[Mmi] Ein Heldenkind will die Welt entdecken

Der Held und der Miniheld schauen Fußball. Es ist Sonntag Abend. Achtelfinale. Beide fiebern aufgeregt mit. Ich sitze im Flur. Ich muss lächeln und sage immer wieder „Na komm! Komm her“ und schaue dabei das Heldenkind aufmunternd an.

Das Heldenkind wird immer stabiler!

Das Heldenkind tut etwas, was der Miniheld nicht getan hat – Es sitzt. Der Miniheld ist vom Liegen, in die Drehung und von dort direkt zum Krabbeln übergegangen. Von da aus war es nur eine sehr kurze Zeitspanne, bis er sich überall hochzog und laufen wollte. Sitzen ließ er gänzlich aus. Das kam erst, als er stehen konnte, denn dann hat er sich aus dem Stand einfach hingesetzt. Daher war ich total fasziniert, als ich beim Heldenkind das erste Mal diesen „üblichen“ Vorgang des Hinsetzens beobachten konnte.

krabbeln

Am Anfang war er dabei noch sehr wackelig, stützte sich ab und wenn er das Abstützen mal vergaß konnte man manchmal gar nicht schnell genug reagieren, um zu verhindern, dass er umkippte. Das hielt ungefähr 3-4 Tage an. Und dann ganz plötzlich kam der Miniheld angerannt, ganz aufgeregt, und rief nur: „Mama!!! Er sitzt!!!!!!“ und ich rannte schnell hinter ihm her ins Wohnzimmer, um das Wunder zu betrachten. Und tatsächlich. Er saß. Frei, ohne fest zu halten.

Inzwischen ist das für ihn schon so normal wie das Atmen. Er sitzt vor dem Spielbogen oder über dem Activity Center und spielt spielt spielt ohne Ende. Die neue Perspektive muss toll sein.

Nur sitzen ist langweilig. Ich will krabbeln!

Ihr merkt es sicher: Wir haben ein hochmotiviertes Kind hier am Start. Vom Robben und über den Boden Ziehen habe ich Euch ja neulich erst berichtet. Neulich? Letzte Woche, oder? Kamen wir nicht da gerade von der letzten U-Untersuchung? Weia. Was sich so innerhalb einer Woche tun kann. In unserem Fall kam der Aha-Moment für das Krabbeln wohl als ich mit dem Heldenkind im Zimmer des Minihelden zu Besuch war. Der kleine ist immer ganz aufgeregt, wenn er seinen großen Bruder beim Spielen zuschauen kann und will unbedingt immer mitmischen.

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Das war scheinbar Anreiz genug, um endlich mal Arme und Beine gleichermaßen zum Krabbeln einzusetzen und der Teppich bot dafür definitiv bessere Bedingungen als der Laminatboden im Wohnzimmer. Das Heldenkind machte also erste Krabbelversuche in Richtung Lego. Aaargh!!

Seitdem muss das Heldenkind verstanden haben, wie das mit dem Krabbeln funktionierte und versuchte es immer wieder und wieder.

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Krabbeln reicht uns nicht!

Oder zumindest dem Heldenkind. Es ist ja durchaus ein ganz natürlicher Reflex in dem Alter, dass die Hände der Erwachsenen ergriffen werden und man sich dann versucht hoch zu ziehen. Das kennen wir alle. Unser kleiner Held hier ist da irgendwie nicht wirklich glücklich mit. Er möchte mehr. Jetzt, wo er endlich mobil ist, scheint er die Welt aus allen Perspektiven kennen lernen zu wollen. Er stützt sich auf Beinen, Kisten, Spielsachen und Stühlen ab, damit er sich aufrichten kann. Die Hände der Eltern sind nur dazu da, um stehen zu können, aber eigentlich will er es auch alleine schaffen. Ist nichts zum Abstützen in der Nähe, na dann stellen wir uns halt auf alle Viere. Beine durchgedrückt und Arme auch.

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Manchmal frage ich mich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis er sich aufrecht hinstellt. Ich hoffe er lässt sich noch etwas Zeit damit. Ich sehe schon die Menschen die Hände über den Köpfen zusammen schlagen und höre sie rufen „Neeeeein, das Kind. Die Knochen…neeein“ und wie sie im Grunde von mir erwatren, dass ich das Kind zu Boden drücke und daran hindere. Aber ich sage mir immer: Das Kind macht nur das, was es auch von sich aus kann.

Zurück zum Achtefinale

Also, ich sitze da nun im Flur und rufe dem Heldenkind aufmunternde Worte zu. Das Achtelfinale der EM scheint spannend zu sein, denn beide Helden starren wie gebannt auf den Bildschirm, bis der Held mitbekommt, was Heldenkind und ich da gerade machen. „Das ist so aufregend, ich weiß gar nicht, was ich gerade spannender finde“, sagt er nur und kann den Blick nicht vom Heldenkind abwenden. Denn dieses krabbelt. Zu Mama. Einmal quer durch das ganze Haus. Was sind das…5 Meter? Ich weiß es nicht, aber es ist eine ziemliche Strecke.

Lachend und glucksend kommt es schließlich bei mir an, greift meine Hände und zieht sich sofort in den Stand hoch. „Was für ein Meilenstein“, ruft der Held aufgeregt und auch der Miniheld hat seinen Blick vom Spiel gelöst und jubeld seinem kleinen Bruder zu. Dieser dreht sich aufgeregt um und lacht die beiden an.

Nicht nur ein Meilenstein, sondern ein unbezahlbarer Moment!

sari-unter

Kategorie Alltagschaos

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

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