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Experiment Sari wird zur Tee Trinkerin

Mit Beginn des Herbstes oder eher erst Winters letzten Jahres hatte ich euch schon erzählt, dass ich versuchen wollte mich zu einer Tee Trinkerin umzuerziehen. Das klingt sicherlich für den einen oder anderen etwas seltsam, aber das hatte verschiedene Gründe. Nachdem ich in letzter Zeit so oft diverse Tassen (oder eigentlich immer die drei Lieblingstassen im Schnitt) in meinen Beiträgen hatte, dachte ich, wäre das doch mal eine gute Gelegenheit mehr über den Hintergrund zu erzählen und zu schauen, wie das Experiment in den letzten Wochen so verlaufen ist. Vielleicht habt ihr ja auch noch am Ende den einen oder anderen Tipp für mich.

Warum Tee trinken für mich eher schwierig war

An Tee ist ja grundsätzlich erst einmal nichts verkehrt, oder? Allerdings habe ich noch nie wirklich welchen getrunken, es sei denn ich war krank. Sobald Husten oder Halsschmerzen auftraten hieß es direkt “Trink einen Tee” und ja, genau diesen Satz bekommen auch heute noch meine Kinder von mir zu hören beim ersten Räusperer in Richtung Erkältung. Als der große Sohn klein war, da war Salbei mit Fenchelhonig das Einzige was half. Blöderweise neigt er nämlich immer zu heftigen Hustenphasen, die auch lange an halten und Salbeitee half hier wirklich gut. Schmeckt nur leider gar nicht.

“Inzwischen finde ich ihn gar nicht mehr so schlimm”, sagte der Sohn neulich mal, “ich hab mich einfach dran gewöhnt”.

Was schließen wir also daraus? Diese Familie verbindet Tee trinken vor allem mit einem bestimmten Zustand… Erkältung. Tee als Genussmittel, das war hier eher selten bis nie ein Thema, auch wenn ich mir durch die Geek Gear Boxen sogar mal ein Teeei angeschafft hatte, denn in den Boxen gab es immer lose Teemischungen, die ich nie getrunken habe.

Warum also zur Teetrinkerin werden wollen?

Wie kam ich also auf die Idee mir das antrainieren zu wollen, wo ich doch eigentlich so null Leidenschaft für Tee empfinde, wenn es nicht gerade sein muss? Mal so am Rande erwähnt: Meine bevorzugten Teesorten bei Krankheit sind Spitzwegerich und Thymian, der kleine Sohn liebt seit der Kita Pfefferminztee.

Den Entschluss fasste ich aus zwei Gründen: 1. Ich trinke gnadenlos zu wenig am Tag und 2. die kalte Jahreszeit stand bevor und ich wollte nicht immer auf die Idee kommen mir eine warme Milch mit Honig oder gar einen warmen Kakao zu machen, um mich von innen zu wärmen (wenn Decke und dicker Pulli nicht ausreichen wollen). Klingt erstmal alles gar nicht so spannend, oder? Aber besonders der Punkt mit dem zu wenig trinken ist bei mir ja immer ein ziemlich großes Thema und muss mehrmals im Jahr in Angriff genommen werden. Wenn mich nichts ans Trinken erinnert, dann komme ich auch locker mal den ganzen Tag aus ohne groß Flüssigkeit zu mir genommen zu haben und das ist leider gar nicht gut (zumal es sich dann irgendwann auch durchaus in einem Migräneanfall ausdrückt). Also bin ich das Thema angegangen…

Schritt 1: Verschiedene Teesorten testen

Da stand ich also… in der Teeabteilung unseres Einkaufsladens. Eine gute Marke war gerade im Angebot und ich stöberte mich durch die vielen, vielen Sorten… unschlüssig, was ich nehmen wollte. Klar, fruchtig sollte es vielleicht sein. Keine Kräuter. So viel stand fest. Am Ende griff ich nach Blaubeere, Limette und Mango. Ich wusste, dass ich das zumindest so als Saft durchaus trinken würde. Achja und einen Früchtetee mit Waldfrüchten nahm ich mit.

Tee
Erstmal Tee trinken

Limette erinnerte mich direkt an die Zitronenbonbons, die meine Männer im Winter gerne lutschen, wenn sie einen kratzigen Hals haben und das war irgendwie irritierend. Mango war mir irgendwie zu… na vielleicht ist das eher etwas für den Sommer. Was mir aber tatsächlich auf Anhieb gut schmeckte, das war die Blaubeere, die nicht so mega süß, aber dennoch geschmacklich intensiv war. Wenn man nach so einer einen normalen Früchtetee trinkt, kommt einem der süß wie Gummibärchen vor. Brrr…. Erkenntnis also an dieser Stelle: Es darf nicht zu süß sein (und in mir keimte die Frage auf, wie man sich da echt nochmal zusätzlich Zucker reinmachen kann – aber ich mag eh süße Getränke nicht so sehr).

Schritt 2: Eine Regelmäßigkeit entwickeln

Und das ist ja in meinem Fall eigentlich die viel größere Herausforderung, nicht wahr? Gut, nachdem ich also ein zwei Sorten gefunden hatte, die ich ganz gut trinken konnte (Blaubeere und ein zwei Früchteteesorten und auch Hagebutte klappt ganz gut), ging es nun darum eine Art Regelmäßigkeit zu entwickeln. Dabei musste ich an den Satz denken, den der große Sohn von sich gegeben hatte im Zusammenhang mit dem Salbeitee. Man gewöhnt sich irgendwann daran.

Eine kleine Beichte voraus geschickt: Worauf ich gar nicht verzichten kann (obwohl ich es jedes Jahr für ein zwei Monate doch versuche und auch mache) ist meine Tasse Kakao am Morgen. Was dem einen sein Kaffee um in Schwung zu kommen ist bei mir der Kakao.

Nachdem ich diesen also getrunken habe, setze ich parallel dazu schon den Wasserkocher auf koche die erste Tasse Tee, die dann schon für mich bereit steht, sobald ich gefrühstückt habe. Jedes Mal, wenn ich in die Küche komme, schalte ich direkt wieder den Wasserkocher für die nächste Tasse an. Das klappte jetzt im Winter erstaunlich gut und ich saß teilweise sogar abends nochmal mit einer Tasse auf dem Sofa. Ich muss allerdings dazu sagen, dass es bei den kalten Temperaturen natürlich eine super Wärmequelle bietet und von daher nicht schwer fällt.

Schritt 3: Eine Teekanne anschaffen

Ja, das habe ich nun also auch getan, weil ich es albern fand andauernd neues Wasser zu kochen und einen neuen Teebeutel einzuschmeißen. Also habe ich jetzt eine Kanne gekauft, so dass ich direkt einen Liter Tee zur Verfügung habe. Dadurch ergibt sich gleichzeitig das Ziel die Kanne irgendwie im Laufe des Tages leer zu machen (und ich glaube der Teebeutelverschleiss wird dadurch auch deutlich geringer…mir fehlt da noch etwas die Erfahrung).

Die Kanne ist allerdings noch ganz neu und ich werde wohl jetzt erst beginnen meine Erfahrungen damit zu machen.

Teekanne
Gamechanger Teekanne? Ich hätte gerne eine nerdig angehauchte!

Was lässt sich im Fazit nach einigen Wochen feststellen?

Klar zieht man am Ende so eines Beitrages auch mal ein kleines Fazit für sich, oder? Ich mache das auf jeden Fall ganz gerne. Für den Anfang kann ich jetzt auf gut und gerne 3 Monate Tee trinken zurück schauen und dabei lässt sich Folgendes feststellen:

  • Ich mag vor allem Früchtetee, der dabei aber nicht zu süß sein darf
  • Meine Lieblingstees sind “Schwedische Blaubeere” und “Hagebutte”
  • Ich trinke tatsächlich automatisch aktuell mehr am Tag und komme wieder leichter auf 1,5 – 2 Liter
  • Witziger Weise trinke ich dadurch auch mal öfter ein Glas Wasser, während ich darauf warte, dass der Tee fertig wird
  • Tee im Winter wärmt wirklich perfekt auf
  • Tee lässt sich gut mitnehmen und auch unterwegs trinken (vor allem bei kaltem Wetter)
  • Aktuell klappt es mit der Regelmäßigkeit wirklich gut

Ob das jetzt daran liegt, dass ich die berühmt berüchtigten 21 Tage locker hinter mich gebracht habe und vielleicht tatsächlich so eine neue Gewohnheit etabliert habe, das wird sich wohl erst zeigen, wenn es wieder deutlich wärmer wird. Tee trinkt man ja nicht unbedingt bei 25 Grad im Schatten, oder? Mal sehen, wie es dann klappt.

Bis dahin könnt ihr mir ja gerne mal eure Lieblingssorten verraten! Und danke an alle, die mir schon Tipps gegeben oder sogar Kostproben haben zukommen lassen. Erst vorgestern brachte mir der Mann ungesüßten Bio-Früchtetee mit, den ich die Tage auch mal probieren werde.

Also offiziell Tee Trinkerin jetzt? Was meint ihr?

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

10 Comments on “Experiment Sari wird zur Tee Trinkerin

  1. Sehr weise Entscheidung! Ich mag den Blaubeertee auch gerne und kann das gut nachvollziehen. Ich trinke auch gerne die Tees, die Gebäck nachempfunden sind, also Cheesecake oder Caramel Apple Pie. Klingt vielleicht zunächst merkwürdig, aber die haben so etwas Gemütliches. Sind aber mit Stevia gesüßt, da soll es Menschen geben, die das nicht so gerne mögen ;)

    Jedenfalls wünsche ich dir, dass sich diese Teeroutine bei dir weiter hält :)

    1. Ich habe ein zwei Weihnachtssorten probiert, aber das schmeckt mir wirklich gar nicht. Zu viel Gewürz oder Geschmack. Ich habe gemerkt, dass es echt auch nicht zu süß sein darf. Das geht mit Blaubeer und Hagebutte wirklich gut. Ich befürchte bei solchen Gebäcksorten wäre es auch eher süß, oder?

  2. Herzlichen Glückwunsch und willkommen in der Tee-Welt 😊
    Ich liebe Früchte-Tees! Habe Daheim direkt zwei Schubladen voller Variationen und noch was im anderen Schrank als Backup. Ich habe die Wintersorten von Meßmer (ich mag zB Teekanne kaum etwas) in den letzten Monaten förmlich inhaliert. Winterpunsch & Bratapfel. 😍
    Tees lassen sich auch wunderbar kalt trinken, ich mache mir dann immer die großen Glasflasche voll und stell sie in den Kühlschrank. Erdbeer-Orange oder Erdbeer-Minze sind auch sehr beliebt dabei… Wir achten darauf, dass der Beutel oder die Teekräuter nicht zu lange ziehen, viele werden auf Dauer dann bitterer. Ok, ich hör schon auf. Ich könnte einen Roman dazu schreiben 🙈😂

    1. Oh teile Dein Wissen gerne mit mir, ich nehme alles mit, was ich kriegen kann :) Vielleicht wäre es bei zu süßem Tee sogar eine gute Idee den Beutel etwas länger drin zu lassen?
      Gerade die Wintersorten haben mir witzigerweise gar nicht geschmeckt. Aber Erdbeer-Minze klingt für den Sommer nach einem super Plan!

  3. Ach Guck, das hab ich gar nicht mitbekommen, aber scheinbar haben wir beide dann fast zeitgleich mit so einem “Ich werde jetzt Teetrinker” Projekt gestartet.

    Für Beuteltee kann ich mich nur manchmal erwärmen. Da ist meist zuviel drin was mir persönlich nicht schmeckt. Aktuell finde ich losen Früchtetee, Kräutertee und Chai sehr gut. wobei Chai mochte ich schon immer. Ich hab ihn mir nur nicht selbst gemacht sondern so ein Tütchen im heißen Wasser aufgelöst.

    Bei Salbeitee macht es einen Recht großen Unterschied wie alt die Teeblätter waren, die für den Tee genutzt werden. ich hab hier ein paar üppige Salbeipflanzen im Garten. Tee aus den jungen Blättern schmeckt mir persönlich sehr viel besser als das was da im Beutel oder auch getrocknet verkauft wird. Und Tee aus marokkanischer Minze, wenn wir schon bei den Pflanzen sind, ist auch sehr fein.
    Vielleicht ist das für dich auch eine Möglichkeit, die so eine Pflanze mal irgendwo hinzustellen auf dem Balkon/Terrasse oder im Garten, wenn du einen hast.

    Liebe Grüße
    Martha

    1. Wir haben auch einen gigantischen Salbei Busch im Garten. Was aus so einem kleinen Pflänzchen werden kann ist schon krass….Der Mann hat sich eine Zeitlang immer Blätter aufgekocht. Als wir das für den großen Sohn mal machten, musste der sich übergeben. Seitdem meidet er die :) Aber Minze haben wir im Garten, Thymian usw… da könnte man sicher mal etwas eskalieren. Ja losen Tee will ich auch mal bei Gelegenheit wieder probieren.

      Chai habe ich tatsächlich noch nie probiert. Womit hat man da denn geschmacklich zu rechnen?

      1. Ohje, ja so unterschiedlich kann es sein. 😅
        Vielleicht ist das jetzt etwas plump ausgedrückt, aber Chai ist im Prinzip ein starker schwarzer Tee mit einigen Gewürzen wie Kardamom, Nelken, evtl. Zimt, etc.
        Das mit nem Schuss Milch und ein bisschen Zucker oder Agavendicksaft ist seit einiger Zeit mein Kaffeeersatz.
        Wenn ich die Zeit mit dem Instant Chai dazu rechnen, dann seit 2017.
        Ich mag den Chai sehr gerne.

  4. Na dann willkommen in der Welt des Tees und lass es dir schmecken! :)
    Richtig gut, dass es bei dir schon in so eine Art Automatismus übergegangen ist. Das ist doch mal eine super Grundlage für dein Vorhaben mehr zu trinken.
    Ich liebe Tee und habe tatsächlich fast immer eine Kanne auf meinen Stövchen stehen. Auch im Sommer. Neben meinen selbstgemachten Tee, kaufe ich ihn am liebsten im Fachgeschäft. Mittlerweile hab ich mein Spektrum auf weißen Tee, Oolong Tee und diverse andere spezielle Sorten erweitert. Teejunkie lässt grüßen, hehe.
    Liebe Grüße,
    Katja

    1. Na ein Junkie bin ich wohl noch nicht und ich werde mich wohl nach und nach mal noch durch die ganze Welt da durchtesten müssen. Bin aber zufrieden, dass sich zumindest mein Trinkverhalten dadurch gerade doch deutlich gebessert hat :)

  5. Meine Geschichte mit Tee ist genauso, wie bei dir: Habe ich immer nur getrunken, wenn ich krank war. Vor ein paar Jahren habe ich im Winter angefangen, auch mal Tee zu probieren. Ganz viele Weihnachtssorten (von gut bis bäh war alles dabei). Meine Favoriten (nicht Weihnachten) sind Türkischer Apfel und Blutorange.

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