Mittwochs mag ich…die Beine hochlegen

Manchmal muss das einfach sein. Manchmal muss man einfach egoistisch sein. Sich das zu einzugestehen und dann auch zu erlauben ist – vor allem als Mutter – gar nicht so einfach, musste ich feststellen. Geht es Euch da auch so?

Wo andere Mütter nach der Geburt ihres Kindes jede freie Minute, in der das Baby schlief, genutzt haben, um selber den fehlenden Schlaf der Nacht nachzuholen habe ich die Zeit immer lieber für kreative Dinge genutzt. Ich habe gehäkelt, gemalt, gebastelt, im Haushalt gewütet oder bin mit dem schlafenden Kind spazieren gegangen. Als es dann älter wurde waren wir ständig auf Achse. Krabbelgruppe, Turngruppe, Musikgruppe, später dann Töpfergruppe, wöchentliche Besuche bei Freunden, anderen Kindern und der Oma zum Frühstück. Im Grund fiel mir augenblicklich die Decke auf den Kopf, wenn ich plötzlich mal ohne Vorhaben oder Termin da stand und ich grübelte ewig, wie ich die Zeit nun sinnvoll nutzen könnte. Vor 10 Jahren war ich noch nicht so. Da konnte ich viel faul rumhängen, viel zu viel…sehr zum Leidwesen des Mannes, der glaube ich ganz froh über meine Entwicklung der letzten 10 Jahre ist.

Nun ist das Kind in der Kita und ich habe vormttags plötzlich Zeit für mich. Seit einem Jahr. Und was war das erste, was ich tat? Fenster putzen. Küchenschränke ausmisten und Putztage einführen *drop*…fragt mich nicht, es ist einfach so. Und die Wohnung wirkt dennoch eher belebt als blitzeblank, denn wir sind eine kleine Chaosfamilie und das ist auch gut so. Überall liegt kreatives Zeug rum und das mag ich sehr, denn es spiegelt unser Wesen ganz gut wieder. Chaotisch und Kreativ. Wie auch immer…ich muss nun wieder lernen einen Gang runter zu schalten.

beinehoch02Nun bin ich seit 6 Monaten und ein paar Zerquetschte schwanger und die alte Angst von früher hat mich gepackt. Die Angst auseinander zu quellen und wieder dick zu werden. Manche wissen es vielleicht nicht, aber ich hatte damals gut 25 Kilo Übergewicht und gerade als ich im gesunden BMI Bereich ankam nach einer sehr erfolgreichen Diät wurde ich schwanger und achtete sehr darauf nicht wieder zuzunehmen und in alte Muster zu verfallen. Was mir übrigens auch ganz gut gelang… nun ist diese Angst zurück. Ob berechtigt oder nicht, dass  kann ich nicht sagen, aber sie ist da und ich fühle mich jeden Tag mit einen Blick in den Spiegel wie eine Planschkuh. Von Monat zu Monat mehr und der Blick fällt dabei nicht mal unbedingt auf den Bauch. Ja, ich bin doof, ich weiß. Und eigentlich geht es auch gar nicht vordergründig um dieses Thema sondern darum, dass ich wieder viel aktiv bin. Spaziergänge, lange Fahrradtouren und mehr und das ist auch gut so, denn so beugt man zum Beispiel prima Wassereinlagerungen vor und ist viel an der frischen Luft, aber am Abend erhalte ich oft die Quittung dafür in Form von starker Müdigkeit, schmerzenden Beinen oder auch mal Rückenschmerzen. Jaja…ich kann es halt nicht lassen. Und so kommt die Erkenntnis, dass ich auch mal die Beine hochlegen muss.

Inzwischen gestehe ich mir täglich, bevor ich den MInihelden abhole, 30 Minuten einfach auf dem Bett liegen ein. Ich lege mich auf’s Bett, packe die Beine lang und lege meine Hände auf den Bauch. Alles um mich herum ist ruhig und ich versuche einfach mit dem Wesen in mir drin eine ruhige Minute nur für uns zu finden, denn die Action kommt danach wieder in geballter Ladung Miniheld von ganz alleine. Ich erlaube mir öfters wieder im Garten in meinem aktuellen Buch zu lesen, während die Männer gemeinsam spielen ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben und vesuche mir dieses Gefühl zu nehmen ständig irgendwie mitmischen zu müssen, denn ich bin nicht etwa faul oder träge, wie ich immer denke auf andere zu wirken, sondern suche Entspannung für mich und das Baby. Diese Phasen muss man sich einfach erlauben. Sie tun einem selber gut und dem Wesen in einem drin sowieso. Innere Mitte finden usw… wenn man sich im Laufe der letzten Jahre antrainiert hat mehr aktiv zu werden, ist es manchmal gar nicht so einfach wieder einen Gang runter zu schalten *lach*.

beinehoch

Und deshalb bitte ich heute um Eure Mithilfe. Was tut Ihr, um einfach mal zur Ruhe zu kommen und den Alltag auszublenden? Was sind Eure Stressfrei-Tipps zum Entspannen? Ich bin gespannt und lege nun erstmal die Beine hoch…

sari-unter

12 Kommentare zu „Mittwochs mag ich…die Beine hochlegen“

  1. Um abzuschalten genieße ich auf der Couch meine Lieblingsmusik oder lese ein Buch. Zu letzterem fehlt mir im Moment die Geduld. Ich handarbeite oder nähe, was mich auch entspannt. Allerdings habe ich den ganzen Tag Ruhe im Haus, da bei uns keine kleinen Kinder herum wuseln. Mir fehlt oft sogar ein wenig Leben im Alltag.
    So ändern sich eben die Zeiten. Ich denke, man entspannt am besten, wenn man genau das tut, zu was man gerade Lust hat. Dazu gehört auch einfach mal nichts tun.

  2. Wenn bei mir gar nichts mehr geht, gehe ich baden. Alleine! Mit geschlossener Tür. Und dann liege ich da einfach rum. Danach geht´s wieder.
    Ich weiß noch nicht, wie ich zur Ruhe komme und Zeit für mich finde, wenn die Arbeit wieder los geht. Ich bin gespannt, was die anderen noch so machen… :-)

  3. Ich find’s gut, dass du deine eigenen Routinen so hinterfragst und dich bemühst, da etwas daran zu ändern. Das ist nie einfach.
    Wenn ich zur Ruhe kommen möchte, höre ich gerne Hörbücher von meinen Lieblingsautoren. (Bei mir gerne zum Einschlafen, weil mein Hirn da häufiger anfängt zu rotieren.) Das lenkt meine Gedanken ab, zum Beispiel von den ganzen Dingen, die ich noch tun müsste.
    Liebe Grüße,
    Sabrina

    1. Es ist gesund sein eigenes Verhalten dann und wann zu überprüfen, hinterfragen und zu überdenken…viele Situationen entstehen ja, weil man zu routiniert geworden ist und dem kann man ja gut entgegen wirken

  4. Oh, da hast du vollkommen Recht! Ich bewundere ja solche Powerfrauen, die einfach nicht anders können als zu machen und zu tun, denn ich bin irgendwie ganz anders! Aber ich würde mir gern eine Scheibe von dir abschneiden und gebe dir dafür gern etwas von der Entspannung, denn die schaffe ich eigentlich ganz gut. (Bzw. umgehe ich gern Dinge, die ich erledigen will, indem ich lese. Das finde ich immer eine ganz gute Ausrede. :’D)

    Liebste Grüße! Und ich mag das neue Design supergern! :)

  5. Seit drei Wochen ist die Schule aus und ich bin den ganzen Tag zu Hause. Auch ich kann nicht still sitzen und muss rumwuseln wie blöde. Mein Elan gilt dabei allerdings eher den kreativen Arbeiten als der Wohnung. Und so wird diese einfach unordentlicher und unordentlicher.
    Am Ende des Tages plagt mich dann das schlechte Gewissen, weil ich meine Kinder nicht schon gleich nach dem Mittag abgeholt habe (obwohl ich doch zu Hause bin), weil die Wohnung nicht betretbar ist (aber es ist Sommer, da sind wir eh nur zum Schlafen drin), und am aller meisten, weil ich den ganzen Tag zu Hause bin und Zeit für mich habe und mein (inzwischen ;) ) Mann in Überstunden ertrinkt und kein Land sieht.
    Dabei tue ich ja nicht nichts. Mit meinen “kreativen Arbeiten” möchte ich Geld verdienen und die Startphase erfordert einfach wahnsinnig viel Einsatz. Zeit zum Füße hochlegen hatte ich da schon lange nicht mehr und jedes Mal, wenn ich keinen greifbaren Fortschritt verzeichnen kann, sehe ich mich selber nur als faulenzende, Kinder abschiebende Rabenmutter/-frau (deswegen habe ich auch schon so lange nicht mehr kommentiert, keine Zeit fürs Internet – auch jetzt hätte ich noch andere Dinge zu tun … hm – aber das ist meine kurze Form der Entspannung).
    Also ich bin definitiv kein Vorbild, wenn es um Entspannung geht, eben weil bei mir immer gleich alle Glocken der Ungerechtigkeit läuten (ich bringe (noch?) kein Geld in die Kasse und habe vermeintlich viel Zeit für mich, er finanziert alles und wird trotzdem noch in Haushalt und Kindererziehung eingespannt…). Wobei das ja wie gesagt ganz so auch nicht stimmt, aber da muss ich meine Gedanken schon auch gezielt da hin lenken – klappt nicht immer.

    Wenn man allerdings im 7. Monat schwanger ist, dann darf man ruhig auch mal alle siebene gerade sein lassen. Hat ja auch keiner was davon, wenn man super aktiv ist, sich um alles kümmert, womöglich ein paar Signale des Körpers überhört und sich am Ende das Kind nicht dreht, es zu früh kommt oder (auch schlimm mit Kind zu Hause) man gar nicht mehr aufstehen darf.

    Für mich ist Entspannung also, mal Stunden lang am Rechner zu hocken, oder mal wieder die Stricknadeln in die Hand zu nehmen oder eben genau das zu tun, auf das ich gerade Bock habe. Und jetzt gerade zieht es mich in meinen Bloggeraccount, wo ich noch meine Teilnahme am Herbstkind SewAlong ankündigen muss.

    Also,
    wünsche viel Erholung und wenig schlechtes Gewissen (is doch eh Wurscht, was Außenstehende denken)!

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