Kleine Rebellen…

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Ganz ehrlich, meine Lieben, Ihr ahnt gar nicht, wie froh ich manchmal bin, wenn ich in einer der Spielgruppen oder zum Beispiel im Bus bin und eine Mutter oder einen Vater sehe, die einen ordentlichen Kampf ausfechten oder eine intensive Diskussion mit ihrem Kind führen, das in etwa im gleichen Alter des Minihelden ist. So manches graue Haar gewachsent… und ich bin froh, dass es scheinbar total normal ist, dass man manchmal eben alles ausdiskutieren muss und das Kind danach trotzdem nicht auf einen hört…

Ich denke ja immer, dass mein Kind gut erzogen ist. Das wird mir ja auch ständig von meinem Umfeld so widergespiegelt und man sagt mir immer wieder, dass ich ein so liebes und braves Kind habe. Ist ja auch so. Meistens zumindest, denn natürlich sind wir nur bei Mami und Papi frech und versuchen unsere Grenzen neu zu verhandeln. Kann ich alles verstehen, aber manchmal, da wünsche ich mir, dass es diese Phasen nicht gibt, wo das Kind wieder anfängt neu auszupendeln und seine Fähigkeiten neu auszuloten. Denn meistens bedeutet das für mich, dass wieder Wochen lang der Alltag schwieriger wird und die Dinge sich verändern. Veränderung ist ja grundsätzlich gut und für das Kind bedeutet das im Regelfall, dass es wieder an Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein gewinnt… In solchen Zeiten überdenke ich dann so manche Handlungsweisen von mir und versuche nach neuen Wegen zu suchen, so wie auch der Miniheld nach neuen Möglichkeiten sucht seine Selbständigkeit im Hause Mondgras auszuleben.

Ein “Nein, nicht baden” ist da schon mal an der Tagesordnung und wenn auf die Nudeln Ketchup soll, dann wird das auch wehement eingefordert. Wenn wir lieber nach links statt nach rechts gehen sollen, egal ob Mama und Papa sagen, dass das der falsche Weg ist, dann wird der Wille auch mal deutlicher gemacht… Dann setze ich mich an die Seite und warte, bis der junge Herr sich wieder beruhigt und denke an meine eigene Kindheit zurück und ja, auch mir wurde nachgesagt, dass ich mich gerne mal mitten im Einkaufsladen nach Schokolade fordernd auf den Boden geschmissen habe. Ist das jetzt beruhigend? Ja, irgendwie schon, denn das heißt, es geht auch wieder vorrüber. Irgendwann. Zumindest mache ich es heute nicht mehr, dessen bin ich mir ziemlich sicher *lach* …

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Neben all dem Rebellieren, Rumgebocke, Schreien und Meckern muss ich aber auch sagen, dass wir da wirklich ein tolles Kind unser eigen nennen. Unterhalten können wir uns nun schon wie die Großen in ganzen Sätzen, teilweise mit richtig komplizierten Wörtern und das macht den Alltag schon leichter, denn der Miniheld kann uns nun (meistens) sagen, was ihn stört oder was er möchte (auch mal laut und fordernd). Rennen ist kein Problem mehr und beim Hüpfen verlassen die Füße auch mal den Boden. Lieder werden fast vollständig alleine gesungen, Messer, Gabel und Löffel weitesgehend so benutzt, wie es sich gehört und das absolute Highlight aus Papas Sicht ist ja die Tatsache, dass wir nun seit drei Wochen Windelfrei durch den Tag spazieren (und nur in der Nacht noch eine zur Sicherheit dran ist). Von einen Tag auf den anderen, so frei nach dem üblichen Aha-Moment, beschloss der Miniheld auf die Toilette zu gehen und es auch anzusagen, wenn er muss. Inzwischen traue ich mich auch mit einer einzigen Wechselhose aus dem Haus und bisher war es auch nur ein einziges Mal von Nöten, dass die Hose ausgetauscht werden musste… Wir erklimmen Leitern und Klettergerüste, rustchen wie die Weltermeister und Schaukeln ganz alleine (“toooooll, aaaalleine!!!!”). Wir trösten unsere Freunde und Kuscheltiere, geben unseren Lieblingsmädchen Abschiedsküsse und nehmen sie an die Hand und wenn mal etwas runterfällt oder jemand kleckert, dann holen wir uns ein Tuch und wischen es weg. Wenn mal keiner in der Nähe ist, um mit einem auf Toilette zu gehen, nehmen wir schnell den Topf und kippen das Ergebnis dann alleine weg (und Spülen ist ja sowieso das Größte) und gießen den Garten, wenn Mama und Papa es erlauben, viel gewissenhafter, als Mama es tut *drop* …

Doch, wir haben da wirklich einen großen und sehr selbständigen, aber auch sturköpfigen kleinen Mann hier bei uns zu Hause, auf den wir sehr, sehr stolz sind…auch wenn er uns an manchen Tagen den letzten Nerv rauben kann und man sich mal wieder tapfer an das Mantra “Es ist nur eine Phase” halten muss *lach* …

7 Kommentare zu „Kleine Rebellen…“

  1. ja, das mit den grenzen testen ist ja auch ein bisschen verständlich :) man muss halt alles mal selber ausprobieren. wenn das ausdiskutiert wird, finde ich das auch sehr gut. ich hasse die art von eltern, die ihr kind ignoriert und dieses dann einen extremen drama-akt in der öffentlichkeit darstellen. also wenn das bei uns im laden passiert.. nee, sowas muss nicht sein. da hat der jenige einfach sine verantwortungen.

  2. Na da erwartet uns ja was in ein paar Monaten :-)
    Alles ausdiskutieren halte ich aber auch nicht für sinnvoll. Ich finde man muss sich in gewissen Situationen dem Kind gegenüber durchsetzen. Sprich, das Kind muss auch mal hören ohne direkt zu verstehen warum es nicht nach seinem Willen gehen kann. Ich kenne junge Erwachsene, die ich seit dem Kleinkindalter kenne und mit denen auch alles ausdiskutiert wurde. Die stellen alles in Frage und kamen nie mit Lehrern und heute nicht mit Vorgesetzten klar. Einer davon ist gerade mal 23 und hat schon in über 15 Firmen gearbeitet. Immer wieder gab es Stress mit den Vorgesetzten, weswegen der Job dann wieder weg war.
    So etwas wünsche ich mir für mein Kind wirklich nicht.
    Und den elterlichen Willen durchsetzen muss ja nicht gleich in Anschreien ausarten. :-)

  3. Es ist alles nur eine Phase,dass sag ich mir auch immer wieder.
    Und ich kann dir sagen es kommen noch einige Phasen. Das ausdiskutieren (versuchen) kennen wir hier auch… manchmal muss dann aber auch einfach die autoritäre Mama da sein, die eben stur den Keks kurz vorm Mittag verbietet. Da wird getobt und gemotzt… aber oh Wunder ohne Tränen^^ Manchmal muss man sich dann auch einfach durchsetzen…Aber auch hier gibt es den ein oder anderen Kompromiss oder der Kleine darf natürlich auch probieren etc… Unterwegs gehts bei uns auch ganz gut, wenn ich da manch anderen im Laden mal sehe… da sind dann unsere Grenzerfahrungen bisher nichts gegen, wenn wir einkaufen sind. *zwinker*

  4. @Anna@Lumini: : nun ja, diskutieren in dem sinne ist es nicht unbedingt, sondern eher ein erklären der situation. Ich möchte schon, dass er versteht, warum er etwas nicht darf oder gerade soll! Und natürlich muss er auch verstehen, dass es manchmal einfach in dem Moment nicht anders geht.

    @Kruemel: Kompromisse, das ist schon eine tolle Sache. Ohne geht wirklich gar nichts.

    @Ella: Klar geht es schlimmer und hyperaktiv ist ja auch nichts Schlimmes ;)

  5. Das klingt echt wunderbar. Also die Entwicklung, nicht das Motzen und Grenzen testen. Das der kleine große Mann dann einfach sich das Töpfchen schnappt und es allein wegmacht, beeindruckt mich grad sehr.

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