Projekt 52 im März: Entscheidung
Ich tue mich diesen Monat ein wenig schwer mit dem Projekt 52, aber das mag sicherlich auch daran liegen, dass er etwas chaotisch gestartet ist und einige echte, wie auch mentale Baustellen uns gerade auf Trap halten.
Nicht nur das Thema diese Woche lautet “Entscheidung”, das ich für heute aus der Liste gewählt habe, auch im realen Leben liegen gerade einige Entscheidungen vor uns. Manche haben mit einer Baustelle zu tun, die in den Osterferien unseren Alltag bestimmen wird. Andere mit der Zukunft unserer Kinder.
Projekt 52 im März: Entscheidung
Anfang der Woche flatterte ein Brief bei uns in den Briefkasten. Er enthielt eine Zusage, die wir jetzt nur noch bestätigen oder ablehnen müssen. Ich habe ehrlich gesagt gedacht, dass wir noch etwas länger Zeit hätten, um uns damit eingehender beschäftigen zu können. Wie es aber aussieht, muss die Entscheidung doch spätestens innerhalb der Osterferien gefällt werden müssen und wir sind uns einfach noch so verdammt unsicher. Das ist wirklich nicht einfach.
Als ich nun diese Woche zur Post lief und dabei eine Brücke überqueren musste, fühlte ich mich ein wenig an diesen inneren Zwiespalt erinnert. Die Brücke hat zwei Möglichkeiten, um sie zu überqueren. Der eine Weg ist eher beschwerlich, der andere soll einem die Sache einfacher machen. Hier durch die Art… naja ich nenne sie jetzt mal Schienen. Als ich früher über diese Brücke mit dem Kinderwagen rüber musste, sollten diese Schienen mir das Überqueren erleichtern. Taten sie im Übrigen nicht. Die Reifen meines Kinderwagens passten gerade so auf Quetsch da rein und es war immer ein echter Kraftakt, ihn dann da hoch zu schieben. Abwärts war es leichter übrigens.

Also stand ich oft davor und überlegte, ob ich den Wagen nicht lieber tragen sollte oder es eben doch mit dem beschwerlichen Geschiebe versuchte. An manchen Tagen überlegte ich sogar, ob ich lieber einen Umweg in Kauf nahm, um diese Brücke vermeiden zu können. Und das sind vergleichsweise banale Entscheidungen, für die man auch recht einfach eine Lösung findet. Im Zweifelsfall ist hier die Konsequenz, dass ich eben einen etwas anstrengenderen Weg gehen müsste. Das ließ sich gut verkraften.

Wenn ich jedoch Entscheidungen treffen muss, die den Lebensweg meiner Kinder bestimmen, dann tue ich mich unglaublich schwer. Die Angst davor eine falsche zu treffen, die ist enorm groß. Man entscheidet ja nicht für sein eigenes Leben, sondern eben für das eines anderen Menschen und das hat noch einmal ein vollkommen anderes Gewicht.
Ich hoffe, dass wir am Ende die richtige Entscheidung gemeinsam treffen werden.
Weitere Beiträge zu den Themen vom Projekt 52 im März findet ihr hier.



13 Kommentare
bullion
Ich kann das gut nachvollziehen. Mit Entscheidungen, die den weiteren Lebensweg beeinflussen, tue ich mir ohnehin schwer. Wenn es dann noch die Kinder betrifft, umso mehr. Mit der Brücke hast du ein schön symbolisches Bild dafür gefunden. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr mehr Klarheit und Zuversicht bekommt, euch in eine Richtung zu entscheiden. Oft wird es ja besser, wenn die Entscheidung gefallen ist. Ganz egal wie.
Sari
Ja, dann ist diese Last schon einmal weg und dann dauert es nochmal, bis wir sehen, ob die Entscheidung die richtige war. Ich denke wir werden uns die Woche noch nehmen und dann entscheiden.
Lorenzo
Sehr schön! 🤩
Ich muss bei dir wieder öfter vorbeischauen und kommentieren. In der letzten Zeit habe ich es etwas vernachlässigt. Sorry 😦
Sag mal, ist dein neues Theme ein Block-Theme?
Lorenzo
Sari
Öhm, keine Ahnung, nicht wirklich darauf geachtet. Mach dir mal keine Gedanken ob du zu oft oder zu wenig hier bist. Ich freue mich über jeden Besuch und manchmal passt es halt zeitlich nicht so rein. Alles gut.
Lorenzo
Vielen lieben Dank, Sari! 🙏
Das ist nett. ☺️
Christine
Uh, Entscheidungen für andere Menschen treffen ist eine schwierige Sache. Wobei man das als Eltern ja quasi ständig muss. Es gibt aber solche und solche Entscheidungen. Was sagt denn der Sohn dazu?
Die Brücke und eure Geschichte finde ich übrigens ein gutes Bild dazu und ich bekomme gerade eine Idee für mein Foto.
Sari
Mit dem wollen wir uns jetzt nochmal in Ruhe zusammen setzen und abwägen. Keiner von uns weiß so 100 %ig eine Lösung!
Christine
Ich sage in der Beratung ab und an, dass es manchmal nur die Wahl für die bessere der schlechten Optionen gibt. Keine Ahnung ob das bei dir passt…
Sari
Haha, vielleicht passt das sogar *lach*
Christina
Ich kann das mega gut verstehen. Und hat man eine Entscheidung getroffen, so fragt man sich ständig, ob es die richtige war. Ich ertappe mich, wie ich Themen prokrastiniere, um der Entscheidung aus dem Weg zu gehen, wohl wissend, dass die Zeit im Zweifel entscheidet, wenn ich mich nicht gekümmert habe.
Auch rückwirkend immer mal wieder das nagende Gefühl. War es richtig? Oder war es doch die falsche Entscheidung? Hätten wir es anders machen sollen?
Oft versuche ich in solchen Momenten mich daran zu erinnern, dass “viele Wege nach Rom” führen und nicht alle Türen automatisch zugehen, wenn man eine wählte. Aber klar, zurück geht es halt auch nicht.
Es bleibt ein Dilemma.
Sari
Ja, manche Themen lassen einen dann nachhaltig wirklich nicht los. Aber ich habe auch schon Situationen gehabt, da zeigte sich dann mit der Zeit, dass die Entscheidung richtig war und ich froh war diese getroffen zu haben. Beides kenne ich nur zu gut.
Massimo
Entscheidungen zu treffen heißt Erwachsen sein. Und es ist auch die größte Freiheit Entscheidungen treffen zu können. Leider kommen viele damit nicht zurecht, denn jede Entscheidung hat auch Konsequenzen und mit diesen zu leben kann schwierig sein.
Und Entscheidungen für andere wichtige Lebewesen zu treffen ist das härteste was man machen muss. So wie du musste ich eine Entscheidung treffen die ich gerne niemals hätte machen müssen.
Dir wünsche ich, dass du dir Richtige triffst und dass sie dich nicht verfolgt.
Sari
Ohje, ich will gar nicht wissen, was das für eine Entscheidung war, aber ich ahne es, wie hart sie war.
Ja, es sind eben vor allem die Entscheidungen, die wir für andere treffen und dann müssen nicht nur wir, eben vor allem auch sie mit den Konsequenzen leben. Aber du hast natürlich recht: Es ist ein Privileg, dass wir dazu in der Lage sind Entscheidungen treffen zu dürfen.