Die WM und ich… Das Leben mit Fußballkindern

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Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich dem Fußball an sich nicht besonders viel abgewinnen kann. Umso skurriler ist es wohl, dass ich nun seit bald drei Jahren fast jedes Wochenende am Spielfeldrand stehe, mal als Mutter, mal als Betreuerin, un mein eigenes Kind unterstütze und anfeuere. Selbst beim kleinen Sohn zeichnet sich mehr und mehr die Leidenschaft für den Fußball ab. Ein bisschen wie ein Teufelskreis für mich. Eine nie enden wollende Geschichte rund um den Ball. Mein persönliches Drama.

Das klingt jetzt ganz schön dramatisch, oder?

Für mich war einfach nie nachvollziehbar, was die Menschen so faszinierend daran finden einem Haufen Männern dabei zu zuschauen, wie sie sich um einen Ball bolzen, hinfallen, schimpfen und ja, eigentlich sieht es nie so aus, als ob sie dabei Spaß hätten. So viel Ernst steckt dahinter. Auch im Jugendfußball habe ich häufig das Gefühl, dass dem Ganzen viel zu viel Gewicht beigemessen wird. Da stehen Väter am Spielfeldrand und brüllen sich die Seele aus dem Leibe, schreien Befehle und Anweisungen auf den Platz und haben gefühlte tausend Tipps und Verbesserungen im Anschluss für jeden parat, der es hören oder auch nicht hören möchte. Die Kinder werden auf ihre Fehler hingewiesen und am Ende des Tages sehe ich auch bei diesen manchmal kein Lächeln im Gesicht und frage mich: Haben die überhaupt Spaß dabei. Nun ja… Es ist ja nicht überall so.

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Ich habe Fußball begeisterte Kinder. Tatsache!

Das ist ein Fakt, der sich einfach nicht ändern lässt. Und so kommt es, dass hier halt auch Spiele geschaut werden. Regelmäßig und vor allem, wenn Deutschland spielt. In der Schule fand ich es natürlich früher cool, wenn in der Aula extra dafür eine Leinwand und der Beamer aufgestellt wurden und die Klassen gemeinsam geschaut haben, weil die Lehrer selber gerne die Spiele nicht verpassen wollten. Yeah, kein Unterricht. Da setze ich mich auch freiwillig zwischen all die anderen. Was da auf dem Bildschirm passierte, verstand ich allerdings nie so recht. Später trafen sich Freunde extra auf Parties, um sich die Spiele anzuschauen und saßen gemeinsam wie gebannt vor dem Fernseher. Das fand ich ganz nett, denn man saß unter Freunden und konnte sich mit denen unterhalten, die nicht ganz so extrem mit ihren Augen am Bildschirm klebten.

Auch die Stimmung fand ich toll. Es wurde gemeinsam gejubelt und geschimpft und das mag ich auch heute noch. Dieses gemeinsam.Und das ist wohl das Einzige, wofür man mich bei EM und WM gewinnen kann. Lustige Abende unter netten Menschen. 

WM – Zeit heißt für mich „Me time“!

Es hat einen Vorteil die einzige Person im Haushalt zu sein, die dem Ganzen so gar nichts abgewinnen kann. Ich habe etwas Zeit für mich. Während die Männer hier im Heldenhaushalt wie gebannt vor dem Bildschirm hängen, kann ich knapp 2 Stunden vollkommen ungestört irgendetwas machen, was nur mir Spaß macht. Das letzte Mal stand ich auf dem Stepper und konnte in Ruhe meine Haare färben *lach*. Vor zwei Jahren habe ich die regelmäßige Zeit genutzt, um an der Nähmaschine zu sitzen und dem zwischenzeitlichen Diskussionen meiner Jungs mit einem Schmunzeln zu lauschen.

Das ist WM für mich letztendlich. Eine Mischung aus guter Gesellschaft und etwas Zeit für mich. Diese angespannte Stimmung amüsiert mich meist eher, als dass ich mich davon mitgezogen fühle, denn letztendlich sind es für mich dann doch vor allem viele Männer auf einem Platz, die einem Ball hinterher rennen und überhaupt nicht glücklich aussehen.

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Nach drei Jahren Fußballmama sein hat sich beim Blick natürlich verändert. Ich verstehe zwar die Regeln immer noch nicht so richtig, aber sehe durchhaus, wenn man ein guter Zug gemacht wurde, ein Pass falsch geschossen oder auch mal unfair gespielt wurde. Meinem eigenen Kind drücke ich auch jederzeit gerne die Daumen vom Spielfeldrand aus und feiere es bei einem Erfolg im Anschluss oder bei einem Misserfolg tröste ich es. Aber das ist auch mein Kind.

Die WM und ich, so richtig Freunde werden wir wohl niemals werden. 
Wie ist das bei euch?

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