Einladende Lesebereiche im Heldenhaushalt

Angeregt durch einen Beitrag, den ich vor einiger Zeit bei den Eltern vom Mars gelesen habe, sah ich mich dazu veranlasst mal wieder ein bisschen unser Raumkonzept zu überdenken. Es drehte sich in diesem Artikel darum, dass man für sein Kind Bereiche schafft, die dazu einladen sich einfach mal hinzusetzen und ein Buch zu lesen. Der Miniheld hat viele Bücher und jeden Abend vor dem Einschlafen lesen entweder der Held oder ich ihm noch etwas aus einem Buch vor, dass er sich ausgesucht hat. Schon früh waren das Bücher, die eine gewisse Länge, aber auch einen entsprechenden Anteil an Bildern haben mussten, aber mit 3-Minuten-Geschichten brauchten wir eigentlich nie anfangen, die reichten noch nie wirklich aus.

Der Held und ich wechselns uns übrigens immer ab mit dem Lesen, weil der Held irgendwann mal irgendwo gelesen hat, dass es sehr wichtig ist, dass Väter vorlesen. Ganz besonders bei Jungen, denn wenn es nur von der Mama übernommen wird, dann könnte bei dem Kind der Eindruck entstehen, dass Männer halt nicht lesen und das würde auch erklären, warum insgesamt wohl doch eher mehr Frauen als Männer bzw. im Schulalter mehr Mädchen als Jungen gerne lesen. Ich weiß nicht, ob sich das jetzt so bestätigen lässt, denn dafür müsste ich mich wohl mal intensiver mit solchen Studien auseinander setzen. Ich denke mir nur, alles was bei meinem Kind das Interesse an Büchern weckt und erhält, das kann man ruhig auch machen und nachdem lange Zeit vor allem ich immer vorgelesen habe, hat man doch gemerkt, dass wir alle drei davon profitieren, wenn Mama und Papa sich abwechseln. Vor allem, wenn das Kind immer die selbe Geschichte vorgelesen haben möchte…das kann sehr Nerven schonend sein, wenn man mal einen Tag Pause zugestanden bekommt *lach*. Wie auch immer, hier im Heldenhaushalt wird demnach gerne und viel mit dem Minihelden zusammen gelesen.

Als ich nun also von den schönen Ideen für kleine Leseecken las, ließ ich meinen Blick durch unsere Wohnung wandern und entdeckte vor allem eines: Meine Leseecke. Mein großes Bücherregal und ein großer Stuhl mit vielen Kissen davor. Auf der anderen Seite wieder ein großes Bücherregal und ein großes Sitzkissen davor, das ich eigentlich schon immer mal wegschaffen wollte, weil es einfach nur Platz im Raum wegnimmt, die Gäste sich aber immer irgendwie gerne reinlegen. Jetzt wo wir das Heldenkind noch zusätzlich erwarten gestehe ich diesem Kissen eine zweite Chance zu, denn schon mit dem Minihelden haben wir oft in diesem Kissen gelegt, ausgeruht, Bilderbücher angesehen und dergleichen… wie auch immer. Was ich jedenfalls nicht entdeckte, war so eine richtige Leseecke für den Minihelden.

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Nach einigem Nachdenken kam ich zu dem Entschluss, dass ich gerne zwei Ideen umsetzen möchte. Erstens soll der Miniheld immer eine kleine Auswahl an Bücher direkt im Bett vorfinden, denn er schaut sich gerne abends zum Einschlafen nochmal das eine oder andere Buch an. Er hat ein kleines Regal über dem Bett, wo ich ihm nun immer zwei drei Bücher im Wechsel hinstellen will in der Hoffnung, dass sie ihn dazu motivieren, sie sich anzuschauen und das eben mit stetiger Abwechslung. Das ist jetzt nicht unbedingt etwas, was ich neu gestalten muss, aber zumindest will ich mich mehr dazu anhalten in Zukunft.

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Was ich jedoch geändert habe – und das ist Idee zwei – ist ein Plätzchen in unserem Wohnzimmer, wo für ihn nun der gleiche Stuhl steht, wie für mich, nur in Kinderversion, mit Decke und Kissen und einer Kiste, die daneben steht. Da wir aktuell wieder alle zwei Wochen in die Bücherei gehen, habe ich sie plump Bücherei-Kiste genannt und packe dort immer die Bücher hin, die wir ausgeliehen haben. Dadurch, dass es der Platz für die Büchereibücher ist, ist ein regelmäßiger Wechsel des Inhaltes von ganz alleine gewährleistet und ich hoffe das Plätzchen läd ihn nun in Zukunft dazu ein öfters mal sich einfach dort hinzusetzen und in den Büchern zu blättern… Auch in seinem Zimmer steht ein großer gemütlicher Korbstuhl mit einer Lesekiste, allerdings gefüllt mit Büchern aus seinem eigenen Fundus, als kleiner Ruhepol neben all dem Fußball und Playmobil.

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Was ich schon im Beruf damals gemerkt habe ist, dass es die Abwechslung ist, die neugierig macht, also immer mal andere Sachen sichtbar für das Kind hinzustellen. Ein anderes Buch, ein anderes Spielzeug. Die Dinge geraten so schnell in Vergessenheit, gerade bei Kindern, die jeden Tag so viel Neues entdecken und lernen, so dass es schwer für sie ist sich zu merken, was sie eigentlich alles haben. Ich merke es immer wieder, wenn ich mit dem Minihelden sein Zimmer aufräume und er auf einmal Spielsachen für sich wiederentdeckt, die er schon lange nicht mehr in den Händen gehalten hat und beginnt intensiv damit zu spielen und gleiches kann man sicher auch erreichen, wenn man ihm immer wieder neuen Leseinput zur Verfügung stellt.

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Wir werden sehen, wie sich diese ersten Ideen entwickeln und sicher muss man auch erstmal ein bisschen mitmischen, damit sie erkannt und genutzt werden, aber ich bin da eigentlich ziemlich optimistisch…

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5 Kommentare zu „Einladende Lesebereiche im Heldenhaushalt“

  1. Ohja, schön!
    Fine bekommt im KiZi im neuen Jahr auch eine Leseecke. Zur Zeit haben wir die Bücher im Wohnzimmer und treffen uns zum Anschauen auf der Couch. Auch nett. Aber Fine macht das nie alleine…

  2. Ich hab so Zeugs studiert ;) und das ist auf jeden Fall eine gute Idee. Was aber bei der Motivation zu lesen noch ganz wichtig mit reinspielt, ist die Vorbildfunktion. Das heißt, Kinder lesen generell lieber und mehr, wenn sie sehen, dass ihr lest. In eurem Fall müsste sich wahrscheinlich der Papa, wenn er mal eine freie Minute hat, nicht vor den Fernseher, sondern in den Lesestuhl setzen. Das wirkt vielleicht erst einmal so, als würde es keinen Unterschied machen, aber das wirkt sich langfristig auf jeden Fall aus. Dabei ist es natürlich egal, ob er wirklich liest, oder nur so tut ;)

    1. Ich kann da nur mit der Ausbildung mithalten, aber man hat durchaus einiges gelernt, was sich jetz auch gut wiederverwenden lässt ^^ Und ja, der Held versucht dem Minihelden ein gutes Vorbild zu sein ;)

  3. Tolle Ideen! Wie du weißt war mir das Einrichten einer kuschligen Leseecke im Zimmer der kleinen Lady auch enorm wichtig und gerade in der kälteren Jahreszeit verbringen wir dort viel Zeit eingekuschelt und schmöckern zusammen. Da ich ein großer Fan von Kinderbüchern bin, könnte ich ständig neue kaufen. Hab ja auch als einen Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur im Studium gehabt. Vielleicht schaffe ich es ja doch endlich mal Mittwochs nach dem Turnen noch in unsere Bücherei um deren Angebot zu erforschen.

    1. Ich kann es nur empfehlen. Zumal ich immer wieder merke, dass der Miniheld irgendwann auch das Interesse an bestimmten Themenbereichen wieder verliert und die Bücher dann aber hier rumstehen. Durch die Bücherei können wir immer das aktuelle Interessengebiet abdecken, ohne dass wir gleich Geld dafür ausgeben…

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