24 Wochen = 6 Monate

Die letzten Wochen, gerade die letzten beiden, waren ein bisschen wie eine kleine Folter für mich. Mein letzter Frauenarzttermin liegt nun über 6 Wochen hinter mir und ich denke immer wieder: Warum war das so schlimm für mich?

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Manchmal braucht es ein Morgenselfie, um sich selber etwas mehr zu mögen…

Normalerweise besucht man alle 4 Wochen den Arzt, damit dieser überprüfen kann, ob mit Dir und dem Baby alles ok ist und normalerweise bedeutet das für mich – und das war beim Minihelden schon so – eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Der Arzttermin kommt und die Aufregung und die Angst in mir drin wächst und steigert sich bis zum Höhepunkt, wenn man dann endlich ran kommt und der Arzt einem mitteilt, dass alles in Ordnung und er sehr zufrieden mit dem Verlauf und der Entwicklung ist. Die nächsten Tage sind Entspannung. Alles ist gut. Man fragt sich, warum man sich vorher so verrückt gemacht hat. Gerade jetzt, wo die deutlichen Anzeichen in Form von immer stärker werdenen Boxern und Tritten da sind und man deutlich zu spüren bekommt, dass das in einem drin mehr als nur lebhaft ist. Man ist ein paar Tage lang damit beschäftigt den Menschen um einen herum zu berichten, dass alles prima ist und die Euphorie und Erleichterung bleibt. In der zweiten Woche stellt sich dann zumindest bei mir so eine Art Gelassenheit ein und ich lebe einfach den Tag so wie er ist. In der dritten Woche denke ich dann schon so bei mir „Bald ist es ja wieder so weit“, streichel den Bauch und freue mich auf Neuigkeiten und in der vierten Woche, wenn der Termin wieder unmittelbar bevorsteht kommen sie wieder, ganz erbarmungslos und nicht mal schleichend, sie sind einfach wieder da: Angst und Aufregung.

Inzwischen sind wir im Krankenhaus registriert. Die 85. sind wir im Dezember und ich staune, wieviel noch für diesen Monat im gleichen Krankenhaus angemeldet sind. Das wird sicher spannend. Sogar einen neuen gebrauchten Kinderwagen haben wir bereits von Bekannten verkauft bekommen und in meiner Babykiste stapeln sich schon einige Kleidungsstücke und Spielzeuge. Die Namensdiskussion wird immer intensiver und ich habe Favoriten! Die meisten davon gefallen dem Mann übrigens nicht so und der Miniheld ist fast noch wählerischer. Selbst in der Kita scheint das regelmäßig Gesprächsthema zwischen dem Minihelden und seiner Erzieherin zu sein *lach*. So kann’s gehen….aber wir befinden uns inzwischen auf einem guten Weg.

Aber all das hat nicht wirklich über die letzten Tage und Wochen hinweg geholfen, denn als die oben geschilderten vier Wochen Emotionsachterbahn überstanden waren, musste ich noch zwei weitere Wochen warten. Auch ein Frauenarzt möchte mal Urlaub machen, nicht wahr? Und da kein Anlass bestand für eine intensivere Beobachtung, wurde der nächste Termin eben erst nach 6 Wochen vereinbart. Zwei weitere Wochen, in denen ich mich mit meinen Gefühlen auseinander setzen musste. Mir ist ja durchaus bewusst, dass das alles unnötige Verrücktmacherei ist, denn ich merke ja, dass es uns gut geht, aber man macht sich doch so seine Gedanken. Erst recht, wenn die Hitze einen des Öfteren so aus der Bahn wirft und man doch mal dann und wann, natürlich ausgerechnet in der Zeit wo kein Arzt greifbar ist, das eine oder andere Zimperlein hat, über das man gerne besprochen hätte…

paesseAm Donnerstag gab es aber nun endlich die Erleichterung, der Termin war da und ich konnte alle meine Fragen stellen, das Heldenkind sehen und es war das allererste Mal, dass wir den Minihelden mitgenommen haben. Das allererste Mal, dass der Miniheld live auf dem Bildschirm seinen kleinen Bruder gesehen hat, wie er gewunken und sich bewegt hat. Es war nämlich auch Zeit für das 2. große Screening und das war für uns alle wirklich aufregend. Außerdem hatte der Miniheld seinen Geschwisterpass mit dabei, den die Sprechstundenhilfe sehr gewissenhaft gemeinsam mit ihm ausfüllte (sie war übrigens total begeistert davon, denn sie kannte das so in der Form noch gar nicht). Ich glaube mit diesem Tag haben wir nochmal ein vollkommen neues Level erreicht, was unsere Beziehung zu unserem Dezember-Heldenkind betrifft und ganz besonders der Miniheld wurde nochmal auf einer ganz neuen Ebene an die Sache herangeführt. Der Stolz, mit dem er alles beobachtete und kommentierte, dem Arzt erzählte was er alles als großer Bruder machen würde….

… ich glaube dieses Mal wird die Euphorie in mir sicher länger als eine Woche anhalten, oder was meint Ihr?

ssw16-19-24

Btw. mit dem heutigen Tag liegt nun der 6. Monat hinter uns, wir sind genau 24 Wochen schwanger und starten damit in den 7.Monat und was noch viel wichtiger ist: Ab jetzt haben wir eine sehr wichtige Grenze überschritten, denn von jetzt an spricht man davon, dass das Heldenkind im Notfall überlebensfähig wäre, was einem ja doch nochmal einen ganzen Batzen Sorgen abnimmt, nicht wahr? Wenn es jetzt kommen würde, könnte es dennoch ein gesundes Kind mit etwas Hilfe werden. Was wir natürlich nicht hoffe, wir wollen noch ein paar Wochen und Monate das Schwanger sein genießen *lach*. Auch wenn wir es inzwischen alle drei kaum noch bis zur Weihnachtszeit abwarten können. Und mein persönliches kleines Highlight: Mit Ende des 6. Monats darf ich heute auch wieder etwas aus Marus Schwangerschaftskalender mopsen….

…ohje…ich glaube sie will mich rund machen. Dabei bin ich doch schon so rund…*lach*. Vielen Dank für die Nervennahrung, liebe Maru

sari-unter

6 Kommentare

  1. Ohje, ich weiß genau was du meinst… Sechs Wochen sind aber auch verdammt lang.
    Bei mir geht dieses hin und her mittlerweile Tage weise, manchmal sogar stündlich. In einem Moment ist alles gut, der kleine Akrobat turnt umher und dann passiert irgendwas, es zieht im Bauch oder ich bin lange unterwegs und dann kommt aufeinmal nichts mehr. Man redet und klopft und ärgert den kleinen, keine Antwort. Blödsinn, dem gehts schon gut, aber es kommt nichts. Und dann aufeinmal turnt er wieder los. Erleichterung und der Gedanke dass man ja mal wieder total über trieben hat. Aber man kann ja nichts dagegen tun.
    Am Anfang als es noch keine Bewegungen gab hatten wir uns einen Angelsound besorgt mit dem man mal dem Herzton lauschen kann. Mittlerweile hab ich aber schon ein paar Panikattacken mit kurzem rein hören abwehren können. Einerseits Kitschkram aber andererseits auch Beruhigung für die Seele.

    Hachje ist das alles aufregend

    • *lach* Ja, das Gefühl ist mir durchaus auch bekannt, aber das versuche ich dann doch weitesgehend unter Kontrolle zu halten ^^

  2. Ich war in der Schwangerschaft so ängstlich, mein Mutterpass wurde erweitert…ich habe die 4 Wochen auch immer kaum ausgehalten. Wobei es wirklich viel besser wurde, als Fine deutlich zu spüren war.
    Ich denke, das ist aber auch ganz normal.
    Jetzt ist ja schon ein kleines Bisschen Entspurt bei euch…toll ♥
    Und das mit dem Geschwisterpass finde ich ja auch toll! Ich habe mal davon gehört, aber so einen noch nie gesehen.

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