„Mitternachtsstunde 1: Emily und die geheime Nachtpost“ #Rezension

Emily

Rezension*

Ich komme ja seit Jahren eher selten zum Lesen und wenn, dann lese ich vor allem mit den Kindern gemeinsam. Hin und wieder schummelt sich ein Buch dazwischen, das mich so lange anlächelt, bis ich es dann doch lese. Abends in der Badewanne oder wenn ich im Bus sitze, nachdem ich den großen Sohn zur Schule gebracht habe. Manche Bücher kann ich tatsächlich auch ganz wunderbar mit den Kindern gemeinsam lesen. So finde ich mich mit dem kleinen Sohn zum Beispiel gerade erneut in die Welt von „Die Schule der magischen Tiere“ ein, während der große Sohn die Buchreihe fast schon vollständig verschlungen hat.

Manchmal kommt es aber auch, dass ich die Kinder- oder auch Jugendbücher einfach alleine lesen möchte. Ohne die Kinder. Ganz für mich alleine, denn es gibt so Sparten, die bereiten mir einfach viel Freude beim Lesen. Meistens haben sie mit anderen Welte, Parallelwelten und seltsamen Familiengeschichten zu tun. Diese Vorstellung, dass es neben unserer Welt noch eine andere, geheime und irgendwie magische geben kann, die gefällt mir einfach. So eine Buchreihe lese ich gerade und eigentlich ist sie für eine Zielgruppe ab 10 Jahren gedacht. Passt gut zu mir, oder? Ich finde schon.

„Mitternachtsstunde 1: Emily und die geheime Nachtpost“ von Benjamin Read und Laura Trinder

In der Welt von Emily existiert genau so eine parallele, geheime Welt. Die sogenannte Nachtwelt, doch davon weiß Emily erst einmal gar nichts. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist etwas, sagen wir mal, schwierig, denn diese ist etwas seltsam und wird von ihren Freunden und Nachbarn etwas kritisch betrachtet. Die Mutter wirkt etwas grotesk, sammelt gerne Schrott und baut die verrücktesten Dinge daraus. Ihr Vater ist da etwas anders, arbeitet gerne im Garten und ist eher eine ruhige Natur. Auch sein Job scheint auf den ersten Blick der langweiligste der Welt zu sein, denn er arbeitet bei der Post. Seltsam sind hier eigentlich nur seine Arbeitszeiten.

Nun geschieht es eines Abends, eher schon spät in der Nacht, dass Emily nach einem Streit -mal wieder- mit ihrer Mutter durch ihr Fenster beobachtet, wie eine seltsam aussehende Gestalt einen Brief bei ihnen einwirft. Eine wirklich ungewöhnliche Zeit für Post und so schleicht sie sich die Treppe runter und belauscht ihre Eltern dabei, wie sie sich über diesen Brief austauschen. Viel versteht sie nicht. Nur, dass ihre Mutter sehr plötzlich aufbrechen und etwas erledigen muss. 

Emily

Viele lange Tage warten ihr Vater und Emily auf ihre Rückkehr…

In dieser Zeit lernt Emily, dass sie die schrullige Art ihrer Mutter sehr vermisst und auch ihr Vater ist nicht er selbst in dieser unerträglich langen Zeit. Statt der Mutter gibt es aber nur einen weiteren Brief, erneut zu einer ungewöhnlichen Zeit und auch der Vater beschließt nun aufzubrechen und lässt Emily mit vielen unbeantworteten Fragen zurück.

Und so beginnt für Emily nun ein spannendes Abenteuer, in dem sie viel über ihre Familie, ihre Herkunft und über die Arbeit ihres Vaters lernt und auch, dass neben ihrer so gewohnten Welt mehr existiert und teilweise nicht ungefährlich ist. Sie begibt sich auf die Suche nach ihren verschwundenen Eltern und erlebt ein unerwartetes Abenteuer…

Emily

Ein gelungener Auftakt für eine spannende und zeitweise gruselige Jugendbuch-Reihe

Ich staune immer wieder, wie fesselt Jugendliteratur sein kann. Gut, mit 10 Jahren ist man noch mehr Kind als Jugendlicher und dennoch… Ich liebe es in solch schöne und fantasievolle Literatur einzutauchen. Die „Mitternachtsstunde“ ist eine Buch-Reihe, die mit diesem Band ihren Auftakt erlebt und wer es nicht erwarten kann zu erfahren, wie es mit Emily weiter geht, kann sich freuen, denn inzwischen ist bereits der zweite Teil „Mitternachtsstunde 2: Emily und der löchrige Zeitzauber“ heraus gekommen und nimmt uns mit auf ein weiteres Abenteuer und auch der 3. Teil steht bereits für 2022 in den Startlöchern.

Erschienen sind die Teile im Carlsen Verlag und umfassen je 320 Seiten, die hier und da mit kleinen Illustrationen von Laura Trinder untermalt sind.

*Anmerkung: Die Bücher wurden uns als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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