35 Jahre ich… ein Fazit und eine Bestandsaufnahme

35 Jahre

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Vor allem anderen möchte ich mich an dieser Stelle bei euch allen bedanken. Vor allem dafür, dass ich jedes Jahr aufs Neue feststellen darf, dass es da draußen so viele Menschen gibt, die an mich denken. Dabei beziehe ich mich auf die vielen Nachrichten und Glückwünsche, die mich gestern über die verschiedensten Kanäle erreicht haben und jeder einzelne hat mich so sehr gefreut! Habt Dank dafür. Das ist so wertvoll…

Nun blicke ich also auf 35 Jahre Lebenserfahrung zurück.

„Und?“, der Schwager in Spe sah mich interessiert an, „wie geht es dir mit deinem neuen Alter.“ Ich musste gar nicht darüber nachdenken, zuckte einfach mit den Schultern als Antwort. Nicht anders als vorher. „Frag mich nochmal, wenn ich 40 werde“, erwiderte ich. Aktuell bin ich in so einen Alter, da läuft die Zahl, die sich jedes Jahr verändert, einfach so nebenher. Auf die 20er hat man sich gefreut. Mit ihnen kommen meist Selbständigkeit und aufregende Veränderungen. Spätestens da wird man irgendwann mit Ausbildung fertig und arbeitet, zieht im Idealfall aus und findet jemanden, um sein Leben mit diesem zu verbringen. Mit 30 hat man vom Alter her diesen Erwachsenen – Status irgendwie so endgültig erreicht und denkt nicht mehr groß darüber nach. Ich bin gespannt, wie es sein wird, wenn ich dann wieder nulle….

Aber nun sind es eben 35 Jahre, in denen ich viel erlebt und viel erfahren habe. „Du hast dich in den Jahren, die wir uns kennen, für mich kaum verändert“, sagt der Schwager und ich glaube, er hat recht. Zumindest bin ich im Herzen nicht gealtert. Aber Mutter bin ich inzwischen geworden und das hat sicher doch einiges für mich verändert. Im Herzen jedoch bin ich wohl immer irgendetwas zwischen 16 und 25….

35 Jahre… Zeit für eine Bestandsaufnahme!

Was hat sich in 35 Jahren Leben so bei mir getan? Auf die Welt kommen, groß werden, die Welt entdecken. Zur Schule gehen, Freunde finden und irgendwann vor der Frage stehen „Was soll eigentlich aus mir werden“. 

„An wen denkst du zuerst, wenn du in einem abstürzenden Flugzeug sitzt“; war eine Frage gestern, als der Tag sich langsam dem Ende zuneigte und die Sonne schon lange untergegangen war. „Meine Kinder“; war meine Antwort. Ich musste nicht lange darüber nachdenken. Die Antwort kam einfach von ganz alleine. Meine Kinder. Da gibt es auch gar keine Diskussion. Es gab schon einmal einen Moment in meinem Leben, da saß ich im Auto Richtung Notaufnahme, nachdem ich eine Panikattacke hatte und dachte die ganze Zeit nur „Was ist, wenn ich nicht wieder nach Hause komme. Was ist dann mit meinen Kindern?“. Kein „Was passiert mit mir“ oder ähnliches. Ich hatte schreckliche Angst meine Kinder zurück zu lassen. Das machte die Panikattacke übrigens nicht besser, aber am Ende war nichts Schlimmes und natürlich kam ich zu meinem Kindern zurück. Aber dieses Gefühl, dieses Erlebnis war so einprägend, dass ich mich oft bis heute noch daran erinnere. So ein Erlebnis, das einem deutlich aufzeigt, wo die persönlichen Prioritäten inzwischen liegen. Was noch?

35 Jahre

Was habe ich erreicht in 35 Jahren Leben?

Ich bin angekommen. Irgendwie. Angekommen in dem Leben, das ich irgendwie immer gerne haben wollte. Ich wollte jemanden finden, bei dem ich mich sicher aufgehoben fühle. Jemanden, der mir all meine Wünsche von den Augen ablesen und meine Gedanken hören kann, ohne dass ich sie laut aussprechen muss. Ich wollte einen weißen Gartenzaun (auch wenn der erst noch gestrichen werden muss) und Kinder. Das waren im Groben meine Wünsche als Kind.

Und heute? Ich glaube, ich bin da wirklich ziemlich nah dran an der Vorstellung, die klein Sari vor vielen, vielen Jahren hatte. Da ist er, der Mann. Der Held, der mich aus meinem Gefühlschaos der Pubertät befreit hat nach einigen eher unglücklichen Beziehungen. Der Mann, der meine Gedanken versteht (auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind) und uns ein Leben ermöglicht, dass zulässt, dass keine Wünsche so wirklich offen bleiben.

Und da sind sie, die zwei Kinder, die meine Falten jeden Tag tiefer werden lassen. Als ich am Donnerstag in einem Brillenladen (ja, ich trage ab und an eine Brille) war, da hörte ich durch Zufall ein Gespräch zwischen einem Kunden und einer Verkäuferin. Die Kundin sagte „Wir sollten unsere Kinder viel mehr zu schätzen wissen. Sie bereiten uns zwar viele graue Haare und mehr und mehr Falten, aber es sind unsere Kinder und sie sind so wertvoll.“ Recht hat sie, oder? Meine Kinder sind etwas Besonderes. Beide. Jedes auf seine Art und ich würde wirklich alles für sie tun. Alles. 

Darum feiern wir jede Falte, jede Narbe, jeden müden Schatten unter den Augen. Feiern wir das Leben!

Natürlich sind die Falten rund um meine Augen in den letzten Jahren nicht nur mehr, sondern auch tiefer geworden. Ebenso wie die Schatten, die ich immer wieder versuche zu überschminken. Das Haar ist durchzogen von grauen Strähnen und oben auf dem Kopf erinnert es sogar an ein Streifenhörnchen. Und da sind die Narben des Lebens. Narben von Unfällen aus der Kindheit. Narben von körperlichen Veränderungen, die mich an verschiedene Zeiten erinnern. Erst die Zeit, in der ich meinen Körper gar nicht geliebt habe und massiv zunahm, dann die Zeit der Veränderung. 30 Kilo weniger und die Spuren der Zeit sind sichtbar. Narben von zwei Kindern, die in mir gedeihen und wachsen durften. Narben voller Erinnerungen. Meine Narben. An manchen Tagen hasse ich diese Spuren und an anderen Tagen ist mir mehr als bewusst, dass es Tagebuch – Einträge sind, die ich immer und immer wieder lesen kann. Wenn ich in den Spiegel blicke, dann sind da 35 Jahre voller Leben.

Ein Leben gefüllt mit Freunden, schönen Erlebnissen, wichtigen Ereignissen, auch Verlusten, Trauer und Ärger. Schwarze Zeiten gehören zu so einem Leben genauso dazu, wie die schönen Seiten. Alles kann man an den Spuren eines Körpers lesen.

Gestern haben wir gefeiert und ich danke allen, die ein Teil davon waren…

Ist es mir eigentlich gelungen an meinem Geburtstag die Faultier – Philosophie zu leben? Nun ja… mehr oder weniger. Ich stand von morgens bis zum Abend in der Küche und zauberte mit kräftiger Unterstützung des Helden ein Schlemmer – Buffet für die Menschen, die diesen Tag mit mir verbringen sollten. Wir kochten, es gab Muffins, und sogar mal wieder Zitronen – Limonade. So viel und irgendwie ließ ich die Ruhe dann doch nicht an mich heran.

35 Jahre

„Du bist so ruhelos“; hieß es irgendwann. Ja, das bin ich wohl. Ruhelos. Einfach nur sitzen, das habe ich vor einigen Jahren verlernt. Stattdessen bin ich überall und nirgendwo. Räume nebenbei auf und freue mich dann aber auch am nächsten Morgen, wenn ich aufstehe und alles ist irgendwie ordentlich, anstatt in ein Party – Chaos vom Vorabend zu kommen. 

Es gab viele Umarmungen, schöne Geschenke und anregende Gespräche. Ich bekam sogar eine selbstgebastelte Faultier – Girlande mitgebracht, die unsere Karibik – Deko perfekt ergänzte und hatte insgesamt wohl einen schöne Zeit.

Also danke an alle, die ein Teil davon waren, sei es durch persönliche Anwesenheit oder liebevolle Nachrichten, die mich immer wieder im Laufe des Tages erreichten. Das Gefühl ein bisschen etwas Besonderes zu sein, das ist an sich schon etwas Besonderes. Vielen Dank.

3 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch (nachträglich) liebe Sari :)
    Mit dem Alter geht´s mir wie dir … ich hänge gefühlt auch irgendwo zwischen 16 und 25. Dabei sagte mir mein Geburtstag letztens auch 36 ^^
    Wobei ich es fast angenehm so langsam. Also dieses ü 30. Empfinde es als wesendlich entspanner als die Teenzeit (so oder so) und Anfang 20,wo man evtl. noch etwas auf der Suche nach sich selbst war.
    Ich weiß noch das ich zunächst etwas Angst vor der „bösen“ 3 hatte. Jetzt muss ich doch langsam etwas grinsen wenn ich daran denke und grusel mich vor der 4 :D

    L.G
    Blackmoon

    • Sarah Kroschel

      Ja, vor der 30 hatte ich irgendwie auch nie so richtig Angst. Bei der 40 fühlt es sich tatsächlich anders an. Jetzt in den 30gern befindet man sich irgendwie so richtig schön mitten im Leben.

  2. Schön geschrieben. 😘 Das Gefühl nicht richtig anwesend zu sein, ruhelos, ständig unter Strom, kenne ich auch. Ich bemühe mich gerade aus vollem Herzen unseren Urlaub zu genießen. Jeden Moment aufzusaugen. Doch die Zeit rinnt mir wie Sandkörner durch die Finger. Als wäre ich in einem verschwommenen Tunnel und könnte nicht klar sehen. Die Zeit ist toll. Unbezahlbar. Zeit mit der Familie, mit den Kindern, doch manchmal habe ich das Gefühl, dass alles so schnell geht, dass ich mich selbst gar nicht mehr sehe. 😅 Seltsam…

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