Bin ich gerne alleine? – 1000 Fragen an mich (261-280)

1000 Fragen

Heute schmeiße ich mal wieder alle Pläne über den Haufen. Eigentlich plante ich für heute ein kleines DIY. Ich wollte euch zeigen, wie ich mit meinen Bastelmuffel – Kindern einen gar nicht gruseligen Kürbis für das Fenster bastel, aber heute Morgen bin ich so unglaublich müde. Wenn ich müde sage, dann meine ich tatsächlich müde. Geschlafen habe ich wenig. Einen Teil der Nacht auf dem Sofa. Neben mir ein ständig zappelndes und stark hustendes Heldenkind. Ich versuchte gar nicht erst ihn in sein Bett und anschließend mich in mein Bett zu legen. Ich blieb dort einfach mit ihm, bis er wach wurde, weil er auf Toilette musste. Eine kurze Unterbrechung der Nacht, die ich direkt ausnutzte, um mit ihm in sein Bett umzuziehen.

Die zweite Hälfte der Nacht verbrachte ich also im Bett des Heldenkindes. Sie lief deutlich ruhiger, als die erste Hälfte, doch die fehlenden Stunden Schlaf konnte ich so nun auch nicht mehr aufholen. Heute Morgen beschloss ich dann, dass wir heute einen Tag Pause in der Kita einlegen und ruhig machen. Kein Basteln. Kein Toben. Einfach ruhig. Stattdessen sitze ich nun hier, lese mich durch die nächsten 20 Fragen der 1000 Fragen, die man bei feiersun finden kann und grübel ein wenig über mich nach…

1000 Fragen an mich… und 20 Antworten für euch …

Witziger Weise habe ich festgestellt, dass ich ziemlich genau vor einem Monat das letzte Mal die 1000 Fragen bearbeitet habe. Am 18. September um genau zu sein. Witzig, denn das war so gar nicht geplant. Zufälle sind schon manchmal etwas Lustiges, oder? Neben mir höre ich nun alle paar Minuten einen trockenen Huster, der aber laut dem Kind nicht weh tut und vor mir sehe ich die Fragen. Keine 1000, aber zumindest 20 weitere, die mir dabei helfen wollen, mich ein bisschen besser zu verstehen. Wollen wir?

261. Über welche Themen unterhältst du dich am liebsten?
In der Regel, und ich befürchte das ist in meinem Alter fast normal, über die Kinder. Manche mag das nerven. Vor allem Freunde, die selber noch keine Kinder haben, aber Fakt ist: Sie bestimmen unseren Alltag. Mein Wecker klingelt morgens, weil ich die Kinder bringen muss, mittags plane ich das Essen für die Kinder, nachmittags ihre Aktivitäten, abends bringe ich sie zu Bett. Was dazwischen bleibt ist Haushalt und Arbeit. Manchmal reden wir über Arbeit, manchmal über kreative Dinge, oft über Fußball. Die Kinder jedoch füllen meinen Alltag derzeit so aus, dass sie mehr oder weniger oft zum Thema werden. Für mich aber vollkommen ok. 

262. Kannst du leicht Fehler eingestehen?
Ich versuche es. Ich gebe mir wirklich Mühe. Vor allem, wenn mir tatsächlich bewusst wird, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich möchte das dann auch geklärt haben, denn ich gehöre zu den Menschen, denen eigene Fehler schwer auf dem Herzen lasten und die dann Tage lang nicht schlafen können und mit Bauchschmerzen herum laufen. Ich kann natürlich nicht versprechen, dass ich mir meiner Fehler immer bewusst bin.

263. Was möchtest du nie mehr tun?
Mich von jemanden verabschieden müssen.

1000 Fragen

264. Wie ist dein Gemütszustand üblicherweise?
Grundsätzlich wohl ausgeglichen. Man sagt mir ja immer nach, dass ich viel Ruhe austrahle, wobei ich das Gefühl habe, dass ich von dieser Ruhe in den letzten Jahren einiges einbüßen musste. Ich merke, ich bin schneller mal gereizt als früher. Das nervt mich selber aber auch sehr. Üblicherweise habe ich immer viel gelächelt und gelacht und meine Prioritäten auf die Harmonie im Alltag gelegt. Derzeit würde ich meinen allgemeinen Gemütszustand als angespannt bezeichnen.

265. Sagst du immer die Wahrheit?
Ich lüge nicht. Nicht bewusst. Sage ich immer die Wahrheit? Vermutlich nicht. Kleine Unwahrheiten gibt es sicher dann und wann mal, aber ich denke schon, dass ich ein aufrichtiger Mensch bin. Wie schon oben erwähnt: Mir schlagen Lügen und Fehler oft schnell auf das Gemüt. Daher vermeide ich das eigentlich.

266. Was bedeutet Musik für dich?
Entspannung. Emotion. Ablenkung… sie hilft mir dabei für die richtige Stimmung das richtige Gefühl zu finden. Die richtige Melodie, die richtige Musik verleiht dem Alltag den richtigen Soundtrack und kann in dunklen Minuten auch mal für etwas Licht sorgen.

267. Hast du schon einmal einen Weinkrampf vorgetäuscht?
Haha, ja… aber da war ich wirklich noch klein. Mein Vater war sauer mit mir, weil ich eine Tüte Gummitierchen geschenkt bekommen hatte und sie nicht teilen wollte. Daraufhin schickte er mich mit meiner Gummibärchentüte in mein Zimmer. Ich setzte mich aufs Bett und war sauer. Und dann dachte ich, wenn ich jetzt ganz doll weine, kommt mein Papa bestimmt und kuschelt wieder mit mir. Tat er auch. Aber ich glaube, er hat damals durchaus gemerkt, dass ich nur so getan habe. Was allerdings dann mit den Gummibärchen geschah, das weiß ich leider nicht mehr. Das ist so eine schwammige Erinnerung.

268. Arbeitest du gern im Team oder lieber allein?
Das kommt immer ganz darauf an, worum es geht. Ich habe Referate in der Schule zum Beispiel immer gerne alleine erarbeitet. Ich hatte so meine Vorstellungen und an denen wollte ich festhalten. Andere hätten das nur durcheinander gebracht. Aber es gab auch Menschen, mit denen habe ich super zusammen gepasst. Wir ergänzten uns einfach prima. Der eine war für Handouts und Schreibkram, der andere für den mündlichen Part verantwortlich. Improvisieren konnten wir zusammen auch viel besser als alleine. Es gab viele Momente. Teamarbeit war besonders in der Ausbildung später immer schwer, weil ich am Rande der Stadt wohne und meisten immer zentraler waren, wo ich immer eine halbe Weltreise hin hatte…. Beides hat seine Vor – udn Nachteile.

269. Welchen Fehler verzeihst du dir immer noch nicht?
Ich denke, ich hätte bei meinem Berufswunsch hartnäckiger sein sollen. Ich habe damals zu schnell aufgegeben und mich in eine andere Richtung gefügt. Heute fehlt mir irgendwie Zeit und Energie, um das Ganze nochmal intensiver anzugehen. 

270. Welche Verliebtheit, die du empfindest, verstehst du selbst nicht?
Kleinkram. Ich strebe ständig nach Minimalismus und kann dann doch nicht die Finger von Kleinkram lassen. Sei es nerdig oder kitschig. Mein zu Hause sieht zwar nicht mehr so Schmetterlings bunt kitschig aus wie früher, aber dennoch gibt es verschiedene Kleinigkeiten, an denen ich selten vorbei gehen kann. Kleine niedliche Hasen, gestern erst musste eine süße kleine Figur mit, weil ich dachte, damit könnte man super Fotos machen oder die Stitch Figuren, die ich aus Spanien unbedingt mitnehmen musste. Kleine Staubfänger im Schrank. Das Gegenteil von Minimalismus, aber ich kann einfach nicht daran vorbei. Nie.

271. Denkst du intensiv genug über das Leben nach?
Ich versuche es zu vermeiden. Meine Ängste bezüglich der Zukunft auszublenden. Eine „Scheiß drauf“ – Mentalität zu entwickeln und im Hier und Jetzt zu leben. Und dann liege ich doch wieder die halbe Nacht wach und komme nicht zur Ruhe aus manchmal wirklich viel zu kleinen Gründen. Damit mache ich mir das Leben manchmal wirklich schwer. Hinzu kommt, dass der Miniheld mindestens genauso, wenn nicht gar noch viel grüblerischer ist, als ich es bin und wir dann nicht selten ernste Gespräche dieser Art führen, die ich eigentlich gar nicht mit einem 7 Jahre alten Kind führen müsste. Nicht so früh schon, oder?

272. Fühlst du dich manchen Leuten gegenüber sehr unsicher?
Ja. Eigentlich nahezu jedem. Das fängt schon an der Stelle an, wo ich mich frage, wie ich in ihren Augen aussehe. Diese Tage, an denen ich vor dem Spiegel stehe und all die Dinge sehe, die mich an mir stören. Und dann die Frage: Sehen sie auch all diese Makel oder sehen sie mich ganz anders? Bin ich in ihren Augen schön oder dumm oder… irgendetwas anderes. Ja, ihr habt Recht: Ich mache mir mein Leben wirklich schwer und oft sicher viel zu viele Gedanken.

1000 Fragen

273. Bist du autoritätsgläubig?
Niemand ist unfehlbar, oder? Ich glaube an Bezugspersonen, Personen an denen man sich orientieren kann und auch daran, dass es Menschen gibt, die eine Art Führungspersönlichkeit inne haben und Menschen, die eben besser mit – als vorlaufen. Ich bin wohl eher die, die sich anschließen und dann helfen kann. Bin ich eine Autoritätsperson? Auch. In jedem von uns steckt eine, nicht wahr?

274. Bist du gern allein?
Es kommt darauf an. Manchmal genieße ich die Ruhe und für mich zu sein. Meist aber nicht lange. Bald fehlen sie mir, die Menschen um ich herum. 20 Minuten in der Badewanne und es reicht mir. Ich suche doch meist den Kontakt zu den Leuten um mich herum. Wenn auch zu Anfang immer sehr zaghaft. Es gibt aber auch Situationen, besonders wenn ich mich unter Menschen befinde, mit denen ich mich nicht wohl fühle, in denen ich gerne lieber an der Seite hocke und für mich alleine bin.

275. Welche eigenen Interessen hast du durchgesetzt?
Ich musste nichts durchsetzen, glaube ich. Ich befinde mich hier im Heldenhaushalt unter Menschen, die meine Interessen schätzen und lieben und auch zulassen. Ich selber stelle sie manchmal zurück, weil ich sie in manchen Situationen als eher zweitrangig empfinde. Dass meine Kinder oft auch nicht verstehen können, dass jetzt mal das wichtig ist, was ich möchte, kann ich in dem Alter auch noch gut nachvollziehen. Mal sehen, wie sich das alles noch weiter entwickelt. Insgesamt fühle ich mich aber wunderbar unterstützt hier.

276. Welchen guten Zweck förderst du?
Was sich so ergibt.

277. Wie sieht dein Traumhaus aus?
Hmm… also die Idealvorstellung ist eine Art Bauernhaus. So ein großes altes Haus mit Holzpfeilern in den Zimmern und Backstein überall. Ein Zaun drumherum und viel weiß. Wir arbeiten an dieser Vorstellung. Mehr oder weniger. So wie es die Vorgaben zulassen. Meine Landhausküche habe ich. Auch den hellen Holzboden. Die weißen Türen fehlen noch und die Türrahmen müssen angepasst werden. Kleinigkeiten. Stück für Stück.

278. Machst du leicht Versprechungen?
Früher ja. Aber ich habe dazu gelernt. Ich habe auch gelernt nicht mehr zu allem ja und amen zu sagen. Nur so viel, wie ich auch tatsächlich kann und wie wir alle schaffen und wollen.

279. Wie weit gehst du für Geld?
Für Geld? Hmm… Geld ist nicht alles, oder?

280. Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist?
Ich glaube, das bin ich manchmal viel zu selten.

Eine leicht melancholische Stimmung macht sich heute breit.

Die Woche startete immerhin mit einem erkälteten Mann und endet mit einem erkälteten Kind. Ich habe Ideen und Vorstellungen für die nächsten Wochen, merke aber auch, wie die Energie fehlt und der Terminplan sich irgendwie schon wieder viel zu schnell füllt. Minuten, Stunden, Tage und Wochen… voller Leben. Voller Kinder. Voller…ja, was eigentlich?

Erst einmal freue ich mich auf morgen. Auf tolle Menschen, schöne Stunden… und für heute? Ja, heute machen wir einfach mal ruhig. Trinken Tee. Kuscheln. Vetreiben den doofen Husten und wer weiß… vielleicht basteln wir sogar doch noch freundliche Kürbis – Gesichter. Und ihr so?

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