Warum ich immer noch das Glück suche, obwohl ich es eigentlich schon habe.

Glück

Sprach ich nicht erst neulich darüber, dass der Mensch dazu neigt ständig unzufrieden zu sein? Ja, nicht wahr? Also seltsam, dass ich heute schon wieder über die Suche nach dem Glück nachdenke, oder?

Diese Frage geistert mir ja schon viel länger durch den Kopf und das Thema kommt immer wieder in mir hoch. Ich habe sogar mal ein ganzes Jahr der Suche nach dem Glück gewidmet. Bücher gelesen, miteinander verglichen, Aha-Momente erlebt und irgendwie mehr zur mir selbst gefunden. Manchmal frage ich mich, wo dieses befreiende Gefühl von damals geblieben ist. Erschreckend, wie schnell einem das alles wieder entgleiten und alte Muster zu einem zurück kehren können. Soll ich Euch mal ein Geheimnis verraten? Ich glaube die glücklichste Zeit jedes Jahr erlebe ich, wenn wir unsere Woche in Dänemark verbringen. Aber woran mag das liegen? Versuchen wir doch mal einen Blick darauf zu werfen…

Dabei würde ich mich eigentlich gar nicht als unglücklichen Menschen bezeichnen.

Wirklich nicht. Ich habe alles, was man sich wünschen kann. Einen Mann der mich so liebt wie ich bin und alle meine Macken tapfer erträgt. Zwei wundervolle und einzigartige Jungs die mir immer wieder zeigen, wie lieb sie mich haben. Ein Dach über dem Kopf und eigentlich mangelt es uns an nichts. Das hört sich doch nach dem perfekten „Familie – Haus – weißer Gartenzaun“ – Leben an, das so viele sich wünschen und ja, gewissermaßen lebe ich meinen Kindheitstraum. Ich bin also definitiv glücklich.

Glück

Aber man kann nicht 24/7 glücklich sein, oder?

Es ist auf jeden Fall gar nicht so einfach. Ständig werden einem Steine in den Weg gelegt. Vom Wetter. Von der Bürokratie. Einfach so… in meinem Fall sind das zum Beispiel die ständigen Krankenlager, die hier herrschen. Ganz besonders im Winter. War es früher der Miniheld, sind es ja nun zwei Kinder und ab und an auch mal einer von uns Großen. Man hat im Winter ständig das Gefühl zu Hause fest zu sitzen, weil andauernd einer krank ist. Es fehlt das Licht, die Stimmung sinkt, die Decke fällt einem auf den Kopf und man fühlt sich so gänzlich ohne Energie. Da Dankbarkeit zu zeigen fällt manchmal einfach nur schwer und der Blick für das Detail ist argh verschleiert.

Man merkt es ja auch an seinem Umfeld. Die Menschen sind gereizter, empfindlicher, müder, lustloser und insgesamt einfach unzufriedener. Das strahlt natürlich aus und färbt auch auf das eigene Gemüt ab. Ich persönlich fühle mich in der dunklen Jahreszeit immer deutlich gestresster, als im Sommer. Und das, obwohl ich eigentlich nicht so der Sommermensch bin. Gut, aber das ist ein anderes Thema und ich glaube, das hatten wir schon oft genug.

Ist man also immer auf der Suche nach dem Glück, auch wenn man eigentlich glücklich ist?

Ich glaube das letzte, was wir Menschen brauchen, das ist Stillstand.Sobald es dazu kommt, wird uns langweilig. Die Abwechslung im Leben ist doch das was uns dabei hilft uns immer weiter zu entwickeln und in einer Welt wie dieser zu Recht zu kommen. Glück definiert sich in jeder Phase des Lebens ja auch anders, oder? Als Teenager brauchte ich andere Dinge als Erwachsener jetzt und somit muss man sein Ziel im Leben immer neu ausrichten und abwägen, was an Wichtigkeit verloren und was gewonnen hat. Dadurch hat man natürlich auch immer wieder mal das Gefühl dass da etwas fehlt im Leben, nicht wahr?

Glück

Als ich mich vor ein paar Jahren auf die Suche nach dem Glück begab (und irgendwie auch fündig wurde), da gelang es mir ein neues Lebensgefühl in mir hervorzurufen. Seitdem hat sich aber wieder einiges bei uns getan und verändert, so dass es wohl an der Zeit ist, einfach mal wieder in mich zu gehen, die Erinnerungen abzurufen und die Methoden, die ich damals fand aufzufrischen und auf unseren heutigen Alltag neu anzuwenden. Und das sollte ich vielleicht alle paar Jahre wiederholen. Ich glaube, das macht durchaus Sinn…

Zum Schluss dennoch nochmal ein kurzer Blick nach Dänemark.

Was ist dort jedes Jahr so anders, warum fühle ich mich dort immer ein bisschen glücklicher als hier. Ich muss ja zugeben, ich kann jetzt nicht sagen, weil wir da abgeschieden und nur für uns sind, denn wir haben in der Regel auch irgendwie immer WLan und Abendprogramm mit im Gepäck und sind daher irgendwie trotzdem für die Aussenwelt erreichbar. Im Grunde verbringen wir dort die Abende auch auf dem Sofa nachdem die Kinder eingeschlafen sind und kuscheln noch ein bisschen.

Aber dennoch ist etwas anders. Wir verbringen den Tag anders und bewusster. Da sind nicht solche Dinge wie zum Beispiel Haushalt, Arbeit oder Termine, die uns ständig ablenken. Da sind wir und ein Land, das eine wirklich angenehme Mentalität hat. Da sind Ausflugsziele und Familienaktivitäten. Man verbringt die Zeit doch anders, als man es zu Hause tun würde. Und das, obwohl wir für uns kochen, abends E-Mails beantworten, die Kinder Stunden lang zum Einschlafen zu überzeugen versuchen und andere Dinge, die wir zu Hause auch machen würden.

Glück

Es sind Alltagsfaktoren, die wegfallen, die uns den Druck nehmen und uns erlauben anders auf den restlichen Alltags – Familienkram einzugehen und das tut gut. Jedes Jahr aufs Neue und ich hoffe jedes Jahr wieder, dass wir irgendwie die Zeit dafür finden uns diese kleine Auszeit zu gönnen…

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Kategorie Alltagschaos, Gedankenwelt

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

4 Kommentare

  1. Man ist selbst seines Glückes Schmied, aber wer denkt nicht mal darüber nach? Mich macht mein kleiner Powerzwerg glücklich!

    • Sarah Kroschel

      Definitiv. Und dennoch sind da diese Tage, an denen man sich einfach nur ausgelaugt fühlt.

  2. Sagt man nicht den Dänen auch nach, dass sie die glücklichsten Menschen seien? Vielleicht färbt davon etwas auf Dich ab?
    Wichtig sind auf jeden Fall die Auszeiten – auch im Alltag. :)

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