Was ich im letzten Jahr über mich gelernt habe…

sichselberkennen

Ich bin ein Angsthase. Ein ziemlich großer sogar. Vor allem, wenn es um neue und unbekannte Situationen gibt. Ich liebe meine Wohlfühlzone und bin nur schwer daraus hervor zu locken. Ich glaube der Miniheld kommt in der Hinsicht leider stark nach mir, denn auch wenn der Held ein Unwohlsein bei neuen Situationen verspürt, so ist er doch mehr in der Lage sich ihnen zu stellen als ich und ich bin um jeden Moment froh, wo er mich bei der Hand nimmt und sich dem Ungewissen gemeinsam mit mir entgegen stellt..

Ein noch viel, viel größer Angsthase bin ich jedoch bei einer Sache, die wohl jeder nicht unbedingt mag: Ich habe Angst vor Arztbesuchen. Es ist jetzt nicht so, dass ich in eine Panikattacke verfalle (so etwas ist mir erst ein Mal passiert und ich hoffe, das war auch das einzige Mal), sondern dass ich weniger vor dem Arztbesuch an sich Angst habe, sondern vielmehr vor den Dingen, die dabei herauskommen könnte. Und so versuche ich solche Sachen immer bis zum geht nicht mehr vor mir herzuschieben. Wie die meisten anderen Menschen sicher auch…

Nun war es so, dass ich im letzten Jahr über meinen Schatten gesprungen bin und bei diversen Ärzten war. Frauenarzt, Zahnarzt, Allgemeinarzt und Orthopäde, auch wenn ich bei dem ja erst in diesem Jahr war. Und was habe ich gelernt? Angst haben ist manchmal ziemlich überflüssig. Ich bin eine gesunde Frau in den 30igern, habe eine gute Zahnpflege und gesundes Zahnfleisch, gute Blut- und Laborwerte… nur beim Orthopäden wurde ich als Wrack eingestuft, aber im Großen und Ganzen waren die Ärzte doch mehr als gnädig mit mir, würde ich sagen. Und der Orthopäde? Nun ja, eine Wirbelsäulenbandage, Schuheinlagen und einer Physiotherapie später und ich bewege mich in eine gute Richtung. Dadurch, dass ich irgendwann mal angefangen habe regelmäßig Sport zu machen und mich viel zu bewegen, habe ich bereits unbewusst meinem Körper etwas Gutes getan und nun erhalte ich halt von Aussen noch etwas Unterstützung, um einige Verspannungen und Fehlstellungen anzugehen, so dass ich optimistisch bin zur Mitte des Jahres wieder ein Rundum-Wohlfühlpaket zu sein und mich wieder dem Glücksgefühl zu widmen, mit dem ich letztes Jahr gestartet bin.

Was habe ich noch gelernt? Ich darf nicht zu lange warten. Gerade die Sache mit dem Orthopäden hat gezeigt, dass manche Dinge einfach regelmäßig im Auge behalten werden müssen, damit sie nicht irgendwann an einen Punkt kommen, wo es nur noch mit viel Hilfe klappt. Schöner ist es doch, wenn man die Dinge alleine schaffen kann, oder?

Dieses Mal nimmt mich halt nicht der Mann bei der Hand und kämpft gegen das Ungewisse mit mir, dieses Mal habe ich eine nette Physiotherapeutin an meiner Seite, mit der ich schon schöne Gespräche führen konnte *lach* .

sari-unter

18 Kommentare zu „Was ich im letzten Jahr über mich gelernt habe…“

  1. Beide Daumen hoch, dass Du so mutig bist. Deine Probleme mit den Arztergebnissen bzw. Anwendungen kenne ich auch. Vor meiner ersten Knie-OP bin ich fast gestorben vor Angst. Jetzt, wo ich alles gut überstanden habe, bin ich doch etwas stolz auf mich das alles so durchgestanden zu haben.
    Ich drücke Dir weiterhin die Daumen und ein starkes ICH.

  2. Bis vor ein paar Jahren hatte ich auch ‘nen Horror vor Zahnarzt-Besuchen. Hatte aber auch eine Vorgeschichte aus der Kindheit, die unschön war. Aber seit ich meine Zahnärztin gefunden habe, gehe ich da ohne ein Gefühl von Unwohlsein hin.

    Gut, Frauenarzt ist an sich immer unangenehm, da geht – glaube ich zumindest – keine Frau gerne hin ;)

    Orthopäde hingegen nehme ich auch als “notwendiges Übel” hin, aber da ich danach glücklich mit dem Zettel in der Hand für Physio raus komme, ist es okay :D Ich habe auch wieder viiiiieeel zu lange gewartet, eigentlich muss ich alle halbe Jahre zu ihm hin, aber letztes Jahr war ich so gut wie beschwerdefrei und nun hat sich alles extrem verhärtet, dass ich die Quittung mit einem Hexenschuss bekommen habe.
    In 1 Woche habe ich aber endlich meinen Physio-Termin und ich freue mich so richtig drauf! Es wird wehtun, es wird die Hölle, aber es wird mir danach besser gehen!

    Also, liebe Sari, hab keine Angst, denn die Physios sind Deine Engel <3

    1. Man scheint ein Stück weit abhängig von Physio zu werden, oder? Zwei Wochen war ich nicht da, so dass ich mich auf den nächsten Termin richtig gefreut und regelrecht danach gesehtn habe *lach*

  3. ja bei der Gesundheit sollte man nicht zögern, ich kenne das aber. Man schiebt sowas gerne vor sich her. Ich persönlich bin übrigens auch schon recht kaputt. Vor allem der Hausbau und der Garten hat mir nochmal ganz schöne Probleme mit dem Rücken beschert. Ich hoffe nur, dass ich spätestens 2016 etwas zur Ruhe komme, immerhin habe ich beschlossen, dass wir 2015 “fertig” werden. Vielleicht erholt sich dann auch mein Rücken etwas. -.-

  4. Ich habe auch eine Abneigung gegenüber Arztbesuchen… ich müsste da auch eigentlich was medizinisch abklären lassen, aber noch drück ich mich davor. *drop*
    Zahnärzte konnte ich auf den Tod nicht ausstehen, bis ich vor einigen Jahren einen netten Zahnarzt, der sich mit Zahnarztphobie auskannte, hatte. Schön und gut… aber dann ist seine Praxis plötzlich verschwunden o.0 *cry* und ich habe bis jetzt keine Lust mir einen neuen zu suchen… :(

    1. Ach Gott…da will das Glück nicht einkehren, aber die meisten sind doch sicher auch geschult inzwischen für sowas. Scheint ja kein seltenes Phänomen mehr zu sein

  5. Toi toi toi, dass du weiter mutig bist und über deinen Schatten springst. Das herausschieben von Arztbesuchen kann bitte böse enden. Das habe ich meiner Familie leider schon zwei mal schmerzlich erfahren müssen. :(

  6. Ja, mit fortschreitendem Alter kommen die Zipperlein und es ist wichtig sich regelmäßig durchchecken zu lassen. Das musste ich auch erst lernen. Mittlerweile gehe ich alle zwei Jahre zum Arzt meines Vertrauens und lasse mich komplett checken. Alles tutti!

    Wir sind nun mal nicht mehr die Jüngsten und wir haben nur diesen einen Körper. Mit dem sollten wir umsichtig umgehen und vor allem auf ihn hören. Er teilt uns doch mit wenn was nicht stimmt, dann muss man aber auch reagieren. Durch ignorieren wird es nur schlimmer.

    1. Jetzt bin ich glatt ein wenigd deprimiert *lach* Müssen wir uns wirklich als “nicht mehr die Jüngsten” betrachten?? *lach* Ne, ne, ne…da weiger ich mich irgendwie noch ^^ Aber du hast natürlich Recht!

  7. Schon komisch, dass man solche Angst vor dem Ungewissen haben kann. Ich bin früher auch nie gern zum Arzt gegangen, das ist aber auch irgendwie familiär verankert und schleicht sich so durch die Generationen :/ Da kann man irgendwann nur noch darauf hoffen, dass man für sich selbst lernt umzudenken. Und das hab ich zum Glück geschafft. Fing mit einer Zahnarztphobie an, die ich mit Hilfe einer spezialisierten Zahnärztin und Hypnosebehandlung überwunden hab :) Es muss nur der Punkt im Leben kommen, an dem es “Klick” macht.

      1. Auf jeden Fall! Aber viele scheinen das noch gar nicht wirklich zu wissen.
        Zumindest war das bei mir zum Abi hin mal eine größere Diskussion im Unterricht, in der auch unsere Lehrerin meinte, sie habe richtig Angst vor’m Zahnarzt. Die war ganz erstaunt, als ich sagte, ich hab mich anfangs mit Hypnose behandeln lassen und alle anderen auch.

      2. Das denkt man ja auch erstmal nicht. Gerade weil man oft sicher davon ausgeht, dass es nicht normal ist Angst zu haben und man dafür eher belächelt wird. Es ist wirklich gut zu wissen, dass diese Möglichkeiten gegeben sind

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.