Die Sache mit der Zahnfee…

Zahnfee

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„Schau mal, ich hab einen Wackelzahn“, mit diesen Worten rannte der Miniheld die letzten Wochen durch die Gegend. Nach über drei Wochen war er ja schon am Rande der Verzweiflung, weil der Zahn einfach nicht ausfallen wollte. Bis ihn dann am letzten Wochenende ein Junge bei einem Fußball – Turnier erlöste, nachdem er ihn etwas unglücklich foulte. Aufgeregt kam der Miniheld mit seinem Zahn in der Hand und dem Mund voller Blut vom Rasen zu mir gerannt und ich suchte wie wild nach einem Taschentuch. Endlich, da war er, der erste ausgefallene Zahn. Wie glücklich ein Kind bei so etwas sein kann, oder? Ich war es damals auch. Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern…

Zahnfee

„Dann kommt ja bestimmt bald die Zahnfee zu dir, oder?“

Standard – Spruch der letzten Wochen. Die Antwort von jedem, dem der Miniheld von seinem lockeren Zahn erzählte. Etwas unbedacht, wie ich finde, denn was wäre, wenn wir bei uns gar keine Zahnfee hätten? Was wäre, wenn der Zahn einfach ausfällt und gut ist? Nicht jeder steht hinter der Geschichte mit der Zahnfee, oder?

Um es vorweg zu sagen: Natürlich kommt auch zu uns die Zahnfee. Sie kam in meiner Kindheit und legte mir eine Kleinigkeit unter das Kopfkissen und sie wird auch zu meinen Kindern kommen. Ich mag die Idee, dass da jemand diesen Teil von meinem Kind aufbewahrt. Dennoch ist es schwierig davon auszugehen, dass es in jedem Familienhaushalt so gehandhabt wird. Ich antwortete dann gerne „Tja, spätestens jetzt muss sie wohl“ und erntete dafür verlegene Blicke. Ich pflege in so einem Fall meist erst einmal die Eltern zu fragen, ob es bei ihnen eine Zahnfee gibt, bevor ich die Kinder darauf anspreche.

Wer ist die Zahnfee überhaupt?

Kinder fragen das ja manchmal. Wann kommt sie, wer ist sie und warum holt sie eigentlich die Zähne der Kinder und gibt ihnen dafür auch noch etwas. Es ist ein Tauschgeschäft, nicht wahr? Ich liebe übrigens die Darstellung der Zahnfee und ihrer Funktion in der Geschichte rund um die Wächter des Lichts. Die Zahnfee und ihre Helfer sammeln die Zähne aller Kinder ein und bewahren sie für sie auf, denn es sind ihre Kindheitserinnerungen. Mit jedem Zahn… und diese Idee ist wunderschön  und erschreckend zugleich… verliert das Kind ein Stück Kindheit und mit jedem „Erwachsenen – Zahn“ der ihnen stattdessen nun wächst, sind sie wieder ein Stück größer geworden. So könnte man es betrachten, oder?

Wenn ich also meinem Sohn sage, dass die Zahnfee ihm etwas für seine Kindheitserinnerungen gibt, hat das etwas Seltsames und Schönes. Habe ich denn nun eigentlich keine Erinnerungen mehr an meine Kindheit, nur weil ich keine Milchzähne mehr im Mund habe? Nein, das würde ich so nicht sagen, denn einen Teil davon trage ich in meinem Herzen, nicht wahr?

Tatsächlich ist die Zahnfee übrigens ein Fabelwesen aus der amerikanischen und britischen Folklore und die Geschichte um sie herum ist schon über 100 Jahre alt…

Von großen Erwartungen von kleinen Menschen.

Natürlich hat der Miniheld in der Schule von seinem Wackelzahn erzählt und war etwas enttäuscht, als die Reaktion der anderen Kinder sich in Grenzen hielt. Ihr müsst nämlich wissen, dass er lange auf seinen ersten Wackelzahn gewartet hat. Alle seine Freunde hatten schon einen oder mehr Zähne verloren. Teilweise vor zwei Jahren schon. Einer seiner besten Freunde hat sogar schon seinen dritten Zahn verloren, genau an dem Tag, wo ihm sein eigener ausfiel. Das weckte etwas Frust in ihm, weil er doch so gerne diese Erfahrung mit den anderen teilen wollte.

Wie auch immer. Die Kinder tauschten sich natürlich in der Schule über die Dinge aus, die sie von der Zahnfee bekommen hatten. Das ging über verschiedene Dimensionen hinaus. Während der eine „nur“ eine Münze bekam, bekamen andere gleich ganze Spielzeuge. „Meine Freundin hatte unter ihrem Kissen einen großen Schminkkoffer von der Zahnfee“, erzählte der Miniheld einen Tag nach der Schule aufgeregt. „Urgs“, ging mir dabei nur durch den Kopf. Die Angst, dass der Miniheld nun Großes erwarten würde, wuchs in mir, denn eigentlich gehörte es nicht zu meinem Plan den Besuch der Zahnfee zu einem zweiten Weihnachten werden zu lassen…

Was die Zahnfee brachte und wie der Miniheld reagierte.

Ich wollte mich eigentlich gerne an den alten Gedanken aus der Geschichte von damals halten. Der Miniheld sollte seinen Zahn unter das Kissen legen und die Zahnfee würde ihn in der Nacht, während er schläft, abholen und ihm dafür einen Taler unter das Kissen legen. Nun hatte ich etwas Angst, dass er in anbetracht dessen, was seine Freunde so bekommen hatten, darüber enttäuscht sein würde. Lange hatte ich gezweifelt und überlegt, ob ich eventuell doch etwas anderes tun sollte. Letztendlich wollte ich aber nicht, dass es wieder eine Sache wird, die unnötig ausartet. Mir war die Geschichte rund um die Zahnfee viel wichtiger.

Also schlich ich nachts, nachdem der Miniheld endlich eingeschlafen war, in sein Zimmer und erschrak. Beide Kissen waren vom Bett geschmissen und der Zahn lag offen rum. Der Miniheld hatte sich an das andere Ende des Bettes gekuschelt. Ohje… na gut, dass der Zahn nicht irgendwo dazwischen gerutscht war. 

 Zahnfee

Ich nahm den Zahn und legte ihn in eine kleine Zahndose (Affiliate), die ich vor einiger Zeit schon einmal vorsorglich bestellt hatte. Die Zahndose stellte ich auf seinen Nachttisch und legte einen kleinen Brief dazu, der von der Zahnfee war. Da seine Kissen nicht mehr auf dem Bett lagen, legte ich ihm seine Münze auf die Matratze und schlich wieder nach unten.

Am Morgen danach…

… kam der Miniheld die Treppe herunter und zeigte mir stolz seine Dose. Den kleinen Zahn darin hatte er erst gar nicht gesehen und dachte, dass er nun magisch erschienen wäre. Auch dachte er, dass die Zahnfee wohl die Kissen vom Bett geschmissen haben musste, worüber ich innerlich ganz schön lachen musste. Kindliche Fantasie ist etwas so Wundervolles. Den Taler drückte er mir in die Hand „Hier, damit möchte ich gerne meinen Drachen bezahlen“, sagte er, doch ich gab ihm den Taler zurück und meinte nur, dass es seiner wäre. Er war immerhin von der Zahnfee.

Aber am meisten hatte er sich wohl über den Brief gefreut, in dem die Zahnfee sehr lobte, wie gut und gründlich er seine Zähne putzen würde. Keine Enttäuschung, keine Trauer darüber, dass er kein großes Spielzeug bekommen hatte. Einfach ein bisschen Magie, ein bisschen Illusion und Glück für ein Kind, das so lange auf diesen Moment gewartet hatte.

Ich genieße das alles derzeit noch sehr. Die Tatsache, dass es für meinen Sohn, der alles sonst immer mit so viel Logik betrachtet und die Dinge hinterfragt, noch immer einen Weihnachtsmann, einen Osterhasen und nun auch eine Zahnfee gibt. Wer weiß, wie lange das alles noch anhalten wird…

4 Kommentare

  1. Sooo schön, liebe Sari. :) Ich fand „Die Wächter des Lichts“ auch toll, kannte die Zahnfee selber jedoch nicht aus meiner Kindheit. Meine Mama hat unsere ausgefallenen Zähne in einem kleinen Plastikdöschen von einem Juwelier gesammelt. Vermutlich waren da mal Ohrringe drin.
    Ganze Spielzeuge für einen ausgefallenen Zahn, das wäre mir auch definitiv zu viel und bis zu deinem Beitrag habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht, dass allein das Umfeld wohl dafür sorgen könnte, dass unsere Kleine irgendwann eine Zahnfee erwarten würde. *oops*

    Wie handhabst du es jetzt bei den anderen Zähnen? Gibt es dann auch einen Taler oder gibt es das nur für den ersten Zahn?

    • Sarah Kroschel

      Ja, gute Frage. Ich weiß, bei mir lag (bis auf Zähne mit Löchern und Backenzähne) für jeden der vorderen Milchzähne etwas drunter. Ich hoffe, ich habe noch etwas Zeit, mir dazu Gedanken zu machen. Aber für mich bleibt es nach wie vor dabei, dass es nix Großes geben wird.

  2. Jaaaaa, die Zahnfee! Beim Großen (7) sind ja inzwischen schon 6 oder 7 Zähne raus. Den ersten hat er bereits mit 5 Jahren verloren, weil er sich den schon mal angeschlagen hatte. Da hatte uns der Zahnarzt schon vorgewarnt, dass das wohl der erste Zahn wird, der sich verabschiedet. Und so war’s dann auch. Für ihn war es ein ziemlicher Schock. Wir haben es dann so gemacht, dass er eine ???-CD und eine Münze bekommen hat. Beim 2ten und 3ten dann irgendwie auch. Dann habe ich es aber beendet.
    Bei mir selbst gab es das damals auch nicht. Und ich hätte es auch nicht gemacht, wenn der „Außendruck“ nicht da gewesen wäre. Da rege ich mich immer noch auf. Viele Eltern übertreiben es da leider.
    Extrem fand ich es einmal Ostern: Ich hatte Strietzi schon drauf vorbereitet, dass der Osterhase nur Süßigkeiten und vielleicht noch eine Kleinigkeit bringt. Weil schließlich kann der nicht so große Sachen tragen. Hat er in dem Moment auch verstanden. Als ihm dann seine Freunde aber erzählt haben, welche Lego-Sets sie bekommen haben, ging mir doch mal die Hutschnur hoch. Warum?
    Aber was soll man machen? Es ist nur schwer, das dem Kind dann zu verklickern. Ich will das einfach nicht!
    LG, Tina

    • Sarah Kroschel

      Ohja…das hatte ich beim Osterhasen auch. Ich habe ihm auch erklärt, dass es da ein bisschen Süßkram und vielleicht eine Kleinigkeit gibt. Diesen Jahr waren neben ein paar Schokoeiern eben auch Sammelkarten versteckt und für das Heldenkind eine kleine Hundefigur.
      Ähnlich dramatisch ist es aber auch mit dem Nikolaus. Da gibt es bei uns auch nur einen Schoko -Nikolaus und vielleicht ein Buch oder eine CD (eben etwas einigermaßen Sinnvolles), aber andere Kinder haben auch schon von großen Lego – Sets usw. berichtet. Wie ein zweites Weihnachten eben. Das finde ich schade, weil es so irgendwie diesen magischen Charakter verliert.
      Ich denke auch, zumindest die forderen Milchzähne werden noch beachtet werden und dann reicht es.

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