„Als Larson das Glück wiederfand“ von Martin Widmark #Rezension

Larson

*Werbung* Das Buch für diesen Beitrag wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Tod und Einsamkeit gehört für mich zu den bedrückensten und beängstigenden Themen, die einen Menschen beschäftigen kann. Wobei es bei meiner Angst vordergründig immer darum geht, dass ich irgendwann ganz alleine sein könnte. Diese Vorstellung lässt mir manchmal überhaupt keine Ruhe.

Doch wie behandelt man so ein Thema mit Kindern? Tod, Einsamkeit, Vermissen, das sind so schrecklich schwere Themen, die man ja eigentlich von Kindern ganz weit weg halten möchte. Dennoch ist der Tod meinen eigenen Kindern, zumindest dem Minihelden, nicht gänzlich unbekannt. Wie ihr wisst, rede ich mit meinen Kindern über meinen Vater, den sie niemals kennen lernen durften und ich versuche ihnen das Gefühl zu geben, Geschichten zu erzählen, so dass sie am Ende vielleicht doch ein bisschen wissen, wie es ist ihn gekannt zu haben. Sie verstehen, dass ich ihn vermisse und dass es für mich manchmal nicht einfach ist mit meinen Gefühlen im Reinen zu sein. 

Der Miniheld hat manchmal große Angst vor dem, was irgendwann mal passieren könnte, wenn wir nicht mehr da sind. Und dann ist da ja noch das Älter werden. Ein Zustand, den wir einfach nicht aufhalten können.

Larson ist schon alt und scheint mit dem Leben abgeschlossen zu haben…

Heute, am zweiten Tag unserer Kinderbuch – Woche, möchte ich euch von Larson erzählen. Die Einleitung erscheint vermutlich etwas bedrückend und düster und genauso beginnt aus meiner Sicht auch das Buch von Martin Widmark „Als Larson das Glück wiederfand“. Neben der Tatsache, dass ich oft mit dem Gefühl vom Vermissen zu kämpfen habe, befinde ich mich aber auch irgendwie ständig auf der Suche nach dem Glück und deshalb sprach mich der Titel auf eine seltsame Art und Weise direkt an.

Larson

Larson ist ein alter Mann und wohnt alleine in einem großen alten Haus. Seine Frau ist schon vor einiger Zeit gestorben und seine Kinder ausgezogen und haben nun selber Kinder. Jeden Tag läuft er vor dem Schlafen gehen durch das Haus und schwelgt in Erinnerungen. Er hört die Stimme seiner Frau, riecht die Düfte vom Essen, das sie für ihn gekocht hat und sieht seine Kinder spielen. Alles Schatten der Vergangenheit, in denen er irgendwie fest zu hängen scheint. Er ist grummelig und immer für sich alleine. Selbst sein Kater hat ihn irgendwann verlassen und ein Sonnenstrahl hat schon lange keinen Weg mehr durch die dreckigen Fenster in das Haus gefunden.

Am Abend wünscht er seiner Frau eine gute Nacht und schläft müde in seinem Bett ein. Er scheint bereit zu sein für das, was da noch kommen mag…

Wie ein Samenkorn Hoffnung bringen kann.

LarsonDas Buch liest sich auf den ersten Seiten ziemlich schwer und bedrückend. Man verfällt beim Betrachten der Bilder in eine seltsam ruhige und nachdenkliche Stimmung. Und dann kommt die Wendung, als eines Abends ein Junge noch sehr spät an der Tür klingelt.

Er überreicht dem alten Larson einen Blumentopf mit der Bitte sich doch um seine Blume zu kümmern, während er selber mit seinen Eltern im Urlaub ist. Larson hat kaum eine Chance zu widersprechen, da ist der Junge auch schon wieder weg. Etwas ratlos und ein wenig verärgert bleibt Larson mit dem Blumentopf voll Erde zurück. Plötzlich hat er eine Aufgabe, einen Zweck, den er jeden Tag zu erfüllen hat. Zuerst gefällt ihm der Gedanke überhaupt nicht und er möchte die Verantwortung ignorieren, letztendlich möchte er den Jungen aber auch nicht enttäuschen und stellt sich dieser neuen Aufgabe. 

Und mit dieser verändert sich auch bei Larson auf einmal etwas.

Ein schönes und nachdenkliches Kinderbuch, das Martin Widmark geschaffen hat. Die Zeichnungen, die Illustratorin Emilia Dziubak dazu geschaffen hat, haben ein ganz eigenes Licht. Sie erscheinen erst dunkel und bedrückend, haben aber auch eine gewisse Faszination und strahlen trotz ihrer Dunkelheit viel Wärme aus.  Man kuschelt sich beim Lesen irgendwie in die feinen Striche der Bilder ein und taucht ab in ein wohliges Gefühl. 

Larson

Das Thema ist wirklich nicht einfach, wie ich finde und wenn man das Buch mit Kindern liest, wird man mit dem Kind im Anschluss, oder auch schon während dessen, reden müssen. Warum ist Larson so traurig und grimmig. Wieso ändert sich seine Stimmung mit dem Wachstum der Pflanze. Was bedeutet Vermissen? So viele Fragen, so viele Gefühle, die man verarbeiten muss und sollte.

Trotz des schweren Themas, finde ich, haben Martin Widmark und Emilia Dziubak gemeinsam mit „Als Larson das Glück wiederfand“ ein wunderschönes Buch geschaffen. Erschienen ist es im Verlag arsEdition und zielt auf eine Altersgruppe von 5 Jahren ab. Auf 40 farbig bebilderten Seiten taucht man ab in die Gedankenwelt eines alten Mannes und darf miterleben, wie er wieder ins Leben zurück findet. 

Heute gibt es damit eine klare Leseempfehlung von mir.

 

 

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2 Kommentare

  1. Ich wusste erst nicht so richtig was ich von dem Buch halten sollte als ich es das erste mal in der Hand hielt weil es einfach so dunkel war und nicht farbenfroh wie man das sonst von Kinderbüchern gewohnt war. Aber trotz dieser sehr düsteren Stimmung zu Anfang hat dieses Buch auf seine Weise etwas ganz besonderes. Ich finde es toll.

    • Sarah Kroschel

      Ja, genauso ging es mir auch. Es hat irgendwie eine ruhige und drückende Stimmung, die sich dann mehr und mehr auflöst und am Ende fühlt man sich ganz leicht.

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