Der kleine, aber wichtige Unterschied…

Es gibt da ein Thema im Hause Mondgras, das wir inzwischen nach Möglichkeit vermeiden müssen beim Minihelden – Das Thema Arzt. Er selber spielt unglaublich gerne mit seinem Arztkoffer. Regelmäßig müssen wir uns von ihm abhorchen lassen, bekommen einen Spritze, müssen uns mit der Pinzette Splitter ziehen und auch Ohren, Augen und Nase werden nicht verschont. Sogar den Zahnarztspiegel nutzt er, um uns in den Mund zu schauen. Alles tutti, sollte man also meinen. Aber in dem Moment, wo ich auch nur ansatzweise erwähne, dass ein Termin ansteht, verkrampft er sich und fängt bitterlich an zu weinen. Ich bin deswegen ein wenig ratlos, denn es war noch kein Arzt irgendwie grob oder gemein zu ihm und auch an sich gab es früher keine Probleme. Ich weiß nicht, ob die dicke Grippe Anfang des Jahres im da vielleicht so zugesetzt hat, dass er sich da jetzt sperrt oder ob es einach eine alterstypische Reaktion ist, weil ich diese Angst bei vielen Kindern in seinem Alter beobachten kann.

Er kann mir auch nicht wirklich sagen, was ihm solche Angst macht oder warum er so dicht macht, wenn ich das Wörtchen Arzt auch nur erwähne, aber ich weiß inzwischen, dass wir hier mit diesem Thema wirklich sehr sensibel und geduldig umgehen müssen. Und nicht nur wir, auch von den Ärzten erwarte ich natürlich, dass sie entsprechend auf so einen Fall eingehen und da habe ich leider in den letzten Wochen sehr unterschiedliche Erfahrungen machen dürfen, die mir wieder gezeigt haben, wie wichtig es ist auf sein Kind einzugehen.

Da war zum Beispiel eine Sprechstundenhilfe, die ihn vor der eigentlichen Untersuchung messen und wiegen sollte. Der Miniheld begann zu weinen und sich an mich zu klammern, so dass diese nach nur wenigen Minuten ziemlich pampig reagierte und uns mit den Worten „Nö,wenn du so bockig bist, will ich dich hier nicht haben“ wieder raus schickte. Ich weiß bis heute nicht so recht, was ich davon halten soll *seufz* . Die Zahnärzstin, bei der wir neulich waren hingegen, die nahm sich wirklich eine halbe Stunde Zeit, sprach mit dem Minihelden, streichelte ihm immer wieder Arm und Bauch um ihn zu beruhigen, versuchte immer wieder mal zwischendurch einen Blick auf die Zähne zu erhaschen und konnte am Ende sich sogar richtig mit dem Minihelden unterhalten, der dabei aber leider immer wieder darauf achtete seine Hand vor den Mund zu halten. Sie schickte uns dann mit einem neuen Termin in der näheren Zeit nach Hause und sagte, dass wir uns nun einfach ganz langsam herantasten wollen, damit der Miniheld sich an sie gewöhnt und sie ihm Stück für Stück seine Angst nehmen kann.

Ihr merkt es sicher selber. So im unmittelbaren Vergleich war die Reaktion der Zahnärztin eine vollkommen andere als von der Sprechstundenhilfe. Ein kleiner, aber sehr feiner und sehr wichtiger Unterschied im Umgang. Ich vermute zur ersten Ärztin bekomme ich den Minihelden nicht mehr so schnell, wie gut, dass es auch nur das Gesundheitsamt war, wo wir auch erstmal nicht mehr hinmüssen, aber die Zahnärztin mochte der Miniheld am Ende sogar und wer weiß, vielleicht schafft sie es ja am Ende sogar ihm ein wenig von seiner Angst zu nehmen. Wünschenswert wäre es alle mal…. und mal ganz ehrlich, wer kann den Miniheld nicht verstehen – Ärzte sind ja selbst für uns Erwachsene eine Angst für sich *drop* .

Kategorie Heldenkinder

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

11 Kommentare

  1. Ich denke manchmal das es auch von Arzt zu Arzt unterschiedlich ist. So schlimme Angst wie dein Miniheld kann ich beim Großen Krümel nicht beobachten. Aber phasenweise mochte er auch nicht wie er sollte. Messen und wiegen bei der U7 ging fast gar nicht, da konnten wir ihn nur locken, indem wir ihm danach gezeigt haben wie groß seine Schwester nun in meinen Bauch etwa ist. Ganz schlimm war es, als er eine Nacht im Krankhaus bleiben musste und die ihm Blut abnehmen wollten und vorher untersuchen. Zu viert haben wir es versucht, keine Chance und die bestanden auch noch darauf, das es jetzt so sein muss.Letztlich haben sie ihn ruhig stellen müssen. Ich hab schon bammel vor seiner leider nötigen Op im September.

    Einen Geheimtipp hab ich nu auch nicht. Hier kommen beide, sofern nötig und möglich eh immer mit zum Arzt und sehen es dann auch bei mir.
    In Köln macht die Uniklinik einmal im Monat eine Teddyklinik auf, wo die Studenten dann die Teddy untersuchen und verarzten usw.. Am Ende gibts dann noch ein Rezept was man einlösen kann gegen Obst etc… Find ich ne tolle Sache. Vielleicht gibt es dann in Berlin ja auch?!
    EDIT: Gerade gefunden http://teddykrankenhaus.net/tbkb/

  2. Ohje, das ist ja schwierig. Ich bin selber ein Kind gewesen, dass Angst vor Arztbesuchen hatte, obwohl meine Hausärztin super ist. Heute gehe ich zwar zum Arzt ohne Angst, aber mir ist seit Kindheit an eine Spritzenphobie erhalten geblieben. Solang ich keine bekommen soll, geht es. Aber sonst muss ich mit Begleitung zum Arzt und bekomme dennoch massive Panikattacken mit Hyperventilieren und Todesangst. Meine Eltern hatten dafür noch nie Verständnis – was ich ihnen heute auch übel nehme. Ich hätte mir immer mehr Verständnis von meinen Eltern gewünscht, denn als ich jünger war, war meine Angst ihnen peinlich! Cerständnis gabs nie. Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen, aber bitte lasst es den Kleinen nie fühlen, dass ihr seine Angst nicht versteht oder euch sein Weinen peinlich ist oder so. Solche Ängste liegen irgendwo begründet und wenn es nur z.b. die Fersenblutabnahme nach der Geburt ist und woran man sich nicht mehr bewusst erinnern kann. Meine Phobie liegt auch irgendwo in einer Zeit begründet, woran ich selber bewusst keine Erinnerung mehr habe. Ich komme ohne Therapie nicht mehr daraus. Da hätte schon viele Jahre vorher gegengearbeitet werden müssen, was nie passiert ist, weils in der Regel viele nicht ernst nehmen oder eben als Anstellerei abstempeln.

    Verständnisvolle Ärzte finde ich wichtig. Und den Minihelden kann man ja vielleicht spielerisch noch die Angst nehmen. Würde ich wohl auch versuchen.

  3. Oh ja, als Kind mochte ich auch Ärzte nicht…in den letzten Jahren hab ich mittlerweile so viel Arztkontakt gehabt, sodass gar Blutabnehmen & co. mir keine Kopfzerbrechen mehr macht

  4. Unsere (Erwachsenen-)Zahnärztin meinte zu dem Thema nur, dass wir ihn bei der nächsten Kontrolle einfach mal mitnehmen sollen. Da wird bei ihm gar nichts gemacht, aber wenn er dann mal an der Reihe ist, ist die Umgebung (also Praxis im Allgemeinen) vertraut und er weiß auch, was passieren. Vielleicht hilft euch so eine Vorgehensweise ja auch für andere Ärzte.
    Ansonsten kenne ich das mit den Ängsten. Ich habe die Kita letzte Woche auf einen Ausflug ins Verkehrsmuseum begleitet. Weil wir eine Jahreskarte haben sind wir da öfter mal, sodass Junior auch die größten Attraktionen kennt. Leider (muss man inzwischen sagen) gehört da auch eine alte Dampflok dazu, die einmal am Tag die Räder bewegt und pfeift (echt beeindruckend eigentlich). Auf dem Ausflug jedenfalls mussten wir daran vorbei um in den Spielbereich zu kommen und Junior hat sich sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg geweigert diese Halle zu betreten. Unter Toben und Heulen und mit angespanntem Ohren zuhalten haben wir ihn da irgendwie durchgebracht. Eine Angstattacke in dem Ausmaß hatte ich vorher auch noch nicht erlebt…

  5. Also ich habe beim Zahnarzt immer auf dem Schoss meiner Mutter gesessen und eine Hörspiel Kassette gehört. Heute wäre sowas Ja auch noch wesentlich einfacher.
    Ich ging zwar trotzdem nicht gerne, aber man konnte mit mir hin gehen

  6. Ich nehme das sehr ernst, dass der Miniheld da solche Angst hat und möchte ihm diese gerne irgendwie nehmen. Wie oben im Text steht, spielt er gerne und viel mit dem Arztkoffer und sobald einer von uns Aua sagt, kommt er mit diesem an und verarztet uns. Das Thema Arzt an sich ist es also nicht, da er seine Untersuchungen auch immer vernünftig durchführt. Aber er ist selber nicht bereit jemanden an sich heran zu lassen und kann mir einfach auch nicht sagen, woran es liegt…es verursacht so viel Stress bei ihm und auch bei uns, weil nötige Untersuchungen einfach nicht statt finden können. Deshalb bin ich so froh, dass die Zahnärztin gesagt hat, dass wir uns da nun Stück für Stück rantasten, um ihm die Angst zu nehmen… sie macht es richtig, meiner Meinung nach. Anstatt,w ie die andere Frau, ihm das Gefühl zu geben, dass er unerwünscht ist mit seiner Angst

  7. Das ist ja eine schwierige Situation, die ich aber gut kenne. Ich musste aber auch mal wieder feststellen, dass da jedes Kind seinen eigenen Weg finden muss. Bei dem einen hat es gut geholfen, dass wir immer im Vorfeld besprochen und ausprobiert haben, was beim Arzttermin (vermutlich) gemacht wird und die Zeit im Sprechzimmer selbst bevor der Arzt rein kam, habe ich immer genutzt, um das ganze zu wiederholen. Meist ging es dann. Bei einem anderen war es hier die Angst vor Spritzen, die das Kind eigentlich bei jedem Termin bekam wegen den Impfungen. In dem Moment war es nicht gerade von Vorteil, dass ich gesunde Kinder habe, die sonst eher nicht zum Arzt gehen als zur Vorsorge.
    Bei dem anderen Kind hingegen ist schnelles und konsequentes Handeln angesagt. Das Kind schreit so oder so, behält aber trotzdem das Vertrauen zum Arzt und geht weiterhin. Auch wenn es sich blöd anhört, was ich verstehen kann. Ich wundere mich ja selbst immer wieder. Aber bei dem Kind klappt es eben besser es festzuhalten und zum Beispiel die zwei störenden Milchzähne unter Protest zu ziehen als langes gutes Zureden (einem Menschen in einer Angstsituation etwas logisch und rational zu erklären ist einfach schier unmöglich). Aber man sollte es nur tun, wenn man sein Kind so weit einschätzen kann, dass es das grundsätzliche Vertrauen zum Arzt nicht erschüttert.
    Ein wirkliches Raten was in der Situation zu tun ist, ist eben schwer und von Kind zu Kind unterschiedlich. Mit Geduld wird das aber schon.
    Und manchmal kann ich son Arzt auch verstehen, wenn er die Geduld verliert (auch wenn ich das keineswegs für gut empfinde und auch nicht toleriere – hab einem schon mal meine Meinung dazu gesagt.)

    • Ja, das ist es halt – Es ist von Kind zu Kind anders und leider gibt es kein Pauschaltipp. Der Miniheld ist in seinen Ansagen leider auch sehr konsequent…wenn er nicht will, dann will er nicht und dann kannst du ihm auch sonst was für Belohnungen anbieten, er verzichtet lieber darauf. Sag das mal von anderen Kindern *lach* In so fern finde ich ja auch gut, dass er hinter seinen Aussagen steht. Aber beim KiArzt ist er leider so ein Fall: Augen zu und durch. 5 Min meckern und schreien aber dafür haben wir am Ende ein Ergebnis…beim Zahnarzt ist das ja dann noch schwieriger. Ich kann nur hoffen, dass er irgendwann verinnerlicht, dass das alles einen Sinn macht und schneller geht, wenn er mit macht…

  8. Die Sache mit der Angst vor den Ärzten kommt mir auch sehr bekannt vor. Aber vor ca. einem halben Jahr hat es „klick“ gemacht und plötzlich wurde alles wieder ganz einfach. Der Zahnarztbesuch steht allerdings noch aus…. Ich erinnere mich aber nur zu gut an den vergangenen Sommer, als wir zur Kontrolle zum Orthopäden und zum Hautarzt sollten. Beim Betreten der Ordination und während der Wartezeit war das kleine Frl. noch sehr tapfer, konnte mit Müh und Not die Tränen zurück halten, aber kaum haben wir einen Fuß ins Behandlungszimmer gesetzt, hatte ich ein panisches Klammeräffchen am Hals hängen. Eine Runde um die Behandlungsliege laufen – der Arzt hätte sie nicht mal berührt, oder die Muttermale selbst durch die Lupe betrachten – undenkbar und unmöglich. Ich bin schier verzweifelt.
    Ich kann auch nicht sagen, warum sich die Situation verbessert hat. Vor jedem Arzttermin spielen wir mit dem Arztkoffer, wir untersuchen uns gegenseitig und ich versuche die kleine Dame auf den Arztbesuch vorzubereiten – was Herr oder Frau Doktor vermutlich alles anschauen werden. Und es gibt eine Belohnung, wenn sie tapfer war und alles wunderbar geklappt hat. Die Belohnung gab’s auch, wenn die Untersuchung nur mit viel Weinen und panischem Klammern möglich war. Dann eben als Trostpflaster. Bei dem letzten Kinderarzttermin hat sie doch tatsächlich ganz tapfer bei ihrer Impfung zugeschaut und auch das Blutdruckmessen (was Neues, darauf war ich nicht vorbereitet) war superspannend. Nach der Impfung hat sie erst im Wartezimmer ein kleines Tränchen verdrückt, aber gleichzeitig war sie soooo stolz auf sich, und die Belohnung konnte sie auch kaum abwarten.
    Vielleicht hat ihr auch geholfen, dass sie bei all meinen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft mit dabei war und gesehen hat, dass Mamas auch mal untersucht werden müssen und ein Arztbesuch auch nicht weh tut.
    Ich drück euch ganz fest die Daumen, dass der Miniheld die Angst rasch überwindet, vielleicht macht es „Klick“ und ihr könnt den Kontrollterminen gelassener entgegen sehen. *daumendrück*

    • Das kann ich mir durchaus vorstellen, zumal es bei den Voruntersuchungen sicher auch viele spannende Dinge zu sehen gabe…hachja…schön war’s ^^

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