Mein Kind gruselt sich nicht gerne #Halloween2017

Halloween

Jedes Jahr wieder befindet sich mein Kind in einem inneren Zwiespalt. Kennt ihr das? Im Grunde freut es sich schon das ganze Jahr auf Halloween. Es plant sein Kostüm, kann es kaum erwarten durch die Straßen zu ziehen und am Ende des Tages dann in die Süßigkeiten zu greifen, um sich den Bauch voll zu schlagen.

Happy Halloween, ihr Lieben!

Heute ist es also wieder soweit. Es ist Halloween. Also eigentlich ist ja Reformationstag, aber das interessiert hier irgendwie kaum noch jemanden. Aus kindlicher Sicht kann ich das mehr als gut verstehen, Kirche? Hä? Da ist es doch viel cooler lustig verkleidet ein paar Süßigkeiten zu bekommen. Das hätte mir definitiv früher auch gut gefallen. Verkleiden, das mache ich (im Gegensatz zum Helden) nämlich auch heute noch sehr gerne.

Halloween

Halloween 2016 – Pikachu auf Süßigkeitentour

Letztes Jahr zum Beispiel sind der Miniheld und ich als Stitch und Pikachu um die Häuser gezogen. Das Heldenkind war dick eingepackt im Kinderwagen und dieser mit Lichterketten geschmückt, damit er in der Gruselnacht gut zu sehen ist.

Aber irgendwie mag ich Halloween auch nicht!

Ich mag es nicht, dass vielen Kinder irgendwie vermittelt wird (wie auch immer), dass es richtig ist zu strafen, wenn man ihnen nichts gibt. Man muss schon offen für so etwas sein, meint ihr nicht? Ein Jahr war unsere Haustür mit irgendeinem silbrigen Zeug eingeschmiert, das nach faulen Eiern roch. Das ist nicht nur ekelig, sondern auch noch überflüssig. Wir waren nämlich zu Hause, hatten sogar Süßigkeiten da und einen Kürbis im Fenster stehen, damit man wusste, dass wir bereit für gruselige Monster sind. Dennoch wurde unser Wohnhaus angeschmiert und wenn es so läuft, dann stimmt da etwas nicht.

Wir haben eine Straße, die wir gerne jedes Jahr ablaufen. Die Anwohner geben sich wirklich sehr viel Mühe. Sie verkleiden sich aufwändig und die Häuser sind wirklich toll geschmückt. ABER…sie müssen eben auch Kiloweise Süßigkeiten kaufen, die sie dann UMSONST verteilen. Das finde ich großartig, dass sie das machen. Für die Kinder vor allem. Schade finde ich, wenn mir einer dieser Anwohner dann erzählt, dass inzwischen ganze Reisebusse angefahren kommen, die Kinder schnell alles einmal abgrasen und sich dann am Ende noch beschweren, wenn nach einer Stunde alles leer ist. 

Halloween

Ein Jahr kamen wir auch mal dort hin und nichts war mehr da. Schade, wenn die Kinder, die aus der direkten Umgebung kommen und die Leute auch noch kennen, selber so gar nichts davon haben können. Aber gut. Das sind so verschiedene Aspekte und ich finde ein bisschen Klopapier an der Tür reicht als „Strafe“ absolut aus. Vielleicht ist auch noch Zahnpasta an der Türklinke ganz lustig, aber letztendlich denke ich immer: Jeder so wie er möchte. Und wenn nicht jeder bei Halloween dabei sein möchte, dann sollte das ok sein. 

Es muss auch nicht immer gruselig sein, oder?

Aufmerksame Leser haben es sicher bemerkt: Der Miniheld ging als Pikachu. Das ist doch nicht gruselig, werdet ihr jetzt denken. Nein ist es nicht, aber dafür fühlte mein Kind sich in seinem Kostüm wohl. Denn obwohl Halloween ihm so als Event wirklich gut gefällt, kommt er mit gruseligen Sachen nicht so gut zurecht. Er meidet zum Beispiel die Haustüren, die ihm zu gruselig geschmückt sind. Manche gehen ja regelrecht auf in diesem Thema und übertreffen sich selbst mit Kostümierung und Deko. Das ist schon ziemlich beeindruckend.

Prinzessin, Ritter und Pirat haben an Halloween meiner Meinung nach aber genauso ihre Daseinsberechtigung, wie Monster, Hexe und Vampir. Der Spaß liegt im Verkleiden und gemeinsam einen besonderen Abend erleben, oder?

Natürlich werden wir auch heute Abend wieder los ziehen.

Für den Minihelden ist schon lange klar: Er ist dieses Jahr eine Fledermaus. Wir nutzen dafür den Fleeceumhang, den ich vor einiger Zeit mal genäht habe. Den kann er bei dem eisigen Wetter prima einfach drüber ziehen und friert so dann auch nicht. Das Heldenkind wird dieses Jahr das erste Mal selber mitlaufen anstatt im Wagen zu sitzen und ein kleines Bärencape liegt auch für ihn bereit („Mama, Bääär….wuaaaaah!“).

Halloween

Ich werde wahrscheinlich dieses Jahr auf meinen Totoro Jumpsuit und die pinke Perücke zurück greifen und dann mal sehen, wie es in diesem Jahr so läuft.

Und? Wie ist das bei euch? Pro oder Contra Halloween? Mit ganz viel Aufwand oder eher schnell und einfach oder lasst ihr es gar ganz sein? Habt ihr Süßigkeiten parat? Wie wird euer Abend verlaufen?

sari-unter

7 Kommentare

  1. Ich muss mal ganz blöd fragen, aber gibt es bei euch kein Martini?
    Bei uns verkleiden sich Kinder am 10.11. und laufen von Haus zu Haus und singen etwas. Dafür bekommen sie dann Süßigkeiten. Und das finde ich auch nett, weil die Kinder sich oft wirklich Mühe geben und tolle Lieder präsentieren.
    Selbst Erwachsene laufen in den Dörfern gerne später rum. Die wollen dann meist lieber einen Schnaps. Je nach Straße sind die Anwohner da offen für oder auch nicht. Aber es gibt keine Strafen, wenn jemand nichts (mehr) hat.

    Ich bin ehrlich gesagt froh, dass bei uns Halloween noch nicht so extrem gefeiert wird. Klar, es dekorieren immer mehr Leute entsprechend und ich bin mal gespannt, ob heute abend ein paar vereinzelte Gruselfiguren unterwegs sind, aber so richtig angekommen ist das hier bei uns noch nicht.
    Ich selbst stehe auch nicht so aufs gruseln. Ich bin da der totale Angsthase und schaue nicht mal Horrofilme oder so. Da bekomm ich tagelang Albträume von. D:

    Da es bei uns ja das Martini laufen gibt (und da sind hier wirklich 90% der Häuser drauf vorbreitet und haben von Schokotafeln über Trinkpäckchen zu Popcorn verschiedene Süßigkeitenpakete), finde ich Halloween überflüssig. Und ich würde es – glaube ich – auch nicht so unterstützen, wenn der Monsieur 2x kurz nacheinander verkleidet unterwegs möchte. Einmal reicht, denke ich. ;)

    • Sarah Kroschel

      Bei uns gibt es „nur“ banal das Laterne laufen in Kita und/oder Schule. Wir treffen uns abends und laufen eine Runde durch den Ort, bleiben hier und dort an den Ecken stehen und singen ein paar Laternen Lieder und im Anschluss setzt man sich für Brezeln und Kakao noch zusammen. Das scheint alles südlicher mehr zelebriert zu werden. Ich habe auch schon von Maru gehört, dass es da einen richtigen Martins Umzug mit Lagerfeuer usw., wobei dort dennoch auch Halloween gefeiert wird.

      Grundsätzlich hat mir Halloween auch immer widerstrebt, daher haben wir zwar immer ein paar Bonbons da, aber kaufen jetzt nicht massig Deko usw. Durch Kita und Co sind meine Kinder natürlich damit in Kontakt gekommen und verwehren will ich ihnen das jetzt auch nicht. Für sie ist es einfach ein lustiges Verkleiden und mit Freunden einen schönen Abend haben. Die Leute hier nehmen es (größtenteils) auch recht offen an und freuen sich über die gruselig verkleideten Kinder.

      Ich selber kenne Skt. Martin auch nur als Laterne laufen und mehr eben nicht.

      • Wir wohnen ja ganz im Norden und ich hier ist es wirklich ein von Haus zu Haus laufen und vor jeder Haustür wird gesungen.
        Man verkleidet sich und bekommt Süßigkeiten. Und hier hat auch fast jeder etwas da. Und wer nicht „mitmacht“, macht alle Lichter aus.
        Bei den ganz Kleinen laufen noch die Eltern mit und für die ist auch die selbst gebastelte Laterne das Highlight. Die Älteren gehen in kleinen oder größeren Gruppen und haben – wenn überhaupt – nur eine Taschenlampe dabei. Aber singen tun fast alle. Mal die Klassiker und mal selbst gedichtete Lieder. Und einige singen sogar auf Plattdeutsch. ;D

        Ich glaube, im Kindergarten machen die auch einen Laternenumzug oder so. Aber da kann ich noch nicht so mitreden. ;)

        Wirklich spannend, wie unterschiedlich das ist.
        Aber der Martinstag bei euch nicht so mit Süßigkeiten zelebriert wird und Halloween im Kommen ist, ist das natürlich eine feine Sache. Die Kinder verkleiden sich ja meist sehr gerne. :)

      • Sarah Kroschel

        Ja komisch, dass das mit dem Martinssingen hier so gar nicht celebriert wird. Dabei ist das ein wirklich schöner Brauch.

  2. Ich mag Halloween gerne wenn ehrlich bin. Die Deko,den alten Brauch drumrum (also nicht das „neumodsche) etc.pp
    Nur leider ist hier,wo ich wohne,absolut nichts damit. Klar,es gibt hier und da ein paar private Halloweenpartys. Und die Nachbarstädte haben Veranstaltungen in den Discotheken und Co. Aber das die Häuser und Gärten hübsch dekoriert sind … Fehlanzeige. Es laufen auch keine Kinder durch die Gegend zum Süßigkeiten sammeln.

    Martinssingen war bei uns früher immer das „Halloween“ Unverkleidet,mit Laterne und Beutelchen von Haus zu Haus. Ob jetzt mit Freundinnen oder noch eher vom Kindergarten aus.
    Da war es auch so,wie Ulrike schon sagte,fast jeder machte mit und wer nicht,der hatte halt das Haus dunkel :) Da ging man dann erst gar nicht hin.
    Uh sogar noch auf Platt singen die ? Na das gab´s hier nicht mehr bzw urostwestfälisch (is ja nicht sooooo schrecklich weit entfernt von platt zum Teil)
    Aber auch das gibt´s hier inzwischen kaum noch. Bin ja letztes Jahr umgezogen auf´s Land und hab bis dato ein paar Jahre in der Innenstadt gewohnt. Selbst da,weder Halloweenkids auf der Straße,noch Martinssingen.
    Ich fand´s ehrlich gesagt schade.

    Ne klar,man kann es auch übertreiben. Mit faulen Eiern werfen,Busladungen und Co find ich jetzt auch nicht toll. Man muss ja nicht alles aus Amiland übernehmen :D
    Generell find ich aber Halloween schön. Auch wenn´s hier bei uns momentan auch keine direkte Deko gibt. Was daran liegt das einiges noch in Umzugskartons in der Garage ist,zum anderen hab ich nicht wirklich viel. Muss da mal etwas nachlegen an Herbst/Winterdeko.
    Hier liegt „nur“ etwas Naturdeko verteilt wie getrocknete Blätter,Kiefernzapfen,echte Kürbisse etc.

    • Sarah Kroschel

      Ärgerlich ist da halt vor allem, dass die, die so bedenkenlos das Event ausnutzen um Chaos zu stiften den anderen, vor allem den Kleineren, das Ganze kaputt machen. Ich kann verstehen, dass viele Anwohner da dann irgendwann auch keine Lust mehr drauf haben. Aber man kann auch leider nicht darauf hoffen,d ass sich da etwas ändern wird. Die Generationen teilweise…naja :)

  3. Pingback: Darf es ein bisschen gruselig sein? - Unser #WIB am 27./28.10.2018

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