9. Monat oder auch….WUAAAAH, die Zeit rennt!

monat9-01Da blättere ich am Samstag das nächste Kalenderblatt meines Schwangerschaftskalenders um, der mich dieses Mal jeden Tag mit schönen Anleitungen, praktischen Tipps und interessanten Infos versorgt und dann steht es da auf einmal: 9. Monat! Machen sie Termine, packen sie die Kliniktasche, in diesem Monat erreicht Ihr Baby die 100% Überlebenswahrscheinlichkeit…

9. Monat! Ehrlich jetzt? War nicht grad erst Frühling? Saßen wir nicht gerade erst an der Ostertafel bei Oma und Opa und hüteten das kleine Geheimnis in mir drin, weil wir noch nicht offiziell vom Arzt wussten, ob es wirklich wahr ist? Begann nicht gerade erst der Sommer, in dem ich mich dick und fett fühlte und in dem ich noch gar nicht ahnte, wie wenig Bauch ich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich schon hatte…Der Sommer ist doch gerade erst rum. Bin ich tatsächlich schon wieder so lange schwanger? Wo ist all die Zeit nur hin? Habe ich alles gebührend genossen? Überlebensfähigkeit…hallo? Ich sage zwar immer wieder zum Helden „Wenn wir es bis zum 1. Advent schaffen, dann ist alles gut, danach darf das Heldenkind zu jedem Zeitpunkt kommen“, aber so wirklich bewusst ist es mir dann glaube ich doch nicht, oder? Alles erscheint nach wie vor so irreal und nicht greifbar. Da ist der Bauch, da sind die Beschwerden, da sind die Bewegungen…da sind sie, die eindeutigen Anzeichen für den Nachwuchs und dennoch sitze ich immer noch da und frage mich, ob das alles wahr sein kann.

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Jetzt, wo das Ziel auf einmal so greifbar wird, da wird aus dem kleinen Grübeln langsam wieder ein großes Grübeln. Vor allem jetzt, wo der Miniheld auch des Öfteren wieder mit Erkältungen zu tun hat und ich sowieso schon das Gefühl habe mir ständig Sorgen um seine Gesundheit machen zu müssen…da kommen in mir diese Ängste hoch, dieser innere Teufel, der mich immer wieder fragt „Was hast Du Dir dabei gedacht. All diese Emotionen, all diese Gefühle, all diese Ängste um ein kleines zartes Wesen. Alles nochmal und jetzt und für immer nun in doppelter Ausführung. Wie willst du das aushalten, wo die Sorge um dein 1. Kind dich manchmal schon um den Schlaf bringt.“: Ich muss dazu sagen, dass ich da wirklich manchmal etwas überängstlich bin und mir schnell Gedanken mache, weil es mir manchmal so schwer fällt einzuschätzen, wie es dem Minihelden nun tatsächlich geht, da er seine Gefühle und sein Befinden manchmal so sprunghaft formuliert und gerne auch mal im Minutentakt ändert. Das nimmt mich manchmal wirklich sehr mit und nun sitze ich hier und mache mir schon Sorgen um das nächste Kind, obwohl es noch nicht einmal da ist… aber das ist sicher ganz normal, oder?

Der Mann hat zwar schon während der gesamten Schwangerschaft gesagt, dass er sich gar nicht daran erinnern könne, dass ich so stark mit Übelkeit und anderen Beschwerden beim Minihelden zu tun gehabt hätte, aber bisher konnte ich ihm immer sagen: Doch, das war so und dann konnte ich es ab dem 5. Monat einfach nur noch genießen. Inzwischen muss ich aber sagen, dass es da so ein oder zwei Beschwerden gibt, an die ich mich auch nicht erinnern kann. Ich habe dieses Mal stark mit dem Rücken zu tun und einem Ziehen in die Leistengegend. Andererseits habe ich sogar damit gerechnet, immerhin war ich Anfang des Jahres wegen meines Rückens ja bereits in Behandlung. Wäre zu seltsam gewesen, wenn die Schwangerschaft da keine Auswirkungen drauf hätte. Außerdem kribbelt die Haut. Immer wieder. Als ob sie staubtrocken und voller sandiger Krümel wäre, die mich pieksen und das hindert mich gerne am Schlaf. Beides zusammen schlaucht ganz schön und macht mich an manchen Tagen zu einem wandelnden Schatten. Und dennoch…ich glaube ich habe ehrlich noch Glück. Keine Einlagerungen, keine übermäßige Gewichtszunahme, keine großen Mangelerscheinungen bis auf etwas Eisen und und und…und vor allem: Zwei Männer an meiner Seite, die mich immer umarmen, wenn ich es brauche, mich schonen, wenn ich es nicht selber tue und in jeder Sekunde für mich da sind.

monat9-03Ich bin in diesem Zusammenhang besonders stolz auf den Minihelden. Es muss schwer sein in manchen Situationen auf Mama zu verzichten und gleichzeitig fast noch aufregender als für uns, denn wir kennen das Gefühl ein Baby zu bekommen ja schon. Er erlebt das alles zum ersten Mal und aus einer vollkommen neuen Perspektive. Er zeigt uns, wie sehr er sich freut und bezieht das Baby ständig in seine Handlungen und Entscheidungen mit ein. Er bastelt ein kleines Armband für seinen Bruder in „Jungsfarben“, malt Bilder für ihn, singt ihm morgens ein „Guten Morgen“-Lied vor und plant bereits wo das Bettchen dann in seinem dafür doch eigentlich viel zu kleinen Zimmer stehen soll. Er hat jetzt schon Kuscheltiere aussortiert, die das Baby dann bekommen soll und wählt im Laden neue Sachen aus, die wir dann kaufen sollen. Plant den Adventskalender für seinen Bruder und und und… klar merkt man die Aufregung auch in anderen Formen. Die rebellische Seite kommt mehr und mehr durch und auch das Trotzen und die Angst darum den Kürzen zu ziehen oder etwas zu verpassen, dass wir oft in Diskussionen geraten, die eigentlich nicht sein müssen, aber das müssen wir ihm einfach auch zugestehen. Wir sind manchmal sehr verunsichert von dem, was da kommen mag, also warum der Miniheld nicht auch?

So oder so war es schön gemeinsam am Donnerstag dem Neuankömmling dabei zuzusehen, wie er trinkt und sich bewegt, wähst und gedeiht und dem Herzschlag zu lauschen und dabei über den Moment zu sprechen, wenn wir ihn uns nicht mehr nur noch am Bildschirm anschauen, sondern dann auch live und in Farbe sehen können. Weiter über Namen nachzudenken, über Augen- und Haarfarbe und über all die Dinge, die wir dann tun wollen…

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Bei all den Unsicherheiten, die unser Innerstes derzeit argh durcheinander bringen, so ist es doch vor allem die Ungeduld und die Vorfreude, die hier bei uns überwiegen… wir freuen uns auf Dich, kleines Heldenkind!

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Kategorie Gedankenwelt, Heldenkinder

Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

12 Kommentare

  1. Es liest sich so herzerwärmend, wie der Kleine sich auf seinen Bruder freut und vieles für ihn bastelt und vorbereitet. Das ist wirklich süß! Klar, gibt es da Unsicherheiten, aber so wie ich das lese, wird es eine tolle Bereicherung für alle. Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit!

  2. Wirklich sehr schön geschrieben! Wir haben gerade erst unser erstes Kind bekommen und bei dem Gedanken, dass da irgendwann noch so ein kleiner Wurm mitmischen soll, wird mir schon manchmal etwas mulmig (ich bin da auch eher von der sich-zu-viele-Sorgen-mach-Fraktion). Aber das Verhalten deines Kleinen zeigt, dass es sich lohnt! Er wird bestimmt ein toller großer Bruder! :)

    • Für uns ist es vor allem deshalb seltsam, weil wir eigentlich immer gesagt haben, dass uns ein Kind reichen würde ^^ Seltsam, wie sich die Dinge ändern können!

    • Das denke ich auch, bin ich mir eigentlich sogar ziemlich sicher, aaaaaber man kann ja nie wissen. Einfach wird es für ihn dann sicher auch nicht.

  3. Haha, keine Angst, das wird noch schnell genug real ;)
    Wie war es denn beim ersten Kind? Also ich war in beiden Schwangerschaften durch Studium, Nebenjob, (später Abschlussarbeit) und sowieso Krippenplatzsuche ziemlich abgelenkt. Wenn ich dazu gekommen wäre mir ein Leben mit Kind auszumalen, hätte die Realität mit Sicherheit anders ausgesehen. Aber das macht ja nichts. Man wächst da rein. Der Miniheld wird sich zunächst freuen, nach ein/zwei Monaten wird er sicher mal nörgeln (wenn er nämlich merkt, dass das Baby weder bei ihm schlafen möchte, noch dass es was mit seinen gebastelten Sachen und den Kuscheltieren anfangen kann *lach* ), in einem halben Jahr wird keiner das Heldenkind so zum Lachen bringen können, wie der Miniheld und in zwei/zweieinhalb Jahren dann werden sie das erste Mal so richtig miteinander spielen. Danach wird „die Erziehung“ ein Selbstläufer… Freu Dich drauf. Es ist zwar scheiße anstrengend, aber vor allem für die Kinder auch eine riesen Chance!
    Aber zum Minihelden aktuell: mir wurde jetzt gesagt, dass die mit vier Jahren einen ersten Testosteronschub haben. Meiner (zwei Monate jünger) lässt zur Zeit Sachen raus *ohne Worte*… auch ohne weiteres Geschwisterkind im Anmarsch! Die Launen und Diskussionen hättet ihr also auch unabhängig davon – nur vielleicht mit anderen Themen, aber sie wären trotzdem da!

    • *lach* Ja, der Miniheld entwickelt sich absolut altersgerecht, was das angeht, das ist mir klar und auch, dass wir noch ganz gut dabei wegkommen^^

  4. Hach, wunderbar geschrieben. Kann man sich richtig schön einfühlen und auch wir sind schon sehr gespannt auf den neuen Erdenbürger. Endspurt!!! Das wird ein ganz besonderes Weihnachten und Silvester.

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