Wann ist eigentlich dieser Druck entstanden?

Besucherzahlen

Ich möchte nicht von der Hand weisen, dass mein Blick immer wieder mal auf die Besucherzahlen gefallen ist. Schon immer. Schon bevor ich zur Bloggerin wurde, als ich nämlich noch eine normale Webseite führte. Die Besucherzahlen zeigen uns immerhin, ob die Dinge, die wir tun, tatsächlich auch wahrgenommen werden.

Wir haben ja schon oft gemeinsam festgestellt, dass sich die Art der Aufmerksamkeit in den letzten Jahren stark verändert hat und Kommentare immer mehr in den Hintergrund, soziale Netzwerke dafür aber als Feedback – Möglichkeit an Wichtigkeit gewonnen haben. Das müssen wir hier nun nicht nochmal aufwärmen. Aber ihr müsst mir verzeihen… so als alter Hase wird man dann und wann ein bisschen wehmütig und erinnert sich an diese „anderen Zeiten“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück.

Die Besucherzahlen hatten immer irgendwie eine Aussagekraft!

Klar habe ich mich gefreut, wenn die Besucherzahlen gut waren. Früher waren sie an manchen Tagen bei 20, an anderen bei 200 und wisst Ihr was? Ich habe mich so darüber gefreut. Jeden Tag. Genauso, wie ich mich über neue und alte Gesichter unter den Besuchern gefreut habe. Über nette Gästebucheinträge, konstruktive Kritik und später dann auch Kommentare zu den einzelnen Sachen. Es fühlte sich immer gut an.

Dementsprechend war mein erster Akt, den ich jeden Tag vollzog bezüglich der Seite, ein Blick auf die Besucherzahlen vom Vortag. Das mache ich tatsächlich auch noch heute so.

Vielleicht können sich einige von Euch daran erinnern, dass ich im vorletzten Jahr einen für mich großen Schritt gewagt habe: Ich bin mit meinem Blog auf eine andere Domain umgezogen. Dabei hatte Mondgras damals wirklich gute Besucherwerte. Aber was bring einem das, wenn man sich nicht mehr zu Hause fühlt?

Und dann kam plötzlich dieser Druck.

Das allererste Mal wurde mir bewusst, dass ich früher ganz unbeabsichtigt immer nette Zahlen hatte, seitdem ich gezielter mit Kooperationspartner arbeite. Da muss ich anders auf diese Zahlen schauen und habe seitdem viel über mich und meinen Blog gelernt.

Besucherzahlen

Ich merke, wie ich manchmal, wenn mein Blick wieder auf die Besucherzahlen fällt, beginne an mir zu zweifeln. Ich hinterfrage, woran das die aktuellen Werte liegen. Warum die Zahlen sind wie sie sind. Ob ich langweilig oder uninteressant, einseitig oder schlecht organisiert bin. Vielleicht hat sich auch einfach meine Zielgruppe verändert. Und ich grübel und grübel und grübel…

An manchen Tagen möchte ich diese Zahlen einfach ausblenden und wieder ein bisschen mehr von früher zurück

Es war sorgloser, ohne diesen Druck ständig und allen gefallen zu wollen. Es schleicht sich ganz unbewusst ein. Man hat einmal an den Möglichkeiten schnuppern können und will natürlich mehr davon. So wie es halt überall im Leben ist. Einfach mal die Dinge sein zu lassen und so zu machen, wie man will, das fällt einem in einer Zeit wie heute wirklich schwer, oder?

Besucherzahlen eben Besucherzahlen sein zu lassen. Wieder mehr die Dinge machen, wie man es vorher gemacht hat. Mit Genuss, mit Leidenschaft, mit Liebe zum Hobby. Banal. Alltäglich. Echt. Mit Freude und eben ganz ohne diesen Druck. Wieder mehr von dieser alten kleinen Blogfamilie haben, die man früher so geliebt hat. Schauen, wen es von damals noch so gibt und wie es ihm ergangen ist. Austausch.

Was macht einen Blog eigentlich liebens – und lesenswert?

Habt Ihr Euch diese Frage schon mal gestellt? Muss es immer wertvollen Inhalt geben, aus dem man Lehren fürs Leben ziehen kann? Muss es immer ein Ratgeber sein? Sind es die alltäglichen Geschichten aus dem Leben gegriffen, die unscharfen Fotos mit Flecken und Wäschebergen im Hintergrund oder die schön arrangierten, die in uns den Wunsch hervorrufen, dass wir gerne genau so leben würden?

Was macht einen Blog liebenswert und was lesenswert. Mich würde mal interessieren warum ihr welche Blogs lest und was an ihnen so besonders ist, dass ihr gerne immer wieder kommt?

Besucherzahlen

15 Kommentare

  1. Ach ja. Ich kann dich verstehen. Durch die große Vielfalt und die unglaubliche Fülle finde ich es zunehmend schwieriger zusagen woran „schlechte“ Besucherzahlen kommen.
    Ich bin kein Freund von viel Kooperationen, sondern eher am Alltag und den daraus resultierenden Tipps. Das ist aber wohl nicht mehr Mainstream. Ein Buch oder Kinderspielzeug vorstellen ohne dieses zur Verfügung gestellt zu bekommen, findet man nur sehr sehr selten. Aber das ist doch die wahre Überzeugung und keine gekaufte Reklame.
    Ich muss zugeben, dass ich nur selten hier vorbeischauen und noch seltener kommentiere. Das geht mir bei anderen Blogs auch so und nur bei wenigen schaue ich regelmäßig vorbei. Warum? Weiß ich gar nicht so genau, teilweise fehlt die Zeit und teilweise das Interesse. Viele Blogs gleichen sich sehr und bei vielen liest man das gleiche, das gleiche Produkt, das gleiche Design, die gleiche Empfehlung. Es ist irgendwie weniger authentisch und mit fehlt dann das Neue, das Spannende, das was mich fesselt und von dem ich gerne lese.

    So nette Projekte wie dein Fotoprojekt sterben aus leider. Ich hätte da einige Ideen, aber bin mir nicht sicher, ob sie noch passen. Vielleicht könnten wir mal zusammen überlegen.

    Bin gespannt auf weitere Meinungen.

    Grüße aus dem Münsterland, Eva

    • Sarah Kroschel

      Ja die Fotoprjekte hatten schon was, aber auch da wurde die Aufmerksamkeit immer weniger. Schreib mich gerne an wegen Deiner Ideen <3

  2. Liebe Sari, ich kann dich verstehen! Auch mir wurde der Druck zu groß und ich habe bemerkt, wie der Blog immer mehr in den Vordergrund geraten ist. Damit ist nun Schluss! Ich blogge weniger, schaue mir keine Zahlen mehr an und fühle mich wirklich frei und gut dabei ❤️ – ich wünsche für alles Liebe. Nina

  3. Neben der Aufmerksamkeit hat sich halt auch das Surfverhalten der User ganz massiv verändert. Startseiten haben für die großen Medienangebote kaum noch Bedeutung. Die User steugen direkt ein – sei es durch RSS-Feeds, Social Media oder eben Google.
    Wenn jemand ein Problem hat oder etwas sucht, überlegt er nicht (mehr), auf welcher Seite er dazu recherchieren könnte, sondern er nutzt Google. Blogs abonniere ich mittlerweile über Bloglovin, lese meist dort direkt (Phone) und wenn ich später kommentieren will, wechsel ich ggf. Das Gerät und rufe dafür die Startseite auf. Wirklich Blogs besuchen und stöbern? Dafür habe ich kaum noch Zeit. Zwischen Fulltimejob, Familie und Ideenchaos ist die Zeit doch recht überschaubar geworden. :-/

    Wenn ich für die Bewucherzahlen meiner Seite etwas tun will? Dann verwuche ich SEO-relevanten Content zu schreiben, oder ich nehme als Collabs teil. Leider haben bei solchen Zahlen die Bewucherzahlen nichts mit den Kommentaren zu tun, die steigen nicht mit. Kommentare gibt es nur von Menschen, die mich bewusst besuchen. :)

    Von daher ist es wohl die Frage, was man will. Was ist das persönliche Ziel?
    Und allein diese Frage ist gar nicht so einfach…

    • Sarah Kroschel

      Ja man nimmt Zahlen und Kommentare immer noch viel zu sehr als eines zusammen, dabei sind das wirklich zwei verschiedene Paar Schuhe. Es ist schade, dass sich das Verhalten dahingehend stark verändrt hat, dabei merke ich ja selber auch, dass es mir manchmal schlicht weg an Zeit fehlt. Aber die Menge an Blogs ist inzwischen auch einfach zu groß, um dem gerecht zu werden.

  4. Ich weiß gar nicht ob ich je bei dir einen Kommentar hinterlassen habe :) Aber ich lese schon ewig bei dir. Warum ich damals z.B bei deinem Blog hängengeblieben bin und den in den Feedreeder genommen hab … ich fand´s allgemein ansprechend für meinen Geschmack. Das Layout passte,der Inhalt war alltäglich. Und genau das mag ich heute auch noch an Blogs. Mich muss die Optik ansprechen und ich mag am liebsten den „guten alten“ Bloginhalt. Das ganz normale Leben,auch kreativer Inhalt wie Zeichnungen/gemaltes,Handarbeit etc.pp
    Überstylte Fotos mag ich nicht. Klar das man möchte das ein Foto nett aussieht,selbst wenn es aus dem alltäglichen Leben gegriffen ist. Aber es kann auch nicht immer alles toll und super aussehen oder ? ;)

    Bei mir hab ich zwar auch eine Statistik installiert,aber ganz ehrlich,wenn ich da ewig drauf gucken würde,mich ggf mit anderen messen würde,wäre ich frustriert. Von Kommentaren mal ganz zu schweigen.
    Glaube meine Besucherzahlen sind ziemlich mau. Zugegeben,die Eintragsquote ist in den letzten 1-2 Jahren ziemlich zurückgegangen. Aber ich hab so die leise Hoffnung das sich das wieder ändert ;)
    Sich selbst da Druck zu machen bringt überhaupt nichts. Nur das man im schlimmsten Fall die Lust am Blog verliert.
    Ich meine mein Blog ist „winzig“ Ich hab keine Verträge,kein Kommerz,keine Werbung,keine Kooporationen oder sonstiges. Wo ich meine Beiträge teile ist lediglich Facebook,hab zwar Instagram aber da poste ich kaum. Stuck in the past wenn man so will …. so wie Blogs vor 10-12 Jahren halt so waren.

    Wünsch dir und deinen Lieben ein schönes Wochenende :)
    L.G

    • Sarah Kroschel

      Die Konkurenz ist inzwischen halt deutlich größerund viele Blogs erinnern immer mehr an Sachzeitschriften und dergleichen. Da mitzuhalten finde ich manchmal wirklich schwierig.

  5. Ich lese ja nun schon seit 2008 hier mit. Fast jeden Tag tippe ich die Domain per Hand ein. Altmodisch, aber meine Gewohnheit.

    Der Inhalt ist halt sehr kinderlastig geworden (soll nicht negativ gemeint sein) und eigentlich bin ich da ja voll raus. Keinen Mann mehr, keine Kinder…trotzdem liebe ich es, hier zu lesen, weil du einfach so super sympathisch rüberkommst und ich schon mehrfach dachte: „Am liebsten würd ich Sari mal treffen und mit ihr nen Kakao trinken“ 😁

  6. Hallo liebe Sari,
    Ich lese hier seit ca. 2 1/2 Jahren fast nur still mit. Bin damals in der Schwangerschaft meiner Tochter über deine Seite gestolpert. Ich lese aber auch nur über den WordPress Reader, weil ich für mehr leider keine Zeit habe, ich bin auch immer wieder mit dem lesen meiner abonnierten Blogs 3 Tage im Rückstand ;/
    Was ich aber noch sagen will, dein Blog ist mein Lieblingsblog. Du bist mir so supersymphatisch. Ich lese jeden Post. Ich finde deine Bilder und deine Texte einfach ehrliche und normal, das macht es mir auch sympathisch. Ich will auch nicht dauernd von koops lesen.
    Bei den Themen interressiert mich alles, alltagsgeschichten, Handarbeit, gezeichnetes, Kinder. 😄
    Mach einfach weiter so wie du willst, ich bleibe dabei und lese mit. Hauptsache du lässt dich nicht stressen. 😊
    Lg

    • Was ich noch sagen wollte, wenn koops für dich und deine Kinder toll sind, warum nicht? Aber es sollte nicht überhand nehmen. Auf manch anderen Blogs ist das echt übel.
      Mach einfach so weiter wie bisher, wenn es zu dir passt.

      So, jetzt aber, gehe ich endlich nähen😊

    • Sarah Kroschel

      Das sind total liebe Worte, vielen, vielen Dank. Das freut mich gerade total!!

  7. Pingback: Meine Freitagslieblinge – 28.04.2017 – Zwergenkinderstübchen

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