Nimm dir Zeit zum Staunen!

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Seid ihr eigentlich noch am Staunen? Ich weiß, ich habe früher über so viele Dinge gestaunt. Als ich klein war und die Welt entdeckte. Stück für Stück. Ist das heute auch noch so? Ich habe eher das Gefühl, dass wir immer mehr Dinge als selbstverständlich hinnehmen und das ist schade. Sicher mag das daran liegen, dass wir einfach schon viel gesehen und erlebt haben und uns in einer Welt bewegen, die schnell lebiger geworden ist. Zeit ist ein seltenes Gut geworden und uns fällt es immer schwerer einfach mal inne zu halten und alles auf uns wirken zu lassen, oder?

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Fähigkeiten beim Turnen entdecken…

Gemeinsam mit meinen Kindern entdecke ich die Welt.

Neulich saß ich mit dem Heldenkind in der Badewanne. Es hat immer viel Freude daran mit dem Wasser zu planschen und zu spielen. Allerdings traut es sich noch nicht sich hinzusetzen. Und so steht das Heldenkind immer in der Badewanne, läuft im Wasser hin und her und bringt es so in Bewegung. Ich als Mutter habe dann ständig die Hand austgestreckt, das kleine Händchen in der eigenen fest halten, weil ich Angst habe, dass es jeden Moment ausrutscht und fallen könnte.

So beschäftigt mit meiner Sorge und in ständiger Aufmerksamkeit, damit nichts passiert, achte ich meist nicht unbedingt auf das Gesicht meines Kindes. Wir haben kleine Wassereimer, die verschiedenes können. Der eine hat am Boden viele kleine Löcher und funktioniert dann ein wenig wie eine Dusche. Der andere hat an der Seite ein Loch aus dem dann das Wasser fließt und der dritte ist wie ein einfacher Eimer ohne irgendwelche Besonderheiten.

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Auf der Suche nach dem Glück…

Das Heldenkind taucht die Eimer tief ins Wasser, zieht sie wieder hoch und ruft dabei laut „Tadaaaaaa“ und dann wird das Wasser auf die eine oder andere Art wieder ausgekippt. Ein ganz großer Spaß.

Wenn Kinder staunen, sollte man die Welt aus ihren Augen betrachten.

Irgendwie war aber etwas beim letzten Mal anders: Ich hatte den Eimer mit dem seitlichen Loch in der Hand, füllte ihn mit Wasser und ließ den Wasserstrahl dann in den Eimer laufen, den das Heldenkind in den Händen hielt. Die Augen des kleinen Mannes wurden riesig. Er war total fixiert auf das, was da passierte. Hochkonzentriert hielt er immer wieder seinen Eimer in den Strahl.

Kennt ihr das, wenn Kinder einen leicht schieldenen Blick bekommen, wenn sie sich ganz stark konzentrieren? Genau diesen sah ich da gerade beim Heldenkind und ich nahm mir die Zeit einfach mal genauer hin zu schauen. Das Heldenkind nahm seinen Eimer, hielt ihn mir ihn und fragte „Nochmaaaal?“. Also wiederholten wir den Vorgang immer und immer wieder. Das Heldenkind wurde dem Spaß nicht müde und hielt den Blick immer starr auf die Eimer gerichtet. Es war spannend zu sehen, wie das Leuchten sich in seinen Augen immer wieder veränderte. Konzentriert, fasziniert…. staunend.

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Mit Staunen herausfinden, dass man ganz hoch springen kann!

Es war eine wahre Freude dem Kind dabei zuzuschauen, wie es scheinbar durch Beobachtung wieder einen Teil seiner Umwelt erfasst hatte. Innehalten und Beobachten. Ich merke es immer wieder, ich mache das inzwischen viel zu selten und sollte mir da einfach viel öfter wieder einen Moment für nehmen. Einfach mal versuchen die Dinge in genau diesem Moment genau so zu sehen, wie es mein Kind tut.

Wenigstens ab und zu mal, oder`Man sollte niemals damit aufhören zu staunen.

sari-unter

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