Liebes Tagebuch…

… es gibt diese Tage, da muss ich an dich denken. Als ich noch jung war, fand ich eines Tages unter meinem Kopfkissen (von der Zahnfee) ein kleines Buch mit Schloss. “Für deine Geheimnisse”, sagte meine Mutter damals zu mir. Ich fing an in Dir zu schreiben. Die Probleme einer angehenden Teenagerin (mehr war man ja noch nicht, wenn die Zahnfee einen noch besuchte *lach* ). Über Jungs aus meiner Klasse, Sänger, die mir gut gefielen. Gedanken über das Doofe am Krank sein und ekeligen Tabletten. Und irgendwann ignorierte ich dich. Noch heute sind deine Seiten nicht gefüllt.

Viele Jahre später versuchte ich es erneut. Ein neues Tagebuch. Neue Gedanken. Ältere Gedanken. Düster, deprimierend. Meine Mutter sagte “Man könnte meinen, du hast ein schreckliches Leben, wenn man sich das durchliest”. Ja, sie durfte es manchmal lesen. Wenn ich es heute lese, denke ich wie sie. Aber es gibt eine Phase im Leben eines Teenagers, da ist alles schrecklich und gemein und man denkt, die Welt hat sie ausschließlich gegen mich verbündet. Nun ja… Auch dieses Buch ist bis heute nicht vollständig gefüllt.

Liebes Tagebuch. Du und ich – Wir gehören einfach nicht zusammen. Entweder ich schreibe zu viel oder ich schreibe zu wenig und jedes Mal ist es an meine Lebensphasen gebunden. Alle ein Teil von mir. Aber nicht ausdauernd genug, um ein Buch zu füllen. Ich bin da leider nicht so wie manch andere, die schon so viele Bücher mit ihren Gedanken und Erlebnissen füllen konnten. Ganze Kisten oder Regale voll haben. Ich versuche es immer wieder mal, weil ich denke, es könnte mir helfen den Kopf frei zubekommen, aber am Ende… scheitere ich doch wieder daran.

Liebes Tagebuch. Es ist gut zu wissen, dass es Dich gibt und dass du für mich da bist. Aber irgendwie bin ich auch froh, dass ich dich nicht brauche. Wer weiß, vielleicht irgendwann doch mal? Sicher ist es schön sich erinnern zu können, in Altem zum Blättern und zurück zu blicken. Aber soll man nicht immer den Blick nach vorne gerichtet halten? Ich weiß es auch nicht…

Wie ist es mit Dir? Führst du Tagebuch?

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6 Kommentare

  1. says:

    Ich hatte nie ein Tagebuch und würde mir auch keins anschaffen. In alten, vergangenen Erlebnissen zu “wühlen” und wieder aufzufrischen, ist nicht meins. Es gibt einige Dinge, die ich einfach nur vergessen oder zumindest weit weg schieben wollte. Da möchte ich auch nicht nach vielen Jahren wieder davon lesen.
    Nach vorne blicken, das ist meine Richtung!

    1. says:

      Naja, ich brauche das schon manchmal, in die Vergangenheit zu blicken, um zu realisieren, wie sehr sich mein Leben verändert hat und es ist ja auch schön sich zu erinnern. Klar sollte man sich nicht in der Vergangenheit verlieren, aber so vieles war schön und man denkt viel zu selten dran ^^

  2. Ich habe Tagebuch geführt. Aber mit den bloggen damals habe ich aufgehört. ich glaub ich habe 4 oder 5 Bücher gefüllt, das letzte nicht mehr ganz. Ich habe gern geschrieben, aber lese nicht mehr gern drin. es war lange genug ein guter zuhörer, bis meine Freunde und der Blog den platz einnahmen.

    Heute fehlt es dann doch wieder, der Blog ist nicht mehr so voll mit gedanken, man weißt nie wer mitließt. aber ehrlich gesagt bin ich dann doch zu faul XD

    1. says:

      Ich finde, man hat auch den Hang zm Maulen, wenn man so für sich ist. Man wägt dann doch nochmal anders ab, wenn es Mitwisser gibt, ob alles wirklich so schlimm ist oder nicht ^^

  3. says:

    Finde den Satz deiner Mutter so schön, ich würde gerne das selber meiner Tochter geben und ihr den gleichen Satz sagen … <3

    Aber selber gebe ich zu habe ich noch nie ein Tagebuch zu Ende geschrieben. Mein Problem ist wie du schon erwähnt hast: entweder man schreibt zuviel oder man hat gar keine Lust zu schreiben x)

  4. Ivi says:

    Ich hab früher auch immer mal angefangen, aber über einen oder zwei Beiträge ist das ganze nie hinaus gegangen. Und dann hab ich irgendwann mit dem Bloggen angefangen und auf einmal sind 3 jahre rum (oder mehr) und ich hab regelmäßig geschrieben. Und einmal hab ich mit Scrapbooking angefangen und auf einmal habe ich 3 jahre am Stück in Bildern festgehalten, die immer wöchentlich meine erlebnisse aufzeigen. Das ist heut zu Tage wirklch ein Tagebuch für mich.. nicht mal für einzelne Gedanken, aber als kleine Doku für mein Leben und ich schau so gern da durch und erinnere mich.
    Ich glaube das war für mich früher der Punkt beim Tagebuch.. man wollte die erlebnisse festhalten (und nur nebenbei die Gedanken), aber fand sein Leben mit täglich Schule irgendwie langweilig und nicht erzählenswert. Heute weiß man, man lebt und genießt im jetzt und da ist selbst das Essen mit Freunden eine Erinnerung wert!

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