Tagebuchbloggen… kann ich das überhaupt noch?

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*Werbung unbezahlt* Der folgende Artikel enthält evtl. Bilder mit Produkten, die wir in unserem Alltag nutzen. Wir haben keine Bezahlung für das Zeigen derselbigen erhalten.

Neulich stellte ich euch auf Instagram ein paar Fragen. Die hatten das Ziel mir inhaltlich mal ein bisschen klarer über den Blog zu werden. All die Veränderungen derzeit, all die Regeln und Unsicherheiten lassen einen schon mehr darüber nachdenken, was man hier eigentlich tut und ob man so weiter machen kann. Ich war teilweise ziemlich überrascht über eure Antworten und habe mich doch auch irgendwie gefreut, dass ihr tatsächlich Interesse an Dingen habt, von denen ich immer dachte, dass sie euch eher langweilen.

Ohne Feedback ist so eine Auswertung nämlich gar nicht so einfach.

Als Blogger öffnet man sein Herz für die Außenwelt. Erzählt von Dingen, teilt Ideen und Gedanken aus dem Alltag und gibt eine ganze Menge von sich Preis. Im Idealfall ist so ein Blog doch ziemlich persönlich, oder? Insofern kann man wohl auch hier immer davon ausgehen, dass die Inhalte nicht pauschal jedem gefallen und das ist ok und gut so. Nicht in jedem Beitrag kann man sich wiederfinden und nicht immer einer Meinung sein. Dennoch versucht man mit seinen Ideen durchaus auch mal Gespräche anzuregen, einen Austausch zu erreichen und im Zweifelsfall  vielleicht auch nochmal neue Gedankengänge anschlagen. Feedback ist so wichtig. Immer. Vor allem dann, wenn man einen Austausch anstrebt. Wer einen Blog führt, der befindet sich, so glaube ich, genau auf diesen Weg.

Anhand der Reaktionen der Leser lotet man seinen Inhalt aus. Einfach nur schreiben, das ist heute nicht mehr. Man möchte ja auch jemanden damit erreichen und – egal ob man will oder nicht – man fängt an inhaltlich sich mehr auf die Dinge zu stützen, die scheinbar gerne gelesen werden.

Ein Beispiel? Nehmen wir meine Ausmalbilder…

Inzwischen gibt es auf Facebook ab und an ein paar Reaktionen, aber hier auf dem Blog selten. Lange Zeit habe ich mich gefragt, ob die Ausmalbilder überhaupt gut ankommen und gerne genutzt werden. Ab und an erreichen mich mal ausgemalte Versionen meiner Bilder und für mich fühlt sich das jedes Mal ein bisschen wie Weihnachten an und mich übermannt ein regelrechter Motivationsschub. Aber das ist es eben auch. Alle halbe Jahr gibt es mal ein Bild oder Feedback, das mir zeigt, dass die Ausmalbilder gefallen.

Es hat lange gedauert, bis mir aufgefallen ist, dass die Bilder viel und gerne von euch runtergeladen und genutzt, teilweise sogar gezielt gesucht werden. Das freut mich ungemein und ich hätte mir gewünscht, dass mir das einfach ab und an mal gespiegelt worden wäre. Dann hätte ich mich nämlich sicher viel öfter hingesetzt und für euch gemalt. Die Umfrage letztens zeigte aber deutlich: Ihr wollt mehr davon! Dafür danke ich euch.

Was hat die Umfrage mir eigentlich noch alles gesagt?

Es ist ungefähr ein Jahr her, wo ich mich gedanklich mit dem Inhalt des Blogs schon einmal beschäftigt habe. Ich fertigte ein Brainstorming an, auf dem ich mir versuchte klar zu machen, welche Inhalte ihr mit dem Blog verbindet und versuche mir diese immer wieder vor Augen zu halten. Hier könnt ihr die Zeichnung nochmal sehen:

Blog

Basierend darauf und den Erfahrungen der letzten Wochen und Monate habe ich also ein paar Fragen formuliert. Ich stellte immer Themen gegenüber, von denen ich wissen wollte, welche euch mehr interessieren würden. Rezepte oder Kinderbücher zum Beispiel. Ich fragte aber auch, ob ihr Lust auf mehr Tagebuchbloggen oder meinen aktuellen Ernährungs – und Sportverlauf habt. Und ja, das habt ihr, was mich persönlich wirklich sehr überraschte und gleichzeitig freute. Das gehört für mich nämlich zu den Dingen, von denen ich immer dachte, dass sie euch langweilen würden. Ehrlich! 

Aber warum freut mich das jetzt so?

Ich habe nämlich den Eindruck, dass das banale Tagebuchbloggen von früher, gar nicht mehr so beliebt ist. Persönliche Blogs sind zwar immer noch persönlich, gleichen aber eben doch oft mehr einem gut recherchierten Magazin mit verschiedenen, gut recherchierten Artikeln. Ab und an blitzt mal ein bisschen Persönlichkeit durch, aber grob betrachtet wollen wir heutzutage vor allem informieren. Projekte wie das WIB oder die Freitags5 sind da dem Tagebuchbloggen wohl noch am nächsten, oder? Und so dachte ich immer, dass das banale tägliche Bloggen so gar nicht mehr gewünscht ist. Falsch gedacht, da könnt ihr mal sehen….

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Und dann die Erkenntnis: Kann ich das überhaupt noch?

Als ich damals mit dem Bloggen anfing, da schrieb ich über alles. Jeden Tag. Wie in einem Tagebuch halt. Ich erzählte, wo ich einkaufen ging und was ich tolles entdeckte. Ich ärgerte mich über Busfahrten und lachte über komische Menschen. Ich zeigte dann und wann Beute von langen Shopping Touren und fieberte großen Events, wie meinem Abschluss oder der Hochzeit hin. Und dabei hatten die Artikel nie einen festen Oberbegriff. Ich schrieb einfach. Ganz banal, ohne groß darüber nachzudenken. Ohne lange zu recherchieren oder mich schlau zu machen. Ich stand auf, erlebte einen Tag und schrieb darüber. Und genau das scheint ihr euch wieder ein bisschen zurück zu wünschen. Das freut mich total, denn es nimmt den Druck für uns alle raus.

Doch nach ein paar Tagen sacken lassen der Ergebnisse von den Umfragen, keimte in mir ein Zweifel auf: Kann ich das überhaupt noch? Kann ich mir einfach den Tag von der Seele schreiben, als ob ich abends über dem geliebten Freund, dem Tagebuch sitzen würde, und erzählen, was mich alles bewegt hat? Ohne Oberthema, ohne Schwerpunkt? Einfach nur ich und mein Leben?

Ich möchte es gerne wieder versuchen. Mir zu Liebe, eurem Wunsch nachkommend und gespannt, ob es wirklich das ist, was wir uns alle wünschen. Mehr Gedanken, mehr Leben wieder in diesen Blog fließen lasen und schauen, was dann passiert.

Wie geht es euch damit?

6 Kommentare

  1. Hi, die Umfrage ist ganz an mir vorbei gegangen, aber die Ergebnisse sind interessant. Bzw. ich als Leserin mag es auch, einfach das „normale Leben“ zu lesen. Natürlich lese ich auch konkrete Artikel zu Themen, die uns interessieren, ob Urlaubsziele, Alltag oder Produkte. Aber für mich gehört irgendwie eben auch die Person dazu, dass sie irgendwie „real“ und authentisch ist und nicht nur ein durchgestyltes Blog. Deine Zeichnungen sind immer cool, dass man die Ausdrucken und Ausmalen kann, habe ich aber jetzt erst gelesen (und sehe nun den Button oben…). Das ist definitiv ein Mehrwert!

    • Sarah Kroschel

      Ja, ich hatte sie in den Stories, hatte verschiedene Fragen zur Abstimmung und die Ergebnisse dann später nochmal ausgewertet. Fand ich auch total spannend.
      Hm… das mit den Ausmalbildern ist auf Anhieb nicht ersichtlich? Dann muss ich mir da vielleicht nochmal etwas überlegen.
      Danke für deinen Kommentar <3

  2. Hallo Sari,
    die Umfrage habe ich leider verpasst. Ich möchte dir aber trotzdem noch ein paar Gedanken hier lassen:
    Momentan überarbeite ich alte Blogbeiträge um sie auf der neuen Seite wieder zu veröffentlichen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich meine Inhalte und mein Schreibstil total geändert hatten. Damals hab ich viel mehr aus dem Bauch heraus Posts geschrieben und hatte ganz andere… andere Wünsche, Träume und Sorgen. Teilweise kommt mir das viel unbedarfter vor als heute. Ich habe dazu vor über einer Woche sogar einen Post angefangen, diesen aber noch nicht fertiggestellt. Vielleicht schaffe ich das die Tage auch mal.
    Mein eigenes Fazit: Ich selbst vermisse diese persönliche Seite meines Blogs und möchte wieder mehr in diese Richtung gehen.
    Ich würde mich freuen, wenn du uns noch ein paar Tagebucheinblicke in dein Leben gibst.
    Schwierig finde ich es selbst nur dabei den Spagat zwischen zu persönlichem Content und dem möglichen Interesse der Leser hinzubekommen.
    Du glaubst gar nicht, wie oft ich bei meinen eigenen alten Posts nun schon dachte „Ach was hat mich den da geritten“. Sie zu löschen bringe ich aber auch irgendwie nicht übers Herz.
    Liebe Grüße
    Suzu

  3. Liebe Sari,
    ich denke mir auch oft: Würden wir alle mehr Feedback geben, wäre die Bloggerwelt ein glücklicherer Ort. :) Viel zu oft liest man einen tollen Beitrag, aber ein, zwei nette Worte sind dann doch zu viel Arbeit. Geht uns glaub ich allen so.. Daher: YAY für mehr Tagebuchbloggen! Am Ende können wir einfach nur das machen, was UNS selbst am meisten Spaß macht.

    • Sarah Kroschel

      Hachja…einfach tun, was einem gefällt. Können wir das noch? Haben die Zahlen und STatistiken uns dafür nicht schon viel zu sehr versaut? Aber ja, es fällt schwer. Ich versuche es ja derzeit wieder etwas alltäglicher werden zu lassen und alle haben auch gesagt „Ja, das wollen wir“, aber ich sehe auch, dass dadurch die Zahlen zurück gehen. Drüber stehen und einfach weiter sein Ding machen? Schon, oder?

  4. Pingback: Freitagsfavoriten Juli 2018 - KuneCoco

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