Keine Schwangerschaft ist gleich…oder?

Schwanger 2011

Mehr als vier Jahre liegt sie hinter mir, meine erste Schwangerschaft, die Zeit, wo ich den Minihelden in mir trug und ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. Es war eine schöne Zeit, nachdem die anfänglich doch ziemlich heftige Übelkeit endlich nachließ. Ich war sehr fit, sehr beweglich und sehr aktiv. Ich genoss es regelrecht schwanger zu sein und fühlte mich niemals ausgeglichener als zu dieser Zeit. Die Geburt war dann zwar eher nicht so schön, aber dennoch…immer wenn man mich fragte, wie das alles so war, sagte ich: Ganz ehrlich? Ich vermisse es schwanger zu sein.

Alleine die Tatsache, dass mir die Schwangerschaft damals so gut getan hat und dafür sorgte, dass ich innerlich zu mir fand, war Grund genug für mich, um nochmal über ein 2. Kind nachzudenken, auch wenn ich vor der Tatsache an sich – 2 Fach-Mutter zu sein – dann doch ziemlich Angst hatte und mit einem Kind an sich sehr zufrieden war. Dieses gute Gefühl von sich selbst, das fehlte mir sehr und diesen Zustand hatte ich so danach auch nie wieder erreicht. Als dann auf einmal der Zeitpunkt kam, wo ich den positiven Test in meinen Händen hielt und wir uns der Tatsache stellen mussten, dass da nun ein zweites Wesen sich auf den Weg zu uns machen würde, da geriet ich in ein totales Wechselbad der Gefühle. Zwei Kinder. Würde ich das schaffen? Wie würde der Miniheld reagieren, wie würde das klappen. Und neben all den Ängsten und Zweifeln, die man ja vor allem in der unsicheren Anfangszeit mit sich herumträgt, zeigte sich aber auch Vorfreude. Auf ein Baby und vor allem auch auf die Schwangerschaft. In dieser Zeit lernte ich allerdings auch, dass es wohl eher selten ist, dass eine Schwangerschaft der anderen gleicht.

Die Übelkeit kam anders und blieb anders. Beim Minihelden hatte ich sie bis zur 16. Woche von morgens bis abends, beim Heldenkind ungefähr genauso lange, aber in anderen Schüben. Vormittags erträglich, nachmittags würgend auf dem Klo mit teilweise ziemlichen Magenkrämpfen. Aber sie waren auszuhalten…besser als beim Minihelden, da ich ja quasi am Tag auch Ruhephasen hatte, an denen ich ein wenig etwas schaffen konnte. Während beim Minihelden dann so ziemlich alle Schwangerschafts typischen Symptome ausblieben, bekam ich beim Heldenkind in den ersten Wochen megaschlechte Haut mit vielen Pusteln, die ziemlich brannten. Ich hatte Phasen weise mit argen Kopfschmerzen zu kämpfen, MÜdigkeit kam auch und vor allen Dingen kam das, was man über 2. Schwangerschaften sagt: Stärkere Schmerzen. Die Mutterbänder machten mir so ziemlich von Anfang an zu schaffen, das Becken schmerzte oft und schon früh hatte ich das Gefühl mich nur wie eine alte Frau mit Rolator fortbewegen zu können, so dass die letzten 2 Monate für mich eigentlich nur noch aus Schmerzen bestanden und ich war froh, als sie endlich vorbei waren.

ssw2015

Schwanger 2015

Obwohl der Bauch nahezu gleich groß wurde, sind die Kinder doch im Endergebnis unterschiedlicher als sie hätten sein können. Das erste Kind mit fast 5 Kilo und 55 cm Größe (vom KU will ich gar nicht mal anfangen), das 2. hingegen nur knapp über 50 cm und mehr als ein Kilo leichter als das 1. Wenn ich mir das Heldenkind jetzt so anschaue, kann ich kaum glauben, dass es immer noch nach fast 4 Wochen kleiner ist, als der Miniheld es bei seiner Geburt war. Wie habe ich das damals nur geschafft *lach*.

Die Geburt…beim Minihelden über 10 Stunden Kreissaal und 5 Tagen Vorwehenstation. Das Heldenkind nicht mal ein Tag Vorwehenstation und nach 1 1/2 Stunden bereits in meinen Armen. Die Nachwehen beim Heldenkind dafür umso stärker und länger belastend und beim Minihelden konnte ich schon am Tag der Entlassung einkaufen gehen…alles so unterschiedlich. Schon seltsam. Man ist der gleiche Mensch, der Körper ist höchsten etwas gealtert, obwohl er eigentlich gut trainiert war, fast noch besser als damals beim Minihelden…und dennoch…so vieles kann anders laufen und ich muss zugeben, es hat mich sehr überrascht und auch etwas aus dem Konzept gebracht, weil man sich doch so sehr an den Erinnerungen festklammert und denkt alles würde genauso ablaufen.

Ich habe es dennoch genossen schwanger zu sein. Vor allem diese Momente am Abend, wo die Bauchdecke dem Film Alien in nichts nachstand und man fast schon das kleine Füßchen erahnen und greifen konnte. Diese Momente, in denen der Miniheld seinen Kopf auf meinen Bauch legte und dem Heldenkind vorsang, etwas las oder von seinem Tag erzählte. Erfahrungen, die ich bei der 1. Schwangerschaft definitiv nicht machen konnte. So hat alles seine Vor- und Nachteile, nicht wahr? Und schon alleine durch die Tatsache, dass da ja bereits ein Geschwisterchen vorhanden ist, wird man wohl nie davon ausgehen können, dass jede Schwangerschaft gleich verläuft, nicht wahr?

Und? Wie war es bei Euch?

sari-unter

Kategorie Gedankenwelt

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

2 Kommentare

  1. Die Schwnagerschaften war sehr ähnlich. Bei mir waren es eher die Geburten, die sich alle drei total unterschieden haben. und auch die Zeit danach war immer anders.
    aber jede situtation ist anders. mein körper reagiert häufig auf die gleichen dinge anders. für mich ist das normal und immer wieder spannend. wenn auch so manches male nervig. c’est la vie.

  2. Noch zwei Wochen, dann haben wir Halbzeit mit Nummer 2 und ich erkenne so manche Parallele zu deinen Beschreibungen hier. Bin gespannt wie es weiter geht. Momentan könnte ich Bäume ausreißen und werde oft vom Prinzen ermahnt mich auch mal hinzusetzen.

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