Mittwochs mag ich… (keine) Fußball-Mami sein!

„Da, ich sehe es ganz eindeutig, es wird ein Junge“, sprach der Frauenarzt damals und es war klar, wir würden keine kleine Heldin, sondern einen Minihelden bekommen. Das musste ich erstmal verdauen, aber heute weiß ich, ich will nichts anderes mehr als diesen kleinen Mann an meiner Seite. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir beim Heldenkind nicht anders ergehen wird. Aber ziemlich schnell kamen dann schon die ersten Vermutungen und Andeutungen, was denn alles so typisch Junge wäre. Mal davon abgesehen, dass die Menschen ja gerne Mal mit so pauschalen Aussagen wie „Naja, Jungs brauchen halt für alles immer etwas länger“ um die Ecke kamen, gab es auch Sprüche wie „Da hast du dann einen kleinen Fussballer, nicht wahr?“: Nicht wenn ich es verhindern kann, war dann immer mein Gedanke. Der Held freute sich schon über Gesellschaft auf dem Sofa, wenn er dann Deutschlangspiele schauen würde und ich sagte immer ganz optimistisch „Nene, das Kind wird mit mir malen und basteln!“. Tut es ja auch… aber es liebt eben auch Fußball. Ohne mein Zutun, ohne jeglichen Einfluss von Aussen. Es kam von ganz alleine und da half es auch gar nichts, dass ich immer und immer wieder vor mich hergepredigt habe: Ich mache jede Sportart mit, ich werde nur keine Fußball-Mami!!!

Kennt Ihr diese Filme, in denen die Mütter am Spielfeldrand sitzen und lauter Brüllen als die Trainer oder Schiedsrichter, kleine Jungen beschimpfen, weil sie ihren eigenen Sohn gefault haben und das eigene Kind hingegen dafür schelten, dass es nicht genug Einsatz zeige? Die dann hitzig mit anderen Eltern darüber diskutieren, wie ein Spiel lief, welche Farben die nächsten Trikots haben würden usw…? Ich will das nicht!!!

fussballfreak02 Und dann kam der Tag, an dem der Miniheld in ein Alter für einen Sportverein kam und dass er einen besuchen sollte, das war definitiv klar, denn wir haben ein Kind, das man nicht erst darum bitten muss sich mal ein wenig an der frischen Luft zu bewegen… nein, wir haben eher das Gegenteil, dass nach 10 Minuten den Fernseher von alleine aus macht und darum bittet noch auf den Spielplatz zu gehen, weil es dort Fußball spielen wolle. Kurz: Wir haben ein Kind mit großem Bewegungsdrang und wenn es den nicht bekommt, dann fällt erst ihm und dann uns die Decke auf den Kopf und dann ist die…Schokolade am Dampfen, jawohl! Mein Wunsch war es immer den Minihelden zu einer Kampfsportart zu motivieren. Judo oder Karate, ein bisschen Disziplin, ein bisschen Selbstverteidigung – Dinge halt, diie er gut später weiterverwenden kann und bei Fußball hat man ja doch immer eher den Eindruck, dass der Schwerpunkt eher auf Leistung und Erfolg liegt und nicht auf Spaß und Zusammengehörigkeit. Aber was soll man tun, wenn das Kind sich nichts anderes sehnlicher wünscht, als in einem Fußballverein zu spielen. Richtig, man sucht einen Fußballverein und zwar mit viel Elan und Motivation.

fussballfreak03

Und da sitze ich nun. Am Spielfeldrand. Umringt von anderen Eltern, die ihre Kinder beobachten, darüber sprechen – nicht so extrem, wie oben dargestellt – und erfreue mich vor allem an dem Anblick, den mein Kind bietet: Pure Freude und Motivation! Ich würde mir immer noch wünschen, dass er etwas anderes machen würde, aber gleichzeitig sehe ich, was es ihm bringt, wieviel Spaß und Freude er hat, was er von den anderen Kindern schon gelernt hat und wie sich schon nach ein paar Stunden sein Spielverhalten geändert hat. Er ist richtig, da wo er ist und es ist gut, dass wir seinem Wunsch nachgekommen sind… nun gilt es nur noch nach den vielen Probetrainings den Verein zu finden, der uns nimmt und den wir nehmen. Es muss ja am Ende doch alles zusammen passen und wenn wir einen finden, der den Schwerpunkt nicht auf Erfolg, sondern auf Spaß am Spiel legt, dann kann ich auch gut damit leben und soweit ich gehört habe, soll es ja sowas durchaus geben…

Also…Fußball-Mami…komme was wolle…

sari-unter

9 Kommentare

  1. Ohje, das war auch immer meine Sorge ^^. Leider gibt es ja wirklich genug Mütter die so verrückt sind wie oben beschrieben.
    Für mich war schon die Pampersliega der Jungs meiner Cousine das Grauen. Dutzende kleiner Kinder Fußballspielen (ich glaube Mannschaftsgröße war da noch egal?), Pipipausen und glückseelige Väter mit Bier in der Hand… gut, ist jetzt auch schon 15 Jahre her.
    Was soll’s… ich hoffe unsere Tochter sucht sich ein anderes Hobby. Weder der Herr Vater noch ich haben irgendein Interesse am Ball.

    • Ich hab auch gaaaar kein Interesse an Bällen, wir haben es ihm auch echt nicht in die Wiege gelegt. Das Interesse kam irgendwie von ganz alleine und spätestens mit der WM war es eh erledigt

  2. Wie es scheint ist dein kleiner Held doch eine besonders gelungene Mischung ;-) Wobei ich zugeben muss, dass mir so manche Eltern am Spielfeldrand ebenfalls nicht behagen. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und raus an die frische Luft und sich Austoben, daran ist mit Sicherheit nie etwas verkehrt :-)
    Ganz liebe Grüße,
    Sabine

    • Ab und an sind wir zu dem einen Verein am Wochenende immer mal hin, weil der Miniheld sich gerne die Spiele anschauen wollte und da saßen dann solche Exemplare, die die ganze Zeit die armen Schiris immer anbrüllten…nun ja, es gibt halt solche und solche. Ja, ich kann tatsächlich nicht wirklich klagen, immerhin malt und bastelt er ja auch mit mir ^^

  3. Na, der Fußballerdress steht dem Kleinen ja richtig gut. :D

    Ich finde es schade, dass es immer mehr Fußballvereine gibt, die schon ab der G-Jugend darauf achten, ob die Kinder taugen oder nicht bzw. die dann aussortieren. Dabei gibt es sicher auch sehr viele Kinder, die zwar nicht mit DEM Talent gesegnet sind, aber trotzdem lieber gern richtig im Verein Fußball spielen wollen. :(

    • Die sagen halt alle, dass Kinder mit 5 Jahren einfach noch nicht die Reife haben, um das alles richtig zu verinnerlichen usw… aber wenn man echte Fussballer will, dann ist das halt so…wenn man Kinder möchte, die das machen können, was sie lieben und interessiert und ihnen Spaß macht, dann kann man da auch anders rangehen und ich bin froh, dass es sowas dann doch auch noch gibt. Selten aber immerhin…

  4. Noch bin ich verschont.
    Wir waren beim Hockey, da hat er sich aber nicht getraut mitzumachen. Ich denke er war einfach noch zu jung – wollte aber unbedingt hin, da wir da täglich vorbei kommen…
    Dann waren wir einmal beim Fußball. Da hat er schon besser mitgemacht (und hat zu meinem Entsetzen sehr begeistert im Anschluss davon erzählt), allerdings fand ich das total doof. Und seit ich wieder arbeiten gehe, haben wir da sowieso keine Zeit – puh.
    Jetzt wollen wir es mal mit Judo probieren. Leider dürfen wir erst Mitte November vorbei schauen und ich fürchte, bis dahin ist die Begeisterung schon wieder abgeflaut. Außerdem ist das Training für die 4 – 6-jährigen Neueinsteiger am Freitag von 17 bis 18 Uhr. Also mal ehrlich, zu der Zeit bin ich schon als Erwachsene nicht mehr zu viel fähig. Da das Kleinkindertraining hinzulegen ist schon auch ne Nummer! Nun hoffe ich einfach, dass er sich trotzdem begeistern lässt und da bleiben will. Denn Judo und Karate sind auch meine Favoriten für die Kinder (habe ich beides ebenfalls gemacht). Aber am Ende haben sie doch ihren eigenen Kopf und ich sehe mich auch schon (übrigens auch jeden Mittwoch) am Spielfeldrand stehen.
    *naaaaaaaaaaaain*

    • Ja Judo oder Karate, das hätte ich mir auch gewünscht. Wir hätten sogar einen trainer gekannt, den der Miniheld mag, aber der wollte einfach nicht zum Judo sondern immer nur Fussball Fussball Fussball…also was bringt es dem Kind etwas einreden zu wollen, was es gar nicht interessiert und es gibt Schlimmeres als ein Kind, dass sich gerne und viel sportlich bewegen möchte ^^

  5. Pingback: Fußball verrückt - Was du garantiert noch nicht über Fußball weißt #Rezension

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