#Buchempfehlung – „Das kleine WIR“ von Daniela Kunkel

Das kleine Wir

„Mama, heute haben wir vom kleinen Wir gelesen“, erzählte mir der Miniheld neulich, als er aus der Schule kam. „Was ist denn das kleine Wir“, fragte ich ihn daraufhin nur und er versuchte es mir zu erklären. Es wäre in einem drin und ist ein kleines Monster und wenn es einem nicht gut geht, dann gehe es auch dem wir nicht gut. So oder so ähnlich.

Seitdem sie in der Schule in der Klasse des Großen mit diesem Buch gearbeitet haben, ist das WIR Gefühl ständig Thema bei uns zu Hause. Das Buch musste meinen Sohn also sehr nachhaltig geprägt haben. Ich würde neugierig. Als ich zum Elternabend in der Schule zwischen einem Haufen anderer Eltern saß, ließ ich mir von der Lehrerin das Buch zeigen. An der Tür zum Klassenzimmer hingen zudem viele kleine Wirs, die von den Kindern gemalt wurden. Überall das kleine WIR. Wie schön, dachte ich nur.

„Das kleine WIR“ von Daniela Kunkel

Ich machte mich auf die Suche. Ein Buch, das mein Kind so nachhaltig beeindruckt hat, das musste ein gutes Buch sein. Zumindest eines, dass man vielleicht auch zu Hause für das Kind greifbar haben sollte.Ich entdeckte es im Carlsen Verlag.

Ein WIR entsteht, wenn sich zwei Menschen mögen und gut verstehen. Da jeder Mensch anders ist, sind auch die WIR überall anders und können für jeden vollkommen verschieden aussehen. Je stärker man sich mag, desto größer und kräftiger ist auch ein WIR:

In der Geschichte von Daniela Kunkel geht es um das WIR zweier Kinder. Nämlich Emma und Ben. Die beiden sind beste Freunde und erleben jeden Tag tolle Dinge. Eines Tages streiten sie jedoch immer wieder und sagen ständig ICH anstatt WIR. Damit geht es ihrem WIR gar nicht gut und so wird es immer kleiner und schwächer, bis es dann ganz verschwindet.

Emma und Ben geht es daraufhin gar nicht gut und sie vermissen ihr WIR. Was sie alles tun müssen, um ihr WIR wieder zu finden und wieder groß und stark zu machen, darum geht es in diesem Buch.

Wie bringt man Kindern das WIR – Gefühl altersgerecht näher?

Es ist nicht immer einfach besonders kleinen Kindern klar zu machen, dass es nicht immer nur um die eigenen Bedürfnisse gehen sollte. Vor allem, wenn man mit anderen Menschen zusammen ist. „Gemeinsam sind wir stark“, heißt es doch immer und in dem Buch lernen wir, dass ein WIR manchmal stärker sein kann als ein ICH.

Das kleine Wir

Streit und Uneinigkeit sorgen für ein ungutes Gefühl bei einem selber und bei den anderen, dargestellt durch ein niedliches kleines Monster. Ich finde den Gedanken ganz schön, dass dieses Gefühl von Zusammenhalt durch eine Figur dargestellt wird, die mit dem Grad der Stärke des Wir  – Gefühls eben wächst oder schrumpft. Dadurch bekommt das Kind vielleicht eine Ahnung davon, was Streit in einem Drin mit dem Menschen anstellen kann.

Das Buch hat großes Potential zum Aufarbeiten eines schwierigen Themas.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass die Lehrerin des Minihelden dieses Buch als Unterrichtsthema gewählt hat. Die Kinder kommen frisch in die Schule, in eine vollkommen neue Situation hinein, in der sie lernen müssen aufeinander einzugehen. Sie müssen sich gegenseitig unterstützen, helfen, aber auch Rücksicht aufeinander nehmen.

Das Buch vermittelt ihnen auf niedliche und spielerische Art und Weise, wie wichtig ist es, eine starke Gemeinschaft zu sein. Ich sehe so viel Potential darin, das dazu einlädt damit weiter zu arbeiten. Bilder von eigenen kleinen WIR Kreationen (denn wie wir wissen – jedes WIR sieht anders aus), kleinen Geschichten von eigenen Erlebnissen, in denen die Kinder erzählen können, was mit ihren Freunden besonders Spaß gemacht hat und mehr…

Das Buch an sich ist, wie bereits erwähnt, im Carlsen Verlag erschienen und besteht aus 40 farbig bebilderten Seiten. Kurze, aber klare Texte auf jeder Seite erzählen die Geschichte von Emma, Ben und ihrem WIR. Ein wunderbares Buch auch für Erstleser, aber vor allem zum Vorlesen ab 4 Jahren in gemütlicher Runde (oder vielleicht auch akut, wenn es mal Streit zwischen Freunden gibt)..

Unser Sohn liebt das kleine WIR!

Wir haben ein sehr emotionales und Gefühl beladenes Kind. Insofern ist dieses Buch perfekt für ihn, denn es gibt einem schwierigen Gefühl ein Gesicht, eine Form, die an sich aber dennoch wandel- und anpassbar ist.

Das kleine Wir

„Mein WIR ist ganz bunt, Mama!“

Immer wieder gerne holt er das Buch hervor, blättert nur darin und betrachtet das WIR oder liest es durch. Immer und immer wieder. Und damit wird es wohl zu einem unserer Lieblingsbücher werden.

Kanntet ihr das kleine WIR von Daniela Kunkel schon? Wie würde wohl euer WIR aussehen?

sari-unter

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