“Roberta und Henry” von Jory John und Lane Smith #Rezension

Roberta und Henry

Rezension*

Als ich das Buch “Roberta und Henry” mit den Kindern das erste Mal las, fühlte ich mich sofort Roberta, der Giraffe verbunden. Diese ist nämlich sehr unglücklich mit ihrem Aussehen und wie ihr vielleicht wisst, kämpfe ich seit einiger Zeit auch sehr mit meinem Selbstbild. Daher konnte ich mit Roberta sehr gut mitfühlen.

Roberta mag nämlich ihren Hals nicht…

Er ist zu lang, zu streckig, zu scheckig und einfach… nun ja, zu halsig. Sie fühlt sich von den anderen Tieren ständig beobachtet und denkt, dass niemand diesen viel zu langen Hals wirklich gut finden könnte. So versucht sie ihn ständig zu verstecken. Hinter Bäumen zum Beispiel oder vielen, vielen Schals.

In all ihrem Frust trifft sie eines Tages auf Henry. Dieser ist eine kleine Schildkröte mit ganz eigenen Sorgen und voller Lob für Robertas Hals. Schon alleine die Tatsache, dass Roberta dadurch an viele Dinge herankommt, die für Henry unerreichar sind, beeindrucken ihn sehr.

Und plötzlich fühlte ich mich auch der Schildkröte sehr verbunden

Auch sie hat so ihre Probleme. Im Gegensatz zu Roberta ist Henrys Hals nämlich eher kurz, quasi nicht vorhanden und durch seine Größe und Statur ist vieles für ihn einfach nicht zu erreichen. Schildkröten sind jedoch sehr geduldige Tiere und so erzählt er Roberta von einem Dilemma, das er viele Tage lang “ertragen” hat. Als er nämlich sehnsüchtig darauf wartete, dass eine Banane reifen und runter fallen würde, so dass er endlich einmal eine probieren könnte.

Ich fühlte mich in diesem Moment Henry auf einmal so nah, weil ich dieses Gefühl kenne. Wie oft stehe ich mit meinen 1,59 m im Laden und schaue auf die Auslagen, die besonders hoch stehen, versuche verzweifelt ran zu kommen und muss warten, bis jemand kommt, der mir hilft. Ein blödes Gefühl. Wie gut, dass ich meinen Mann an meiner Seite habe… Und Henry hat nun Roberta.

Roberta und Henry

Es ist schön anders zu sein – Unterschiede machen uns zu etwas Besonderem!

Wenn man an eine Giraffe denkt, dann denkt man sofort an ihren langen Hals. Ist doch klar. Dass es mit so einem langen Hals nicht immer einfach ist, das zeigt uns das Buch anschaulich, in dem man es teilweise auch mal drehen und wenden muss, damit Roberta mit ihrem langen Hals auch wirklich auf eine Buchseite passt. Dass eben dieses “anders sein” aber auch etwas Gutes und Besonderes ist, erfahren wir dann durch Henry, der Roberta auch die Vorzüge aufzeigt, die sie durch ihren langen und durchaus anmutigen Hals hat.

Diese Unterschiede sind wichtig und zeigen im Fall von Roberta und Henry, dass sie so auch zusammenführen können, dass man sich durch seine jeweiligen Fähigkeiten prima ergänzen kann. Die Weisheit in dieser Geschichte ist groß, wie ich finde und trägt sehr dazu bei das Selbstbewusstsein zu stärken und eben auch über die Vorzüge nachzudenken, die in einem stecken.

Das Buch “Roberta und Henry” ist ein schönes Kinderbuch aus dem Carlsen Verlag aus der Feder von Jory John und Lane Smith, die eine wunderbare Vorlesegeschichte für Kinder ab 4 Jahren geschaffen haben. Auf 40 wirklich schön illustrierten Seiten begleitet man Roberta dabei sich selbst nochmal aus einer neuen Perspektive, nämlich der von Henry, zu betrachten und so einen positiveren Blick zu erhalten.

*Anmerkung: Das Buch wurde uns von Carlsen als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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