“Metti Meerschwein” von Madlen Ottenschläger #Rezension

Metti Meerschwein

Rezension*

Stellt euch vor, ihr lebt auf einem Bauernhof. Jeder Tag ist ein kleines Abenteuer und ihr dürft diese zusammen mit euren Freunden erleben. So lebt Metti ein herrliches Hasenleben und genießt dieses in vollen Zügen.

Wer schon einmal Ferien auf einem Bauernhof verbracht hat, der weiß die Atmosphäre und Idylle dort sicherlich zu schätzen. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass ich mit meinen Eltern vor vielen, vielen Jahren auf der Durchreise auch mal ein zwei Tage dort verbrachte. Ich kann mich an den Hahn an Morgen und an das Muuhen der Kühe erinnern. Besonders präsent ist aber sicherlich die Erinnerung an eine blau weiße Tasse voll leckerer Kakao, den mir die Bäuerin damals morgens auf den Frühstückstisch stellte. Auch mit der Schule ging es mal für eine Klassenfahrt auf einen Reiterhof, allerdings hatte ich dort doch ganz schön mit Heimweh und meiner Tierhaarallergie zu kämpfen.

Aber keine Sorge, mit solchen Problemen hat Metti nicht zu tun.

Im Gegenteil. Metti und ihre Hasenfreunde führen ein gutes Leben und haben zusammen viel Spaß. Mit ihrer besten Freundin Hedi macht sie Wettrennen durch den Wald, mümmelt ordentlich Löwenzahn und tanzen können sie wie die Weltmeister. Zwar merkt Metti hin und wieder, dass Hedi in vielen Dingen besser ist als sie und sie irgendwie anders macht, aber dafür hat ja auch Metti ihre Stärken und über diese Unterschiede hat sie auch nie großartig nachgedacht.

So kann Metti zum Beispiel ganz großartig pfeifen und ist so ein wunderbarer Schiedsrichter, wenn die anderen Fußball spiele. Und was noch viel wichtiger ist: Mit ihrer intensiven Wahrnehmung und ihrem kräftigen Pfiff kann sie ihre Freunde immer wieder rechtzeitig vor dem gierigen Fuchs Fredi warnen, der die Hasen gerne hin und wieder auf seinen Speiseplan setzen möchte. Bisher erfolglos. Dank Metti!

Metti Meerschwein

Doch dann taucht eines Tages jemand Neues auf dem Bauernhof auf

Eines Nachts gibt es im Hasenstall allerdings auf einmal unheimliche Geräusche, von denen Metti geweckt wird. Erst denkt sie, es könnte der Fuchs oder ein Räuber sein, doch es stellt sich heraus, dass es ein Hase auf Wanderschaft ist, der bei den Bauernhofhasen vorbei schaut.

Als dieser recht plump und unfreundlich feststellt, dass Metti ja etwas vollkommen anderes als die Hasen ist, bricht für Metti die Welt zusammen und ein Gefühl von Trut, einer Mischung aus Trauer und Wut, breitet sich in ihr aus und sie rennt weg.

Verletzt fühlt sie sich und enttäuscht von ihren Hasenfreunden, die nie etwas gesagt, sie sogar belogen und vor dem neuen Hasen nicht in Schutz genommen haben. Ob sich wohl alles wieder aufklären wird?

“Metti Meerschwein” von Madlen Ottenschläger und Stefanie Reich

Metti Meerschwein

Das Kinderbuch “Metti Meerschwein” von Madlen Ottenschläger mit den wirklich niedlichen Illustrationen von Stefanie Reich trägt eine wichtige Botschaft in sich. Für uns alle ist auf den ersten Blick erkennbar, dass sich Metti von ihren Freunden unterscheidet, denn sie ist ein Meerschwein und wir alle wissen, dass sich die Fähigkeiten von Meerschwein und Hasen doch sehr unterscheiden. Was aber nicht bedeutet, dass sie sich nicht gut verstehen können. Überträgt man das auf uns Menschen, so unterscheiden wir uns auch alle voneinander. Keiner ist gleich. Jeder bringt Stärken und Schwächen mit sich und es gilt hierbei vor allem die Menschen zu finden, mit denen wir uns wunderbar gegenseitig ergänzen und wertschätzen.

Taucht man in die Geschichte des Meerschweinchens ein, so ist dies hier eigentlich der Fall. Sicherlich wird auch den Hasen aufgefallen sein, dass Metti anders ist, aber es hat wirklich niemals jemanden gestört. Erst, als jemand anders kommt und die Unterschiede aufzeigt, wird es tatsächlich zu einem Thema, das einem viel wichtigeren nachher aber unterliegt: Der Freundschaft und dem Zusammenhalt. Denn wie wir uns denken können: Ende gut alles gut.

Ein wirklich süßes und gelungenes Kinderbuch aus dem Verlag arsEdition.

*Anmerkung: Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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