Über Stock und Stein – Der Spielplatz der Natur

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Wir fahren immer wieder gerne zu den Wildschweinen. Es ist nicht allzu weit weg und wir sind von einer Sekunde zur anderen quasi in einer anderen Welt unterwegs. Inzwischen waren wir mit den Kinder, vor allem mit dem Minihelden, schon so oft dort, dass man meinen müsste, dass es den Kindern irgendwann langweilig werden müsste. Dem ist aber nicht so und das finde ich unglaublich faszinierend, denn jedes Mal entdecken die Kinder wieder etwas Neues und Spannendes und dabei ist das Füttern der Wildtiere dort gar nicht mal im Vordergrund.

Klar ist es toll die Tiere zu beobachten!

Das ist ja auch der Hauptgrund, warum wir eigentlich immer wieder mal zu den verschiedensten Jahreszeiten dort hin fahren. Manchmal haben die Wildschweine ein ganz dickes und kuscheliges Fell und sind sehr Kontaktfreudig, manchmal verstecken sie sich eher. Manchmal laufen an den Seiten der Tiere kleine niedliche Versionen von ihnen herum, was die Kinder ganz besonders begeistert und fasziniert. Jedes Mal gibt es etwas anderes zu sehen.

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Ein Highlight war bei einem Besuch zum Beispiel ein Hirsch, der erst ewig laut durch den Wald röhrte und später sich mit einem anderen Hirsch und ihren Geweihen einen aufregenden “Kampf” lieferten. Noch Tage lang sprachen die Kinder davon. Ein anderes Mal leckte eine der Ziegen dem Sohn die Hand, was so lustig kitzelte. Dieses Mal konnten wir einfach nur schauen. Die Tiere wirkten müde und wollten einfach ihre Ruhe haben, was absolut ok war. 

Der Wald an sich hat nämlich schon so einiges zu bieten.

Ich finde, dass so ein Wald eigentlich immer etwas sehr Faszinierendes an sich hat. Obwohl es überall um einen herum immer wieder ein Rascheln oder ein Knacken der Äste gibt, irgendwo ein Tier ein Geräusch macht und das Wasser des Flusses rauscht, herrscht eine seltsam friedliche Stille in der Natur. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich durch die Natur wandere und sich das Licht der Sonne zwischen all den Bäumen hindurch kämpft und Muster auf den Waldboden wirft, fühle ich mich ein bisschen, als ob ich mich in einem der vielen Märchen meiner Kindheit wiederfinde.

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Die Kinder sehen in ihm, so glaube ich, im Moment noch etwas vollkommen anderes. Für die Kinder ist es ein gigantischer Spielplatz, der viele verschiedene Möglichkeiten für Bewegung bietet. 

Überall in der Natur gibt es etwas zum Klettern.

Da ist ein abgesägter Baumstumpf, auf den man sich rauf stellen und dann wieder herunter springen kann. Überall liegen umgekippte Bäume oder herabgefallene dicke Äste. Alles hat potential, um erklommen zu werden. Es ist ein einziges Abenteuer und jedes Mal, wenn wir dort sind, finden sich neue Wege zum Klettern und emporsteigen.

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Manche liegen ganz wackelig, so dass sie beim darüber balancieren hin und her wackeln, was die Herausforderung etwas größer macht. Lachend laufen die Kinder darüber und der Papa ruckelt mal hier und mal da, um es ihnen noch ein bisschen schwerer zu machen. Mal ist ein Ast im Weg, um den man herum klettern muss, mal fehlt auf einmal ein bisschen vom Stamm, so dass neue Wege gefunden werden wollen. Alles ist ein Abenteuer, alles eine kleine Aufgabe der Natur, die bewältigt werden will und die Kinder haben unglaublich viel Freude daran.

Doch was ist das? Was gibt es dort noch zu entdecken!

Seitdem der Miniheld seine Begeisterung für Edelsteine und Kristalle entdeckt hat, läuft er eh mit einem deutlich wacheren Blick durch die Gegend. Ständig scannt er den Boden nach potentiellen Fundstücken ab und schaut auch mal hier und da in Löcher hinein.

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Da ist so ein Baumstamm durchaus auch sehr verlockend. Darin verstecken sich Blätter, Sand, kleine Tierchen und auch Steine. Ob es wohl ein versteinertes Holz sein könnte, was er dort gefunden hat? Ich liebe diesen neu entflammten Forscherdrang, der sogar auf seinen kleinen Bruder abfärbt, der daraufhin einen Haufen gefällter Bäume, die löchrig waren für seinen großen Bruder durchsucht hat.

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Darin fand er übrigens tatsächlich etwas. Allerdings war es kein versteinertes Holz, sondern einfach nur ein ziemlich glattes Holzstückchen, was er dennoch für einen Stein hielt und aufgeregt seinem Bruder brachte. Sein Expertenblick erkannte zwar sofort, dass es sich dabei nicht um das Gesuchte handelte, doch wollte er den Ehrgeiz seines kleinen Bruders ehren und lobte ihn sehr für sein Fundstück. Herrlich, oder?

Da kann man dann durchaus eine ganze Weile die Zeit verbringen.

An diesen Ausflügen in die Natur und vor allem zu den Wildtieren merke ich immer sehr, wie die Kinder sich weiter entwickelt haben. Zwischendurch fand der Miniheld diese nämlich durchaus auch mal sehr langweilig und wusste nichts damit anzufangen, während der Kleine nur von den Tieren fasziniert war. Dann wieder änderte sich alles und ein neuer Forscherdrang erwachte in ihnen.

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Was passiert mit dem Laub, wenn ich es mit den Füßen vor mir herschiebe. Kann ich die Äste zu einem Zelt zusammen bauen und was versteckt sich in den abgesägten Baumstämmen? Wie hoch kann ich kletter und wie weit balancieren? Wie viele Ringe entdecke ich auf dem Baumstumpf? Wie alt der Baum wohl war und wie hoch? Man kann Äste und Steine übereinander stapeln und kleine Steine in das Wasser fliegen lassen, nur um dabei festzustellen, dass die Wasseroberfläche bis zu einem bestimmten Punkt noch zugefroren ist.

Das Highlight beim letzten Mal waren die “Schriftzeichen” im Baumstamm

“Mama, was sind das für Schriftzeichen”, fragte der Miniheld mich beim letzten Mal plötzlich und zog mich zu einem sehr glatten Baumstamm, auf dem ganz deutlich Spuren im Holz zu erkennen waren. Mein erster Gedanken waren ja Holzwürmer. Als ich das Foto dann auf Facebook zeigte, empfahl mir jemand dann mal nach “Buchdrucker Käfern” zu suchen. Das Muster erinnerte sie stark daran.

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Faszinierend all das. Das Muster der Buchdrucker Käfer erinnert tatsächlich ein bisschen an die Brutgräben, die sie in das Holz graben, aber ich finde, dass sie viel zu wiederkehrende Muster schaffen, um tatsächlich das zu sein, was wir hier vor uns sahen. Ich fand den Zusammenhang als Gedanken aber sehr schön. Der Sohn denkt an Schriftzeichen und wenn man dann überlegt, es könnte tatsächlich von sogenannten Buchdruckern geschaffen werden, passt das doch irgendwie schön zusammen. Auch wenn es eigentlich Schädlinge sind.

Beim zweiten Blick bzw. bei einer zweiten Recherche, bei der ich doch nochmal einen Vergleich zu den Holzwürmern ziehen wollte, kam ich zu dem Schluss, dass diese tatsächlich deutlich besser passen. Was denkt ihr?

So oder so hat uns dieser Ausflug in die Natur am Ende sogar noch ein bisschen Lehrstoff mit nach Hause gegeben, mit den wir uns im Anschluss noch intensiv beschäftigt haben. Wieder etwas dazu gelernt…

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