Die Kinderzeichnung…

Das wir in meiner Familie durchaus eine kreative Ader haben, das kann man wohl nicht unbedingt von sich weisen. Meine Schwester, die es eher abstrakt und expressionistisch nimmt, meine Mutter, die ebenfalls eher abstrakt und in geometrischen Formen denkt und ich, die das volle Gegenteil darstellt. Selbst mein Großvater, Architekt, Musiker und Künstler sowie meine Tante mütterlicherseits fabrizieren kleine Kunstwerke für den speziellen Geschmack und auch meine Oma klebt kunstvoll Collagen und ergänzt sie durch kleine, filigrane Zeichnungen, näht Puppenkleider und sowieso… irgendwie haben wir da halt alle etwas in uns. Mein Vater brachte dann noch die Leidenschaft für die Musik mit rein. Eigentlich kein Wunder, dass ich so geworden bin, wie ich halt bin.

Und ich bin überglücklich zu sehen, dass der Miniheld die selben Züge zeigt. Er hört Musik den ganzen Tag, tanzt und singt dazu und von seinen Bildern habe ich Euch ja nun schon mehrfach erzählt. Er hält den Stift in dem meisten Fällen schon richtig, ohne, dass wir es ihm gezeigt haben und malt Wellenlinien, Kreise und teilweise sogar Gesichter. Augen, Nase und Mund sitzen zwar nicht immer an der richtigen Stelle, aber die Gesichter haben IMMER Haare und die sitzen da, wo sie sitzen sollen – oben auf dem Kopf. Dazu links und rechts ein Ohr und fertig ist das Gesicht. Es ist schon erstaunlich, wie konzentriert und genau er versucht zu malen.

Sein aktuelle Lieblingsmotiv, das sind Kreise. Viele, viiiiiiiiiiiiiiele Kreise und in jeden Kreis kommen ganz viele Wellen. Und dabei wird ganz genau darauf geachtet, dass sich diese Wellen wirklich im Kreis befinden. Wir spekulieren immer, ob er Ostereier malt, ob er die Kreise einfach nur ausmalen will, ob er schreibt (denn manchmal schreibt er ganze Blätter nur mit diesen Wellenlinien voll) oder ob es vielleicht sogar Jalousien sein sollen. Wer weiß, wer weiß…

ball-mit-wellen

Aktuell wird der Kugelschreiber als Malmittel genutzt und es muss immer der mit der plummen (blauen) Miene sein, aber auch andere Farben werden gezielt benannt und genutzt. Die Farben, die der Miniheld im Moment zuordnen kann sind Rot, Gelb, Blau, Grün, Schwarz, Weiß, Beige und Lila und während er malt müssen die Farben immer wieder ausgetauscht werden. Dann wird ein roter Stift verlang und nach drei Kreisen mit Wellenlinien folgt dann bitte der gelbe Stift usw…

Wenn ich so auf die Entwicklung von Kleinkindzeichnungen nach Knetfeders Kinderpädagogik gehe, dann sehe ich den Minihelden mit dem, was ich so auf seinen Bildern entdecke irgendwo zwischen der Kritzel – und der Kopffüßlerphase. Für die Kritzelphase sind seine Bilder schon zu genau, für den Kopffüßler noch nicht genau genug, aber ich vermute, es ist nur noch eine Frage der Zeit… Herrjeh. Ihr glaubt gar nicht, wie unglaublich stolz ich bin.

Mein aktuelles Lieblingsbild von ihm ist übrigens das folgende:

papazeichnung

6 Kommentare zu „Die Kinderzeichnung…“

  1. Wir haben auch immer versucht etwas in den Kritzeleien zu erkennen. Passend zur Winter-Olympiade hat Maru mal eine Sprungschanze gemalt aber eher zufällig. *lach*

  2. @Khanysha: Nicht waaaaaahr *loving*

    @Mmchen: Er macht es uns recht einfach, weil er meistens beim Malen erzählt, was er da gerade macht (Beispiel: Papa Bild. Dabei erzählt er dann: “Kreeeeeis, Nase, Muuuuuund, Auge Auge, Ohr Ohr und Haare, Haare, Haare, Haare, Haare – Dann fragt man ihn, wer es ist und er sagt dann stolz: PAPA!). Bei den Sachen in den Kreisen, also diese Zick Zack Linien, da lässt er uns ein wenig rätseln…

  3. Zu süß! *cherry*
    Sicher hebst Du auch einiges an gemalten Kunstwerken auf, oder?
    Unser Kühlschrank hängt auch immer voll mit gemalten Kunstwerken, einige laminiere ich dann sogar ein und hebe sie auf ;-)

  4. Awww… das Bild vomMinihelden, welches sdu mir mal geschickt hast “Balla Balla” habe ich immer noch :) Undich werde es nie,nienieee wegwerfen! *lach*

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