„Das Leben und ich“ – Eine Geschichte über den Tod #Rezension

Tod

Rezension*

Der 19. Dezember ist für mich immer ein sehr spezielles Datum. An diesem Tag kreisen meine Gedanken und ich bekomme sie nur schwer geordnet. Am besten läuft es immer, wenn ich mich einfach ablenke. Daher werde ich heute wohl mit den Kindern in der Küche Weihnachtswichtel spielen und leckere Geschenke kreieren, so dass ich gar keine Zeit habe großartig nachzugrübeln. Der 19. Dezember ist für mich ein Tag des Erinnerns und auch des Vermissen.

Vor zwei Jahren stellte ich zu diesem Anlass einige schöne Kinderbücher vor, die das Thema Trauer und Vermissen jedes auf seine ganz besondere Weise aufgreift und bearbeitet. Schaut gerne noch mal rein, nach wie vor lege ich sie jedem ans Herz, der sich (leider) mit diesem Thema befassen muss.

Auch in diesem Jahr möchte ich diesen Tag nutzen und euch ein schönes Buch vorstellen

Viel zu präsent ist das Thema. Immer wieder. Und leider auch schon bei den Kleinsten. Sie stellen fragen, wollen es verstehen und manchmal wissen sie gar nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen.

Ich weiß auch nicht, wieso es im Dezember einem oft so intensiv und teilweise auch gehäuft erscheint, aber dem ist irgendwie so. Jedes Jahr wieder aufs Neue. Vielleicht kennt ihr das ja und euch geht es ähnlich. Der Dezember ist eh schon so voll und ein Zwiespalt zwischen Stress und Vorfreude, dass die Emotionen sowieso schon am hochkochen sind. Vielleicht nimmt man alles einfach auch nur viel sensibler wahr. Na jedenfalls habe ich heute, an diesen für mich besonderen Tag, wieder eine Buchempfehlung zu diesem Thema für euch mitgebracht.

„Das Leben und ich – Eine Geschichte über den Tod“ von Elisabeth Helland Larsen

Tod

Den Tod zu beschreiben, das ist eine schwierige Aufgabe. Elisabeth Helland Larsen versucht es und hat dabei künstlerische Unterstützung von der Illustratorin Marine Schneider, die mit sanften Aquarellen den Worten von Larsen ein „Gesicht“ gibt. Dem Tod ein Aussehen verleiht, das wir im ersten Moment so gar nicht vor Augen haben.

Der Tod ist in ihrem gemeinsamen Werk ein Mädchen mit grünen Augen und einer Blume im Haar. Gar nicht so schrecklich, oder? Dieses Mädchen nimmt uns mit auf eine Reise und erzählt uns von sich, von seinen Aufgaben und von den Wesen, die es immer wieder trifft. Dabei besucht es große und kleine Tiere, alte, aber eben auch junge Menschen und ist ein fester Bestandteil von allem, was einen Anfang und ein Ende hat. Es erzählt uns, wie Tod und Leben zueinander gehören und das Einzige, was niemals enden wird, die Liebe ist, die wir jeden Tag erhalten können.

Es ist ein stilles, ernstes, aber auch traurig schönes Buch!

Ich finde, man gleitet nur so durch die Seiten. Als ob man neben dem Mädchen, das den Tod darstellt, herfliegt und ihren Erzählungen lauscht. Dabei sind die Worte, die Larsen gewählt hat, bei all der Schönheit aber auch traurig und sehr ehrlich und direkt, finde ich. So erzählt sie auch davon, dass der Tod auch schon zu den ganz kleinen kommt. Im ersten Moment musste ich schlucken, als ich das las und war mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich es so schon bereits mit meinem 8 jährigen Sohn lesen würde, der bereits seit Jahren viele Fragen über den Tod stellt und ja, auch etwas Angst schon jetzt davor hat. So wie auch ich. Wobei ich mich selber ehrlich gesagt immer eher vor dem älter werden fürchte. Wie geht es euch da?

Tod

Der Verlag selber sieht übrigens eine Altersempfehlung von 4-6 Jahren vor, wobei ich denke, dass man bei einem solch sensiblen Thema eh nach seinem eigenen Gefühl gehen muss, wann man mit dem eigenen Kind darüber sprechen möchte. „Das Leben und ich: Eine Geschichte über den Tod“ ist ein wunderschön illustriertes Buch mit sanften Worten, die in mir selber eine ruhige und angenehme Stimmung hervor gerufen haben, doch glaube ich fast, dass mein großer Sohn dafür etwas zu sensibel ist. Mit dem kleinen jedoch, der jetzt 4 Jahre alt ist, könnte ich es ohne Probleme lesen und im Anschluss darüber sprechen. Auch mit dem großen, aber er würde es doch anders verarbeiten.

Im Grunde denke ich doch als Fazit, dass es vor allem ein wunderschönes Buch über ein sensibles Thema ist, das mit seinen sanften Illustrationen Freude beim Lesen und Betrachten bereitet und zum Reden einlädt. Erschienen ist das Buch im Verlag Kleine Gestalten.

*Anmerkung: Das Buch wurde uns vom Verlag Kleine Gestalten als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.