abendrituals wurde!

Anfänglich haben wir mal mehr, mal weniger daran gedacht vor dem Einschlafen das Buch zu führen. Auch fiel es dem Minihelden jeden Abend ziemlich schwer sich den Tag ins Gedächtnis zu rufen, um sich an die Dinge zu erinnern, die ihm Spaß oder die ihn glücklich gemacht haben. So war es teilweise eine regelrechtes “Aus der Nase ziehen”, wenn ich ihn durch viel Nachfragen Stück für Stück an die Tagesereignisse heranführte.

So befinden sich auf den ersten Seiten meist eher wenige Punkte, die wir notierten. Im Laufe der Zeit fiel es dem Minihelden aber immer leichter den Tag zu reflektieren und Punkte zu nennen, die ihm wichtig waren. So wichtig, dass sie definitiv in sein Tagebuch gehörten.

  Glückstagebuch

Jeden Abend, den gesamten letzten Monat, saßen entweder der Papa oder ich an seinem Bett und ließen uns von ihm die Dinge aufzählen, die wir für ihn notieren sollten. Man merkt, dass ihm das irgendwann wirklich wichtig geworden ist.

Neben seinem Bett liegen nun immer ein gelber Stift für die Sterne, die den Tag bewerten sollen, und ein Bleistift für die Notizen bereit.

Und plötzlich war das Glückstagebuch voll!!!

“Mama, was mache ich nur, wenn wir keine freien Seiten mehr haben”, fragte mich der Miniheld eines abends und ich versicherte ihm, dass ich mir etwas einfallen lassen würde. Spätestens da wurde mir klar, dass ihm dieses kleine Ritual sehr ans Herz gewachsen war.

Nachdem das Heft dann tatsächlich voll war, nahm ich mir eine halbe Stunde mehr Zeit für das zu Bett bringen und ging mit ihm Seite für Seite nochmal durch. Bevor wir das Glückstagebuch anfingen, gab es einige Punkte, die den Minihelden immer wieder mal stark verunsicherten, wenn nicht sogar Angst machten oder Unlust in ihm hervorriefen.

Glückstagebuch

Besonders spannend war bei der gemeinsamen Auswertung, dass wir nun genau diese Punkte nahezu jeden Tag in seinem Büchlein vorfanden. Nicht, weil sie ihm Angst gemacht hatten, sondern weil er dort sehr viel Spaß hatte. Die Erkenntnis, dass alles eigentlich gar nicht schlimm und doof, sondern eher sogar das war, was ihn glücklich machte, sorgte beim Minihelden erst einmal für großes Staunen. Damit hatte er nicht gerechnet und bei mir huschte doch glatt ein kleines wissendes Grinsen über das Gesicht. Dachte ich es mir doch.

Insgesamt gab es bei 1 1/2 Monaten nur zwei Tage, die eine nicht ganz so gute Sterne Bewertung erhalten hatten und ansonsten fanden sich immer genug Dinge, die ihn glücklich gemacht hatten, so dass es am Ende des Tages im Endeffekt immer ein positiver Tag für ihn war. Und meist waren es nicht mal irgendwelche großen Sachen, sondern eher die Kleinigkeiten im Alltag. Ich persönlich finde ja ganz besonders diese Erkenntnis sehr wichtig. Nicht nur für den Minihelden, sondern auch für mich. Es ist oft nicht viel nötig, um einem Kind ein gutes Gefühl zu bescheren.

Noch lange kein Ende in Sicht! Unser neues Glückstagebuch!

Nachdem dieses kleine “Experiment” so gut gelaufen ist, habe ich nun ein altes Notizbuch von mir hervor gekramt. Irgendwie habe ich immer Notizbücher im Haus, die nicht wirklich genutzt werden. Wir übernehmen einfach das Prinzip aus dem alten Buch und schreiben dort nun jeden Tag rein, was alles schön war und der Miniheld kann es dann mit Sternen bewerten.

Glückstagebuch

Ich weiß wirklich nicht, ob es an dem Glückstagebuch liegt oder einfach am Wetter, dem Alter oder an etwas ganz anderem, aber ich habe das Gefühl, dass sich im Minihelden stark etwas verändert hat. Besonders in letzter Zeit gibt es so viele positive Dinge, die uns an ihm aufgefallen sind. Dinge, die ihm vorher nicht unbedingt leicht fielen oder die uns stark beschäftigt haben. Er wirkt ausgeglichener, selbstbewusster und mutiger bestimmten Situationen gegenüber. Hat sich mehr getraut und auch mal Sachen gemacht, die er eher nicht so mag. Es ist eine tolle Entwicklung, die nicht nur uns, sondern auch anderen aufgefallen ist und ich freue mich sehr das zu beobachten.

Natürlich war unser Kind schon immer toll, aber wie jedes normale Kind, hat auch unseres Hürden und Unsicherheiten, die es zu bewältigen hat und diese fallen ihm aktuell deutlich leichter, als noch vor ein paar Wochen. Sei es nun durch dieses gemeinsame Reflektieren durch das Tagebuch oder durch vollkommen andere Einflüsse… mich macht das alles aktuell sehr glücklich und ich bin gespannt, wie es weiterhin laufen wird.

In dem Sinne: Glückstagebücher sind für jedes Alter was. Man muss nicht unbedingt so wie wir alles aufschreiben. Alleine schon darüber zu reden, kann zu einem viel ruhigeren und entspannten Schlaf verhelfen und für ein besseres Gesamtgefühl sorgen. Ich kann es wirklich nur empfehlen!

sari-unter

Ein Kommentar zu „Ein Monat Glückstagebuch – Ein erstes Fazit“

  1. ich glaube, gerade das reflektieren – vor allem jetzt so kurz vor dem
    nächsten grossen grossen schritt – ist wohl super. denn wenn man mitkriegt, dass oft später die dinge, bei denen man am anfang etwas unsicher und ängstlich war, die tollsten sind, ist man ja neuem noch aufgeschlossener und das hilft wiederum die zu noch besseren erlebnissen zu machen. ich denke, sobald unsere maus das versteht, werden wir die idee auch mal aufgreifen. ob mit extra buch oder notizbuch… das reflektieren vorm schlafen, ist in jedem fall ne gute sache, vor allem, wenn man sich aufs positive konzentriert.

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